Wirtschaftslage Ungarn 2008

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Im Rahmen der VWL V Veranstaltung „Internationale Makroökonomie“ erfolgt die Erstellung eines Länderdossiers zur Wirtschaftslage Ungarns. Hierbei soll ein kurzer und prägnanter Einblick in die Thematik anhand verschiedener Aufgabenstellungen entstehen.

Abb. 1 Ungarns Nationalflagge

Wirtschaftslage

Die ungarische Republik, mit einer Fläche von 93.030 km² und 10,05 Mio. Einwohnern (Stand Januar 2008), befindet sich in Mitteleuropa und grenzt an die Slowakische Republik, Ukraine, Rumänien, Serbien, Kroatien, Slowenien, Österreich. Die Hauptstadt Budapest zählt mit einer Einwohnerzahl von 1,7 Mio. (Stand 2008) zu einer der größten Städte Ungarns [1].

Ungarn verfügt über Bodenschätze wie Braunkohle, Erdgas und vor allem Bauxit (Aluminiumerz). Angebaut werden neben Weizen, Mais, Zuckerrüben und Wein auch Ölsaaten und Baumwolle. Auch findet in der landwirtschaftlichen Produktion Schwein- und Rinderzucht statt[2].

Ungarn ist Mitglied der NATO und seit dem Jahr 2004 zudem Mitglied der europäischen Union[3]. Im Jahr 2007 betrug das Bruttoinlandsprodukt (BIP) von Ungarn 100,95 Mrd. €. Bei einem Vergleich zu den 27 EU-Mitgliedstaaten nimmt Ungarn dabei die 18. Position vor beispielsweise Bulgarien, Estland, Zypern, Lettland und Litauen ein[AM 1]. Betrachtet man den Durchschnittswert der 27 EU-Mitgliedstaaten (454,64 Mrd. €) mit dem BIP Ungarns, so liegt dieser deutlich unter dem Durchschnitt. Dennoch konnte Ungarn im Vergleich zum Jahr 2006 sein BIP um 12,3 % steigern.

Im Bereich des Außenhandels werden im produzierenden Gewerbe vor allem Maschinen, Elektrogüter und Fahrzeugzubehör und –teile exportiert und Maschinen, industrielle Vorprodukte und Chemikalien importiert. Die Ex- und Importzahlen liegen mit 69,0392 Mrd. € und 69,3475 Mrd. € nah beieinander[4] [AM 2].

Deutschland, Österreich, Russland, Italien und Frankreich sind die wichtigsten Handelspartner, wobei Deutschland mit rund 30% Anteil am Gesamthandel eine besondere Stellung einnimmt[5].

Das Haushaltsdefizit betrug 2006 9,2 % des BIP. Ungarn reagierte daraufhin mit Steuer- und Abgabenerhöhungen und Subventionskürzungen, hierdurch konnte im Jahr 2007 ein Rückgang des Defizits auf 5,5 % verzeichnet werden. Jedoch erreichte die Inflationsrate, die 2006 noch bei 3,9 % lag, wieder einen erhöhten Wert von 7,9 % im Jahr 2007 (average consum)[6] [7].

Außerdem sind Ungarns Regionen unterschiedlich stark von Arbeitslosigkeit betroffen. Relativ niedrige Arbeitslosenzahlen verzeichnen Mittelungarn einschließlich Budapest sowie die west- und nordwestlichen Gebiete. In den anderen Landesteilen sind die Zahlen recht hoch. Die Arbeitslosenquote 2007 lag durchschnittlich bei 7,3 %, also 1 % über dem Durchschnittswert der 27 EU-Mitgliedstaaten. 57,3 % (rund 3,9 Mio.) der erwerbsfähigen Bevölkerung beteiligen sich am Berufsleben. Dies liegt unter dem europäischen Durchschnitt von 64,3 %[AM 3] [8].


Der Realitätsgehalt der Crowding-In-These

Zunächst kommt die Crowding-In-These in der Betrachtung. Mit restriktiven fiskalischen Maßnahmen soll eine Nachfragesenkung, insbesondere in Hochkonjunkturphasen erreicht werden, um die Stabilität des Preisniveaus zu sichern. Diese ist auch ein wirkungsvolles Mittel, um zur Senkung der Staatverschuldung (SV) beizutragen. Maßnahmen restriktiver Fiskalpolitik sind unter anderen steuerpolitische Handlungsalternativen, wie die Erhöhung der Einkommens- und Körperschaftsteuersätze oder die Verringerung der Staatsausgaben bzw. der öffentlichen Investitionen[9]. Wenn die Staatsausgaben (SA) reduziert werden, erfolgt kurzfristig ein Rückgang der Produktion und dadurch wird das Preisniveau auch sinken. Dabei erhöht sich die reale Geldmenge und in der Folge kommt es zu einer Zinssatzsenkung. Dadurch wiederum werden die Investitionen der Unternehmen und der privaten Haushalte stimuliert. Mittelfristig wird dann die Produktion ihr ursprüngliches natürliches Niveau wieder erreichen[OG 1]. Diese Umschichtung der SA in Richtung der privaten Investitionen wird als Crowding-In bezeichnet.

In den folgenden Erläuterungen wird diese These in Ungarn untersucht. Die Untersuchung erstreckt sich auf zwei je fünfjährige Perioden. Die erste Periode beginnt 1993 und schließt 1997 ab, die darauf folgende zweite Periode beginnt 1998 und endet 2002. Der überwiegende Teil der im Rahmen dieser Untersuchung verwendeten Wirtschaftsdaten Ungarns stammt aus der AMECO-Datenbank.


Abb. 2 Wirtschaftliche Daten Ungarn

Die Abbildung macht deutlich, dass die SA in drei aufeinander folgenden Jahren, von 1994 bis 1996, zurückgegangen sind; der Anteil der SA am BNE betrug 1993 30%, 1994 27% und 1995 25%. 1996 lag der Anteil der SA nur bei 24% am BNE. Es ist erkennbar, dass hier offensichtlich eine restriktive fiskalpolitische Maßnahme durchgeführt wurde.

