Überschussarbeitslosigkeit

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Definition

Entspricht der Differenz zwischen der tatsächlichen und der normalen Arbeitslosenquote. Bezogen auf ein Jahr, spricht man von Jahresprozentpunkt an Überschussarbeitslosigkeit.[1]

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Fehler beim Parsen (Syntaxfehler): {\displaystyle u_\text n} = normale Arbeitslosenquote


Begriffliche Einordnung

Die Zentralbank hat die gesetzliche Aufgabe, das vom Gesetzgeber gestellte Inflationsziel (z.B. EU 2%) exakt zu erreichen. Dabei toleriert sie eine gewisse Arbeitslosenquote, da das Ziel der Preisstabilität von übergeordneter Bedeutung ist. Basierend auf der Phillipskurve ist bekannt, dass eine Senkung der Inflationsrate (Disinflation) einen Anstieg der Arbeitslosenquote über die normale Arbeitslosenquote hinaus zur Folge hat. Dieser Anstieg wird als Überschussarbeitslosigkeit bzw. Inflationsarbeitslosigkeit bezeichnet.

Anwendung

Angenommen der Gesetzgeber gibt vor, die Inflationsrate von aktuell 14% auf 4% dauerhaft zu senken. Die Zentralbank muss die Geldmenge so steuern, dass dieses Ziel exakt erreicht wird. Aus den folgenden Beziehungen ergeben sich Steuerungsvariablen mit Hilfe derer sie das Inflationsziel erreichen kann.


(I) Phillipskurve:


(II) Okunsches Gesetz:


(III) aggregierte Nachfrage:


Zur Ermittlung der Überschussarbeitslosigkeit, wird die Phillipskurve näher betrachtet.


Tabelle zu Modellrechnung


Es wird zunächst unterstellt, dass das Produktionswachstum 3% beträgt und die normale Arbeitslosenquote 6% (siehe Spalte: Vorher). Es wird weiter bestimmt, das =1 ist. Normalerweise berechnet sich aus der Inflationsdifferenz multipliziert mit der Differenz zwischen der aktuellen Arbeitslosenquote und der normalen Arbeitslosenquote. Weiterhin ist die Inflationsdifferenz bekannt, die erreicht werden soll. In diesem Beispiel beträgt sie 10 Prozentpunkte (14% aktuelle Inflation-4% Inflationsziel = Inflationsdifferenz von 10 Prozentpunkten). Wie oben erwähnt ist die Disinflation nicht kostenlos. Aus der Phillipskurve ergibt sich voraussichtlich ein Anstieg der Arbeitslosenquote.

Die Zentralbank entschied sich in diesem Fall, die Inflationsrate innerhalb von 5 Jahren zu senken. Dabei müssen 10 Prozentpunkte insgesamt erreicht werden, verteilt auf 5 Jahre ergibt dies eine jährliche Senkung von 2 Prozentpunkten. Um die Senkung zu realisieren, ergibt sich aus der Phillipskurve ( muss 2 sein, =1) ein Anstieg der Arbeitslosigkeit bzw. eine Überschussarbeitslosigkeit von 2% im ersten Jahr. Über 5 Jahre hinweg muss die Arbeitslosenquote 8% betragen, dies bedeutet eine Überschussarbeitslosigkeit insgesamt von 10 Prozentpunkten (2% x 5 Jahre=10 Prozentpunkte). Aus der Inflationsverminderung um 10 Prozentpunkte und der Überschussarbeitslosigkeit, ergibt sich bei =1 ein Opferverhältnis von = 1.

Einzelnachweise

  1. Blanchard/Illing:Makroökonomie, 2006, S. 274


Literaturverzeichnis

  • Blanchard, Olivier; Illing, Gerhard (2006), Makroökonomie, 4. Auflage, München: Pearson Studium