Das Wachstum des BIP (nominal) betrug 1994 in Ungarn lediglich ca. 6%. Im Vergleich dazu lag das Wachstum 1993 bei 94%. Das BIP ist somit 1994 stark gefallen und im Jahr 1995 folgte sogar ein negatives Wachstum von ca. 2.2 %. Dies stimmt mit der These überein, dass nach dem Rückgang der SA die Produktion kurzfristig zurückgeht. In den folgenden zwei Jahren 1996 und 1997 ist das BIP wieder gestiegen. Die Produktion erlangte mittelfristig ihr ursprüngliches natürliches Niveau wieder. In der Grafik wird der Bruttoinvestitionsanteil (BIA) der gesamten Volkswirtschaft am BNE aufgezeigt. Trotz der Reduzierung der SA, ist die Tendenz des BIAs am BNE steigend. Die durchschnittliche jährliche Steigerungsrate des Anteils am BNE betrug ca. 2 %. Der BIA erreichte schließlich 1993 20% und 1997 29% des BNE. Die Grafik verdeutlicht die Umschichtung der SA hin zu den Investitionen der Unternehmen und Haushalte und zeigt, dass die gesamten Bruttoinvestitionen (BI) – entgegen der These - kurzfristig nicht gefallen sind. Einer der Gründe hierfür liegt in den heftigen ausländischen Direktinvestitionsströmen.

In dem Zeitraum 1998 bis 2002 sind die SA fast konstant geblieben. Der Anteil am BNE lag zwischen 22% und 24%, obwohl die absoluten Werte in der Tendenz ansteigend waren. Anhand dieser Daten ist also die Änderung der SA nicht zu erkennen. Die absoluten Zahlen der BI stiegen stetig an, obwohl deren Anteil am BNE von Jahr zu Jahr schwankte. Im Jahr 1998 betrug der Anteil ca. 31% und es gab einen leichten Rückgang im Jahr 1999 auf 30,65%. 2000 ereichte der BIA den höchsten Punkt in der zweiten Periode mit ca. 32,15%. In den letzten zwei Jahren ist er dann wieder gefallen und zwar auf ca. 27% am BNE. Dies ist wiederum auf eine Reduzierung der Investitionen der Unternehmen und der Haushalte zurückzuführen. Nach einem heftigen Wachstumsschub des BIP im Jahr 1997 hat dieses im Folgejahr wieder nachgelassen. Im Jahr 1998 betrug das Wachstum des BIP nur noch 4%. Jedoch zeigt sich über die gesamte Periode in der Tendenz eine Steigerung. In den letzten zwei Jahren hat das Wachstum sogar 14% bzw. 19% erreicht. Natürlich ist die Inflationsrate dabei noch nicht berücksichtigt.


In der ersten betrachteten Periode ist die Produktion nach dreijährigem Absinken der SA zunächst kurzfristig gefallen und hat sich dann wieder erholt. Dies entspricht dem Anpassungsprozess der Nachfrageaggregate nach dem AS-AD-Modell. Laut der Crowding-in-These soll es zu einer Umschichtung der SA zu den privaten Investitionen kommen. In der Praxis hat die Untersuchung der Wirtschaftsdaten Ungarns gezeigt, dass die These zutrifft. Ziel der Reduzierung der SA ist darüber hinaus die Preisniveaustabilität und die Senkung der SV. Ungarn hatte immer eine hohe Inflationsrate, insbesondere in den 90er Jahren seit der politischen und wirtschaftlichen Wende. In den Jahren 1990-1993 betrug die Inflationsrate über 20%, 1991 erreichte sie den Höhepunkt mit 34,2%[10]. Der heftige Preisanstieg war zurückzuführen auf den Wegfall von Staatssubventionen und auf Steigerungen im Bereich der Heiz- und Energiekosten sowie eine Reihe von anderen Faktoren. Im Jahre 1995 wurde weiter durch Abwertung der Währung eine starke Wertberichtigung durchgeführt. Von 1998 bis 2001 ist die Inflationsrate auf 10% gesunken und 2002 lag sie sogar bei nur 5,3%[11]. Hierzu hat die Geld- und Währungspolitik mit beigetragen. Die SV betrug 1995 ca. 76% des BIP. Ab 1996 war die Tendenz jedoch fallend. Im Jahre 2000 hat es Ungarn geschafft, die SV auf 53% zurückzufahren. Es gab 2001 und 2002 eine leichte Steigerung bis auf 57% des BIP. Insgesamt ist festzustellen, dass über die restriktive Fiskalpolitik eine nachhaltige Senkung der SV erreicht wurde[12].

Die Crowding-In-These hat sich in der Praxis in Ungarn als wirksames Mittel zur Steuerung der Wirtschaftsentwicklung erwiesen. Sie ist ein brauchbares Instrument, um die privaten Investitionen anzukurbeln, die SV zu senken und dabei das Preisniveau zu stabilisieren.

Die Phillips-Kurven im Zeitablauf

Nachfolgend werden die ursprüngliche und die erweiterte Phillipskurve für Ungarn im Zeitraum 1992 bis 1998 und 1999 bis 2007 analysiert.

In Abb.3.1

Abb. 3.1 ursprüngliche Phillipskurve `92-`07

ist ersichtlich, dass 1992 bis 1998 hohe Inflation (IF) mit hoher Arbeitslosenquote (ALQ) besteht. Dies ist auf die politische Wende 1990 mit nachfolgender hoher Auslandsverschuldung zurückzuführen[13]. Später verbesserte sich die wirtschaftliche Entwicklung. Hohe Arbeitslosigkeit (AL) (1993:11,8%) und IF (1993:22,5%) verringerten sich bis 1998 mit 8,4% AL und 14,2% IF. Diese Entwicklungen resultierten aus der Strukturreform von 1995[14]. Der Trend widerspricht der ursprünglichen Phillipskurve, die vom negativen Zusammenhang zwischen IF und ALQ ausgeht und nicht von gleichen Entwicklungen.

Auch ab 1999 bestand der Trend. 1999 bis 2001 fielen AL auf 5,9% und IF auf 9,2%. So führten niedrige Ölpreise und ein flexibleres Wechselkurssystem zu sinkender IF[15]. 2003 fiel die ALQ zu 2002 auf 5,7%, die IF stieg auf 4,6% was durch die Zunahme ausländischer Investitionen begründet wird[16]. Jedoch stieg die ALQ bis 2006 auf 7,5%, wobei die IF schwankte. 2007 sank die AL, die IF stieg.

Die ursprüngliche Phillipskurve ist in kurzen Zeitintervallen sichtbar. Die negative Beziehung beider Faktoren zeigt sich 1992 bis 1995, sowie 2002, 2005 und 2007. Die AL stieg (1992:9,8%;1993:11,8%), verbunden mit fallender IF (1992:22,9%;1993:22,5%). Dies fand auch 2002 und 2005 statt. Die Ursache war, dass bei erwarteter IF eine gestiegene AL zu geringerem Nominallohn, Preisniveau und IF führte.

Dieser Trend kann sich auch umkehren. Die AL sank 1995 auf 10,0%, führte zu höheren Nominallöhnen und höherem Preisniveau von 28,3%. 2007 fand das Gleiche statt. Ursache war die Wirtschaftsmodernisierung, sowie veränderte Erwartungen von Unternehmen, welche nicht mehr bereit sind Nominallöhne für einen längeren Zeitraum festzulegen[17]. Folglich stand die Inflationsrate in engerer Beziehung mit der ALQ und reagiert stärker auf diese[OG 2]. Die ursprüngliche Phillipskurve trat nur in einzelnen Jahren auf, sodass eine andere Periodisierung nicht sinnvoll wäre. Darum ist diese nicht mehr als zentrales Instrument für die Wirtschaftspolitik anzusehen und hat an Aussagekraft verloren.

Bei der erweiterten Phillipskurve in Abb.3.2

Abb. 3.2 erweiterte Phillipskurve `92-`07

zeigt die Regressionsgerade von 1992 bis 1998 einen positiven Anstieg und nähert sich der Horizontalen an. Diese Entwicklung verdeutlicht den Rückgang höherer ALQ (1993:11,8%) zu mittlerer ALQ (1998:8,4%)[OG 3]. Der Wert mit 9,9% im Mittel spiegelt eine hohe natürliche ALQ von 11,4% wider (Abb.3.3)[OG 4].

Abb. 3.3 Natürliche Arbeitslosenquote ´92-´98

Das zeigt, dass bei hoher AL (1994:10,5%) die IF mit 18,9% unter 22,5% von 1993 lag. Damit könnte eine bessere Beziehung zwischen IF und AL bestehen. Dennoch führt eine geringe Veränderung der AL von 10,5% 1994 auf 10,0% 1995 zur starken Veränderung der IF von 18,9% auf 28,3%, womit der angenommene Zusammenhang der Phillipskurve zwischen IF und AL besteht nicht. 1999 bis 2007 liegt in Abb.3.1 ein leichter negativer Trend vor, wie dieser in der ursprünglichen Phillipskurve angenommen war. Dieser dreht jedoch bei der erweiterten Phillipskurve in Abb.3.2 wieder in einen positiven Trend um. Es besteht daher ein komplexerer Beziehung zwischen ALQ und IF und nicht alle Einflussfaktoren werden in der Phillipskurve berücksichtigt. Konkret entwickelt sich die Veränderung der IF im Zeitablauf leicht positiv[OG 5]. Sie stieg von -4,5% 1999 auf 4,8% 2004 und die natürliche ALQ von 7% auf 7,6% 2007 (Abb.3.4)

Abb. 3.4 Natürliche Arbeitslosenquote ´99-´07

. Somit wäre eine rechnerische Annahme nach Phillips mit einer ALQ von 7,6% von 1999 bis 2007 notwendig gewesen, damit die IF in diesem Zeitraum nahezu konstant geblieben wäre[OG 6]. Trotz dieser Annahme entwickelte sich IF und ALQ im Trend annähernd gleich und nicht gegenläufig.

Die Betrachtung beider Perioden zeigt, dass sich ALQ und die Veränderung der Inflationsrate von 1992 bis 2007 gemeinsam wesentlich verringert haben. Die ALQ ist im Mittel von 9,9% auf 6,5% und die IF von 23,2% auf 7,1% gefallen. Das verweist auf ein stetiges Sinken der natürlichen ALQ, was sich auch in der Veränderung der IF beider Perioden widerspiegelt[OG 7].

Die erweiterte Phillipskurve geht davon aus, dass bei Unterschreitung der realen ALQ unter die natürliche ALQ die IF sinkt. Hier lag die reale ALQ stets unter dem natürlichen Niveau. Diese lag im ersten Zeitraum mit 9,9% rund 1,8% unter der natürlichen ALQ, im späteren Intervall mit 6,5% 1,1% darunter. Sinkende IF war die Folge, was der Theorie der erweiterten Phillipskurve jedoch widersprach.

Für die Wirtschaftspolitik bedeutet es, dass nicht vom starren negativen Zusammenhang beider Faktoren ausgegangen werden kann. Für eine besser zu bestimmende Trendentwicklung müssen Inflationsrate, ALQ und weitere Einflussfaktoren in Betracht gezogen werden. Zeitweise zeigt sich, dass bei weiter sinkender AL die Lohnkosten für Teile der niedrig qualifizierten Arbeitskräfte in bestimmten Industriezweigen zu hoch werden und die Annahme von Phillips wieder zutreffen kann, welches nicht dem Charakter einer grundlegenden Theorie entspricht[18].

Disinflations-Opfer

Das wichtigste Ziel der Wirtschaftspolitik ist die Sicherung und Erhaltung eines stabilen Wirtschaftswachstums über einen langen Zeitraum. Zu diesem Zweck versucht die Zentralbank die Inflation (IF) auf einem möglichst geringen Niveau zu halten. Dies erreicht sie durch eine vorhersehbare und zuverlässige Geldpolitik[19]. Im Folgenden soll nun die Entwicklung der Inflationsrate (IFR) Ungarns im Zusammenhang mit der Arbeitslosigkeit (AL) über eine 7-Jahresperiode dargestellt werden und dabei das Opferverhältnis bestimmt werden.

In der ausgewählten Periode, 1995-2002, war der größte Rückgang der IFR Ungarns seit 1980. Neben der IFR benötigt man zur Berechnung des Opferverhältnisses noch die Jahresprozentpunkte an Überschussarbeitslosigkeit (jährliche Differenz zwischen tatsächlicher und natürlicher AL). Das Opferverhältnis ermittelt sich als Quotient aus Jahresprozentpunkte an Überschussarbeitslosigkeit und Reduktion der IFR[BI 1].

Für die natürliche AL ergeben sich die verschiedensten Werte. Bei der Ermittlung über die erweiterte Philipskurve ergeben sich 1,93%. Der vorhandene Nairu-Wert beträgt durchschnittlich 8,47%[20] und der Nawru-Wert 7,0%[AM 4]. Jedoch ist es bei Betrachtung der tatsächlichen Entwicklung der Arbeitslosenquote (ALQ) am Realistischsten, die natürliche ALQ mit 5% festzulegen. Dieses wäre das Niveau, zu dem die ALQ mittelfristig zurückkehren wird[BI 2].

Die Ermittlung des Opferverhältnisses ergibt sich aus der folgenden Abbildung 4.1.

Abb. 4.1 Bestimmung Opferverhältnis

Im betrachteten Zeitraum ergab sich eine kumulierte Disinflation von 23%. In den Jahren der Verringerung der IFR, lag die tatsächliche ALQ zum Teil stark über der angenommenen natürlichen ALQ von 5%. In den Jahren 1995 bis 2002 war die Disinflation mit hoher AL verbunden. Das Opferverhältnis zeigt eine fallende Tendenz. Zum Beginn der Periode lag es bei 0,98 und zum Ende bei 0,73. Für Ungarn waren somit durchschnittlich 0,83 Jahresprozentpunkte Überschussarbeitslosigkeit notwendig, um die IF um 1% zu verringern. Da die IFR insgesamt um 23% abgenommen hat, wurden 16,8 Jahresprozentpunkte Überschussarbeitslosigkeit auf die einzelnen Jahre verteilt. Gerade in den ersten drei Jahren (1996-1998) war der Anstieg der ALQ über ihr natürliches Niveau besonders groß, allerdings auch verbunden mit der größten Disinflation und dem höheren Opferverhältnis.

Die Abbildung 4.2 stellt die Entwicklung von ALQ und IFR grafisch dar.

Abb. 4.2 Arbeitslosigkeit und Inflationsrate ´95-´02

Gemäß der ursprünglichen Phillipskurve besteht ein negativer Zusammenhang zwischen IFR und ALQ. Bei hoher AL ist die IF niedrig und umgekehrt. Dieser Zusammenhang lässt sich in der Abbildung 4.2 nicht nachweisen, da der dargestellte Pfad nur ein Teil der Gesamtentwicklung ist.

Um genauere Aussagen treffen zu können, wurde die Darstellung des Pfades von ALQ und IFR für einen Zeitraum von 1991-2002 erstellt (Abbildung 4.3).

Abb. 4.3 Arbeitslosigkeit und Inflationsrate ´91-´02

Ursprünglich lag die IFR bei 34,2 % und die ALQ bei 5,2 %. In den folgenden Jahren steigt die ALQ stark über ihr natürliches Niveau. Dabei nimmt die IFR, bis auf eine Ausnahme im Jahre 1995, stetig ab. Diese Steigerung der IFR im Jahr 1995 steht vermutlich im Zusammenhang mit der Reduzierung der Staatsausgaben in den Jahren 1994 und 1995.

Bei einem Niveau von etwa 5% IFR erreicht der Pfad wieder eine ALQ von 5,8%. Dies entspricht fast dem Wert der natürlichen ALQ und kommt dem Ausgangswert von 1991 mit 5,2% relativ nah. Zur Senkung der IFR wurde somit eine Überschussarbeitslosigkeit im betrachteten Zeitraum in Kauf genommen. Die Phillipskurvenbeziehung erweist sich bei einer Ausweitung des Zeitraums (1991-2002) als relativ stabil, denn es kam zur Senkung der IFR begleitet von einem Anstieg der ALQ. Allerdings ist fraglich, ob der Anstieg der ALQ allein auf die Politik der ungarischen Zentralbank zur Senkung der IFR zurückzuführen ist.

Zu Beginn der 90er Jahre des 20.Jahrhunderts war die ungarische Wirtschaft durch Reformen zur Umstellung auf die Marktwirtschaft und Senkung des Haushaltsdefizits geprägt. Der Abbau der Überbeschäftigung aus der Planwirtschaft zugunsten einer Produktivitätserhöhung und Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit wirkten sich zusätzlich negativ auf die ALQ aus[21].

Gemäß der Lucas-Kritik ist die erkannte Beziehung zwischen ALQ und IFR nicht auf die zukünftige Entwicklung übertragbar, da sich aufgrund veränderter Wirtspolitik auch die Erwartungsbildung der Leute verändert[BI 3]. Dieser Zusammenhang ist zu Ende der Periode sichtbar. Im Jahr 2002 konnte eine Disinflation von 3,9% erreicht werden, ohne die ALQ zu steigern.

Insgesamt war die Inflationsbekämpfung in Ungarn erfolgreich. Vor dem Hintergrund der Euroeinführung konnte die IFR auf 5,3% (Jahr 2002) mit Hilfe der Geldpolitik gesenkt werden. Die Geldpolitik hat an Glaubwürdigkeit gewonnen, da sie es geschafft hat, die IFR von den stark erhöhten Werten (34,2% im Jahr 1991 bzw. 28,3% im Jahr 1995) auf einen Stand von 5,3% zu bringen, auch wenn dafür ein Zeitraum von 11 Jahren notwendig war. Gleichzeitig konnte die AL wieder verringert werden. Allerdings schaffte es Ungarn nicht, in den folgenden Jahren weitere Senkungen der IFR zu erreichen, sondern nur das Niveau größtenteils zu halten.

Lohnstückkosten und realer multilateraler Wechselkurs

Der reale multilaterale Wechselkurs bezeichnet den Wechselkurs zwischen einer Währung und einem so genannten Währungskorb. Der Währungskorb wird aus den Währungen der wichtigsten Handelspartner gebildet. Lohnstückkosten sind Lohnkosten die je Produktionseinheit anfallen. Eine Steigerung der Produktionsmenge bewirkt ein Sinken der Lohnstückkosten. Im Folgenden soll nun die Betrachtung dieser Thematik anhand der Daten von Ungarn erfolgen.

Abb. 5 realer multilateraler Wechselkurs und Lohnstückkosten

Ungarns realer multilateraler Wechselkurs ist in Abbildung 5 als blau verlaufende Linie gekennzeichnet, die Lohnstückkosten sind als grüne Linie eingezeichnet[AM 5]. Um die Daten vergleichbar zu machen, wurden jeweils Indexzahlen, das heißt Werte zum Basisjahr 2000, verwendet. Zu erkennen ist, dass sich der reale multilaterale Wechselkurs, nach Schwankungen in den Jahren 1995 bis 1998, im Zeitraum von 1999 bis 2007 stetig erhöht hat. Wir können von einer realen Aufwertung sprechen. Diese ist gegeben, wenn der Wechselkurs ansteigt[BI 4]. Der Preis ungarischer Güter in Einheiten der Güter aus dem Währungskorb (=ungarische Handelspartner = ausländische Güter) steigt demnach oder der Preis der ausländischen Güter (Güter ungarischer Handelspartner) in Einheiten ungarischer Güter fällt. Betrachten wir weiterhin die Lohnstückkosten Ungarns. Zu erkennen ist hier, dass sie im Vergleich zum Basisjahr 2000 von 1995 bis 1999 gesunken sind und ab 2000 ein relativ stetiger Anstieg zu verzeichnen ist. Mit Hilfe dieser grundlegenden Feststellungen soll im Folgenden der Zusammenhang zwischen Lohnstückkosten und realem multilateralen Wechselkurs interpretiert werden.

Mit Hilfe der Korrelationsrechnung kann man den statistischen Zusammenhang zwischen den Lohnstückkosten und dem realem multilateralem Wechselkurs Ungarns errechnen. Hierfür wurde der Korrelationskoeffizient nach Pearson verwendet.

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Dieser misst die Stärke eines linearen Zusammenhangs zwischen X (hier Lohnstückkosten) und Y (hier Ungarns realer multilateraler Wechselkurs). COV steht hierbei für die Multiplikation der jeweiligen Werte abzüglich des arithmetischen Mittels. S steht für die jeweiligen Standardabweichungen. Nach Durchführen dieses Rechenschrittes, welcher sich mit Excel leicht ausführen lässt, erhält man einen Korrelationskoeffizienten für Ungarn von 0,67221026. Diesen Wert gilt es nun zu interpretieren. Falls X und Y unabhängig voneinander sind, würde sich ein Wert für rxy von 0 ergeben. Der errechnete Wert ist aber größer als 0, demnach besteht auf jeden Fall ein Zusammenhang zwischen Lohnstückkosten und realem multilateralem Wechselkurs. Bis 0,7 besteht eine mittlere Korrelation, bis 0,9 besteht eine hohe Korrelation und über 0,9 eine sehr hohe Korrelation. Der errechnete Korrelationswert liegt hier unter der 0,7-Grenze, es besteht daher eine mittlere Korrelation. Statistisch ist der Zusammenhang also gegeben, obgleich er nicht sehr stark ausgeprägt ist.

Nun soll der Zusammenhang auch inhaltlich erklärt werden. Wie oben bereits dargelegt, ist der Wechselkurs ab 1999 stetig angestiegen, d.h. der Preis ungarischer Güter in Einheiten ausländischer Güter ist angestiegen. Dies lässt aus Ungarns Sicht die Überlegung zu, dass diese Entwicklung durchaus positiv ist, denn Ungarn bekommt mehr ausländische Güter für ein ungarisches Gut. Es würde sich demnach für Ungarn lohnen ihre Güter zu exportieren. Aus der Sicht des Auslands ist diese Entwicklung jedoch negativ, denn für ein ungarisches Gut muss das Ausland mehr ausländische Güter eintauschen. Es wird demnach unattraktiver ungarische Güter zu importieren, weil mehr dafür gegeben werden muss. In Folge dieser recht einfachen Überlegung nimmt das Ausland also nicht mehr so viele Güter ab wie von Ungarn produziert werden, die Exportnachfrage sinkt. Eine hohe Produktionsstückzahl bezüglich des Exportgeschäfts lohnt sich nicht mehr, sie geht zurück. Dies hat wiederum einen Anstieg der Lohnstückkosten zur Folge, welcher in der Tat ab 2000 zu verzeichnen ist. Allerdings zeigt der Korrelationskoeffizient, wie oben bereits geschildert, nur eine mittlere Korrelation, d.h. der Zusammenhang dieser beiden Größen ist nicht sehr stark. Man kann also davon ausgehen, dass nicht nur der gestiegene Wechselkurs die Lohnstückkosten zum Wachsen bringt. Auch andere Einflussfaktoren, wie die Wirtschaftsentwicklung insgesamt, Inflation und Arbeitslosigkeit müssen berücksichtigt werden.

Betrachtet man die Lohnstückkosten Ungarns im Vergleich zu wichtigen Handelspartnern wie Deutschland und Österreich, stellt man fest, dass deren Lohnstückkosten nach 2000 relativ konstant bzw. gesunken sind. Es scheint sich eine Art Schere zwischen den drei Graphen zu bilden, wobei Ungarns Lohnstückkosten immer weiter steigen. Ein Vergleich der Lohnstückkosten der Handelspartner mit dem realen multilateralen Wechselkurs ist hier nicht sinnvoll, da dieser ja speziell für Ungarn berechnet wurde und sich für Deutschland und Österreich ein anderer ergibt.

Restriktive Fiskalpolitik bei offenen Güter- und Finanzmärkten

Restriktive Fiskalpolitik bedeutet die Beabsichtigung mittels Steuern und Staatsausgaben die konjunkturellen Schwankungen auszugleichen und somit die Stabilität des wirtschaftlichen Wachstums zu erhalten. Des weiteren sind hohe Beschäftigungsstände und gleichmäßig geringe Inflation die Ziele [22].

Abb. 6 Zahlungsbilanz Ungarn

Ein wichtiger Bestandteil der Zahlungsbilanz ist die Handelsbilanz. In dieser müsste man bei Im- und Export zwischen Waren und Dienstleistungen unterscheiden. Ein Handelsüberschuss wird dann erreicht, wenn der Import kleiner als der Export. Wenn der Import jedoch größer ist als der Export, liegt hier ein Handelsbilanzdefizit vor.

Durch die Senkung der Staatsausgaben kommt es zu einem Rückgang der gesamten Nachfrage, wodurch sich auch die Preise rückläufig verhalten. Betrachtet man die Handelsbilanz von Ungarn, so ist festzustellen, dass sich dieser während des gesamten Untersuchungszeitraums (1993 – 2002) ein Defizit nachweist. Trotz der billigen Preise steigen die Nachfrage des Auslandes nicht genug um den Handelsbilanzdefizit auszugleichen. Demnach importiert Ungarn mehr als diese exportiert. Die Handelsbilanz stellt ein untergeordnetes Konto der Leistungsbilanz dar, welche sich parallel entwickelt.

Ein weiterer Teil der Zahlungsbilanz ist die Leistungsbilanz, welche ein untergeordnetes Konto darstellt. Die Leistungsbilanz sowie die Kapitalbilanz sollten sich gegenläufig verhalten, also in die jeweils entgegengesetzte Richtung laufen. Grund dafür ist, dass sowohl die Zahlungsverpflichtung gegenüber dem Ausland als auch die Kapitalmarkttransaktionen erfasst werden müssen [BI 5]. Zu Beginn (Jahr 1993) der Untersuchung verzeichnet Ungarn einen Abbau des Leistungsbilanzdefizit, welcher sich jedoch in den Folgejahren kontinuierlich ausbaute. Ein wesentlicher Grund dafür könnten steigende Investitionen sein. In der mittleren Frist sind keine Auswirkungen auf die Leistungsbilanz festzustellen trotz der schwankenden Staatsausgaben Ungarns.

Die Kapitalbilanz ist noch ein weiterer Bestandteil der Zahlungsbilanz, welche die Kapitalimporte und die -exporte betrachten. Wie oben bereits erwähnt verhält sich die Kapitalbilanz der Leistungsbilanz spiegelverkehrt. Ein Grund dafür liefern die Zahlungsverpflichtungen Ungarn gegenüber dem Ausland. In den Untersuchungsperioden 1993 – 2002 ist zu beobachten, dass die Kapitalbilanz immer ein Überschuss aufweist, wovon auszugehen ist, dass in Ungarn mehr Kapital importiert als exportiert wird. Gründe hierfür könnten ausländische Investitionen ins Inland (Ungarn) sein.


Eine Volkswirtschaft ist ständig unterschiedlichen Schocks ausgesetzt, wie beispielsweise die Veränderung der Konsumnachfrage auf Grund von Veränderungen des Konsumentenvertrauens, Änderung der Investitionstätigkeit, Veränderung der Ölpreise und so weiter. Politische Maßnahmen können auch ein Einflussfaktor für ein Schock sein, wie eine Verabschiedung eines Steuergesetzes oder ein Programm zur Verbesserung der Infrastruktur. Als Übergangsmechanismus werden die dynamischen Auswirkungen eines Schocks bezeichnet, welches sich auf die Produktion und auf die einzelnen Komponenten der gesamtwirtschaftlichen Nachfrage beziehen und demnach von Schock zu Schock unterschiedlich sind. Eine Möglichkeit besteht, dass die Wirkung am Anfang am stärksten sind und sich dann in der kurzfristigen Betrachtung wieder abschwächen. Eine weitere Art von Schocks entsteht erst in der mittelfristigen Frist und hat eine dauerhafte Auswirkung auf das aggregierte Angebot. Ein Beispiel hier wäre die dauerhafte Ölpreiserhöhung [BI 6].


Unter dieser Theorie des mittelfristen crowding-in versteht man die Erhöhung privater Investitionen bei gleichzeitig sinkenden Staatsausgaben. Die Kapitalbilanz Ungarns sinkt nicht mit den sinkenden Staatsausgaben, womit diese Theorie nicht unterlegt wird.

Prognose

Zum Abschluss dieses Dossiers wird ein Ausblick in die zukünftige Entwicklung der Wirtschaftslage Ungarns dargestellt. In diesem Zusammenhang soll ein Überblick über die zukünftige Entwicklung von Wirtschaftswachstum, Arbeitslosigkeit und Inflation gegeben werden.

Aufgrund des Wirtschaftswachstums in den Vorjahren ist davon auszugehen, dass das BIP gegenüber 2007 um 2 % auf 102,97 Mrd. € im Jahr 2008 ansteigen wird. Im Jahr 2009 soll sich das BIP weiterhin positiv mit einer Steigerung von 3 % entwickeln [23]. Die ungarische Wirtschaft wird demnach wachsen, jedoch im Vergleich zu den anderen EU-Mitgliedstaaten in sehr kleinen Schritten. Der Export, der hauptsächlich auf die EU als Hauptnachfrager ausgerichtet ist, ist einer der wichtigsten Antriebskräfte der Wirtschaft, der sich jedoch in Zukunft in seiner Intensität abschwächen wird. Dies ist auf eingeschränkte Geschäftsmöglichkeiten in der EU zurückzuführen, wobei ein Ziel darin besteht, einen Teil der sinkenden Exportnachfrage durch steigende Inlandsnachfrage (hauptsächlich durch Investitionen) auszugleichen. Neben dem Export gehört die Industrie zu einem der wichtigsten Sektoren der Wirtschaft, wobei man davon ausgeht, dass diese bis Ende 2008 um 5 bis 6 % wachsen wird. Auch der Dienstleistungssektor profitiert von dieser Entwicklung und wird weiter zunehmen [24].

Durch den Abbau des Budgetdefizits auf 5,5 % des BIP im Jahr 2007 wird vermutet, dass es auch 2008 zu einer Reduzierung auf 4,0 % kommen könnte. Ob es dann in den Folgejahren auf 3 % fällt und dort verharrt, bleibt noch offen [25]. Für das Jahr 2009 plant die ungarische Regierung die Einführung einer Steuerreform mit Abgabensenkungen, welche in der ersten Jahreshälfte 2008 ausgearbeitet werden soll. Ziel ist es, die Abgabenlast bis 2010 auf rund 37,5 % zu senken, diese lag 2007 noch bei knapp 40 %. Zudem soll sich daraus eine Steigerung der internationalen Wettbewerbsfähigkeit ergeben [26].

Auf dem Arbeitsmarkt werden keine größeren Veränderungen prognostiziert. Es wird erwartet, dass die Arbeitslosenquote bei einem Wert von 7,9 verbleibt [27]. Dennoch liegt die Arbeitslosenquote nicht in allen Regionen gleichbleibend bei diesem Wert. In der Hauptstadt Budapest ist sie mit 4 % niedriger, wohingegen in den ländlichen Regionen mit 9 bis 11 % eine höhere Arbeitslosigkeit besteht. Auch in Zukunft wird es schwierig sein diese Struktur des Arbeitsmarktes zu ändern [28].

Mittelfristiges Ziel der Zentralbank ist es eine Inflationsrate von rund 3 % im Jahr 2008 zu erreichen. Dies dürfte 2009 nicht erlangt werden, da 2007 ein Anstieg auf 7,9 % erfolgte. Grund dafür war ein Anstieg der Weltmarktpreise für Nahrungsmittel und Energie. Anfang des Jahres 2008 erfolgte die Einführung freier Wechselkurse für die ungarische Währung Forint. Ziel dieser Maßnahme ist die Sicherung der Stabilität der Preise und eine höhere Flexibilität bei der Inflationsbekämpfung zu ermöglichen. Darüber hinaus gestattet dies die Teilnahme am Wechselkursmechanismus, welcher Voraussetzung für die Euroeinführung ist. Der Wechselkurs zum Euro muss über zwei Jahre stabil gehalten werden, wobei die Abweichungen bei plus/minus 15 % liegen dürfen. Ursprünglich war die Euroeinführung für das Jahr 2010 geplant [29]. Momentan halten Wirtschaftsbeobachter die Einführung des Euros im Jahr 2014 für realistisch [30].

Zusammenfassend kann man sagen, dass die Entwicklung Ungarns einem positiven Trend folgt. Die Senkung der Inflationsrate, das Wirtschaftswachstum, die Einführung flexibler Wechselkurse sowie die Verringerung der Staatsverschuldung ebnen den Weg zur Euroeinführung.

Einzelnachweise

  1. Auswärtiges Amt (März 2008), http://www.auswaertiges-amt.de/diplo/de/Laenderinformationen/01-Laender/Ungarn.html, 09.05.2008
  2. Europa-Infoshop (copyright 2000), http://www.europa-infoshop.de/Die_Union/Lander/Antragsteller/Ungarn/ungarn.html , 09.05.2008
  3. Europa-Das Portal der europäischen Union (2008), http://europa.eu/abc/european_countries/eu_members/hungary/index_de.htm, 09.05.2008
  4. Lange, Florian (2003),Ungarn Neue Märkte-Neue Chancen, http://www.eic.de/fileadmin/user_upload/eic_erw_hu.doc, 05.05.2008
  5. Auswärtiges Amt (Dez. 2007),http://www.auswaertiges-amt.de/diplo/de/Laenderinformationen/Ungarn/Bilateral.html, 09.05.2008
  6. Auswärtiges Amt (Nov. 2007),http://www.auswaertiges-amt.de/diplo/de/Laenderinformationen/Ungarn/Wirtschaft.html, 09.05.2008
  7. Wirtschaftsblatt (2008),Ungarn senkte sein Budgetdefizit 2007 auf 5,5 Prozent,http://www.wirtschaftsblatt.at/home/international/wirtschaftspolitik/320691/index.do, 09.05.2008
  8. Bundesagentur für Arbeit (2008),Arbeiten in Ungarn,http://www.ba-auslandsvermittlung.de/DE/LaenderEU/Ungarn/Arbeiten/arbeiten-knoten.html, 09.05.2008
  9. Wikipedia,http://de.wikipedia.org/wiki/Restriktive_Fiskalpolitik, 13.05.2008
  10. International Monetary Fund,http://www.imf.org/external/datamapper/index.php, 10.05.2008
  11. International Monetary Fund,http://www.imf.org/external/datamapper/index.php, 10.05.2008
  12. * Soweit keine Quellenangabe stammen die Daten aus der AMECO-Datenbank, http://ec.europa.eu/economy_finance/indicators/annual_macro_economic_database/ameco_applet.htm, 10.05.2008
  13. Länderprofil Ungarn S.7 http://www.edoc.difu.de/edoc.php?id=I1B3P5EX, 11.05.2008
  14. Länderprofil Ungarn S.8. http://www.edoc.difu.de/edoc.php?id=I1B3P5EX, 11.05.2008
  15. EU-Kommissionsbericht2 http://www.fifoost.org/ungarn/EU_Ungar_2002/node23.php, 11.05.2008
  16. Länderprofil Ungarn S.8. http://www.edoc.difu.de/edoc.php?id=I1B3P5EX, 11.05.2008
  17. Industrie Ungarn S.23 http://www.tobias-schiller.de/arbeiten/Altindustrie.pdf, 11.05.2008
  18. EU-Kommissionsbericht http://www.fifoost.org/ungarn/EU_Ungar_2002/node21.php, 11.05.2008
  19. Seite der ungarischen Nationalbank,http://englisch.mnb.hu/engine.aspx?page=mnben_monetarispolitika&ContentID=7166, 13.05.08
  20. Thompson Datastream, 20.05.08
  21. Michael Dauderstädt,Transformation und Integration der Wirtschaft der postkommunistischen Beitrittsländer, http://www.bundestag.de/dasparlament/2004/05-06/beilage/003.html, 10.05.08
  22. Vgl. Nordhaus, William D.; Samuelson, Paul A. (1998), Volkswirtschaftslehre, Übersetzung der 15. Auflage, Frankfurt/Wien: Ueberreuter Wirtschaft, S. 857
  23. Bundesagentur für Außenwirtschaft (2008),Kaum noch Wachstum in Ungarn vom 14.03.2008, https://www.bfai.de/DE/Navigation/Datenbank-Recherche/Laender-und-Maerkte/Recherche-Laender-und-Maerkte/recherche-laender-und-maerkte-node.html, Land – Ungarn, Zeitraum – Alle, 14.05.2008
  24. HILL International (2008), Ungarn: Wirtschaftszahlen, http://www.hill-international.at/Ungarn_Wirtschaftszahlen.4158.0.html , 16.05.2008
  25. Anders-Clever, Erika (2008), Wirtschaftstrends, Ungarn Jahresmitte 2008, S.4 vom 30.04.2008, https://www.bfai.de/DE/Navigation/home/home.html, Schnellsuche: Land – Ungarn, Thema auswählen – Wirtschaftsklima, 14.05.2008
  26. Bundesagentur für Außenwirtschaft (2008),Ungarn plant für 2009 neue Steuerreform vom 23.01.2008, https://www.bfai.de/DE/Navigation/Datenbank-Recherche/Laender-und-Maerkte/Recherche-Laender-und-Maerkte/recherche-laender-und-maerkte-node.html, Land – Ungarn, Zeitraum – Alle, 14.05.2008
  27. Anders-Clever, Erika (2008), Wirtschaftstrends, Ungarn Jahresmitte 2008, S.2 vom 30.04.2008, https://www.bfai.de/DE/Navigation/home/home.html, Schnellsuche: Land – Ungarn, Thema auswählen – Wirtschaftsklima , 14.05.2008
  28. Goethe-Institut Ungarn, Interview von Jürgen Clever (2008), Arbeit weltweit: Das Beispiel Ungarn, http://www.goethe.de/ins/hu/bud/ges/de3105792.htm , 16.05.2008
  29. Handelsblatt,Häring,Norbert (2008),Ungarn gibt Forint frei,http://www.handelsblatt.com/news/_pv/_p/203855/_t/ft/_b/1396832/default.aspx/index.html , 14.05.2008
  30. Volksgruppen-ORF (2008),Freie Wechselkurse für Forint,http://volksgruppen.orf.at/kroatenungarn/aktuell/stories/80718/ , 14.05.2008


AMECO-Datenbank, http://ec.europa.eu/economy_finance/indicators/annual_macro_economic_database/ameco_applet.htm

  1. 09.05.2008
  2. 09.05.2008
  3. 09.05.2008
  4. 05.05.2008
  5. 11.05.2008


Vgl. Blanchard, Olivier; Illing, Gerhard (2003), Makroökonomie, 3.aktualisierte Auflage, München: Pearson Studium

  1. S.223
  2. S.257
  3. S.255
  4. S.253
  5. S.253
  6. S.249
  7. S.254


Vgl. Blanchard, Olivier; Illing, Gerhard (2006), Makroökonomie, 4.aktualisierte Auflage, München: Pearson Studium

  1. S.274
  2. S.246
  3. S.279
  4. S.250
  5. S.528 - 529
  6. S. 232

Literatur

  • Blanchard, Olivier; Illing, Gerhard (2003), Makroökonomie, 3.aktualisierte Auflage, München: Pearson Studium, ISBN 3-8273-7051-5
  • Blanchard, Olivier; Illing, Gerhard (2006), Makroökonomie, 4.aktualisierte Auflage, München: Pearson Studium, ISBN 978-3-8273-7209-3, ISBN 3-8273-7209-7
  • Nordhaus, William D.; Samuelson Paul A. (1998), Volkswirtschaftslehre, 15. aktualisierte Auflage, Frankfurt/Wien: Ueberreuter Wirtschaft

Weblinks

Zeichenzahl: 40.578

Zeichenzahl ohne Wiwiwikispezifische Sonderzeichen: 38.491

Zeichenzahl ohne Wiwiwikispezifische Sonderzeichen und Einzelnachweise: 33.908

Zeichenzahl reiner Text: 31.162

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