Wettbewerbsfähigkeit Rumäniens 2008

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Rumänien ist seit dem 1.Januar 2007 Mitglied der Europäischen Union. Mit einer Fläche von 237.500 km² ist das Land etwa ein Drittel kleiner als Deutschland und bietet einen Verbrauchermarkt von über 21 Millionen Menschen. Gemessen an der Einwohnerzahl ist Rumänien nach Polen das zweitgrößte Land in Zentral- & Osteuropa und das siebt größte in der EU.

Rumänien befindet sich an einer geographisch günstigen Lage umgeben von weiteren wichtigen Handelsstandorten (Ungarn, Bulgarien, Ukraine), und ist somit die Schnittstelle von wichtigen Handelswegen. Das Land hat Zugang zu Fluss- und Seeschifffahrt und über den Donaukanal gelangt man schnell und einfach an das Schwarze Meer. Der wirtschaftlich wichtigste Hafen ist Constanta.

Die Hauptstadt, Bukarest, befindet sich im südöstlichen Teil Rumäniens und gilt als eine europäische Metropole. Mit über 2 Millionen Einwohner/innen gilt Bukarest als wirtschaftlicher Mittelpunkt Rumäniens , denn hier konzentrieren sich die Industrie und viele Dienstleistungsunternehmen.

Bild Rumänien.jpg

Internationale Wettbewerbsfähigkeit (Gruppenaufgabe)

Als Wettbewerbsfähigkeit bezeichnet man die Fähigkeit eines Landes, eines Sektors oder eines Unternehmens, im nationalen oder internationalen Wettbewerb zu bestehen. Weiterhin unterscheidet man zwischen ökonomischen (Produktivität, Lohnniveau) und nicht ökonomischen Größen (Bildung, politische Stabilität). Die Definition des Begriffs ist in der Wirtschaft unter Ökonomen sehr umstritten. Letztlich liegt keine allgemein akzeptierte Definition des Begriffs vor. [1]

Goldene Regeln der Wettbewerbsfähigkeit

  1. Schaffung einer stabilen gesetzgebenden Umgebung
  2. Aufbau einer ökonomisch-flexiblen Wirtschaftsstruktur
  3. Investition in traditionelle und technologische Infrastruktur
  4. Förderung privaten Sparens
  5. Aggressivität auf internationalen Märkten fördern und Attraktivität für ausländische Direktinvestition aufbauen
  6. Konzentration auf Qualität und Geschwindigkeit in den Regierungen und Verwaltungen
  7. Schaffung von Beziehungen zwischen Löhnen, Produktivität und Steuern
  8. Abschaffung der Lohnungleichheit sowie Stärkung der Mittelklasse
  9. Investition in Bildung, besonders in der lebenslänglichen Ausbildung von Arbeitskräften
  10. Schaffung einer Balance zwischen Globalität und Nähe um Wohlstand zu schaffen

(Stéphane Garelli) [2]

unterschiedliche Sichtweisen

Die internationale Wettbewerbsfähigkeit kann aus unterschiedlichen Sichtweisen charakterisiert werden. Im Hinblick auf

1. Unternehmen

wenn sie sich ohne staatliche Protektion (bspw. Subvention) gegen ausländische Konkurrenten behaupten kann.

2. Branchen

wenn sich die inländischen Unternehmen ohne branchenspezifische Protektion am Markt gegenüber ausländischer Konkurrenz behaupten können. Anhand der folgenden Formel lässt sich die internationale Wettbewerbsfähigkeit von Branchen berechnen: RW = (Xi - Mi / Xi + Mi) x 100 Häufiger wird auch der Index des "Revealed Comparative Adavantage (RCA) zur Bestimmung herangezogen.

3. Volkswirtschaften

Der Versuch, die internationale Wettbewerbsfähigkeit der Volkswirtschaft zu bestimmen, erfolgt durch Aggregation der Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen (Sektoren) des betreffenden Landes. Der Begriff der volkswirtschaftlichen Wettbewerbsfähigkeit ist in der volkswirtschaftliche Lehrmeinung zumindest umstritten, wird insbesondere von Außenwirtschaftlern überwiegend als theoretisch inhaltsleer kritisiert. [3] Umstritten deswegen, weil nicht Länder sondern Unternehmen auf den Märkten agieren. Eine Volkswirtschaft kann dann als international wettbewerbsfähig angesehen werden, wenn sie ihren Bürgern im internationalen Vergleich einen relativ hohen Wohlstand ermöglicht ohne die künftigen Einkommensgrundlagen der Volkswirtschaft zu gefährden. Gemessen werden kann eine Veränderung der Wettbewerbsfähigkeit ex post an der Positionierung beispielsweise beim Pro-Kopf-Einkommen.

Kriterien der internationalen Wettbewerbsfähigkeit

ability to sell: Wettbewerbsfähigkeit einer Volkswirtschaft definiert durch die Summe der Wettbewerbsfähigkeit aller Unternehmen eines Landes. Die Konkurrenzfähigkeit einer Nation ist die Fähigkeit, Produkte auf Auslandsmärkten zu verkaufen. Indikatoren:

  • preisliche - misst die Attraktivität der Güter über den Preis
  • nichtpreisliche - qualitative Faktoren werden berücksichtigt

ability to earn: Wettbewerbsfähigkeit einer Volkswirtschaft ist die Fähigkeit ein möglichst hohes Realeinkommen zu erzielen. Sie muss darauf ausgerichtet sein einen möglichst hohen und weiter steigenden Lebensstandard der Bevölkerung zu erwirtschaften. Indikatoren:

  • inputorientierte (Aufwendungen für FuE), outputorientierte (Patente), marktorientierte (Welthandelsanteil im Technologiebereich)
  • Arbeitsproduktivität je geleisteter Arbeitsstunde bzw. je Erwerbstätigkeit, Pro-Kopf-Einkommen

ability to adjust: Eine wettbewerbsfähige Nation soll ein hohes Realeinkommen und einen hohen Lebensstandard aufweisen. Besondere Bedeutung hat dabei die Dynamik der Volkswirtschaft - je schneller und effizienter sich das Land gegenüber den Konkurrenzländern entwickelt, verändert und ökonomischen Bedingungen anpasst. Indikator:

  • Die Anpassungsgeschwindigkeit, -dynamik, -effizienz - dargestellt durch Einkommensposition, Faktorausstattung usw.

ability to attract: Beschreibt die die Attraktivität einer Wirtschaftsregion für Investoren. Sie wird anhand der Standortfaktoren beurteilt. Indikator:

  • Saldo der ausländischen Direktinvestitionen, quantitative (Lohnkosten), qualitative (politische Stabilität).

Einzelaufgaben

Sektorale Leistungsfähigkeit im Außenhandel

Tabelle 1 enthält eine Übersicht über die Handels-Performance von Rumänien (nach dem Harmonisierten System). Die Daten entstammen dem Jahr 2006 und sind in Tausend Euro angegeben.

Tabelle 1: Die drei Sektoren nach dem HS2 System, mit dem größten Ausfuhrüberschuss
Industry Exports in value Imports in value Net trade in value Exports as a share of total exports (%) Imports as a share of total imports (%) Exports as a share of world exports (%) Imports as a share of world imports (%) Growth of exports in value (% p.a.) Growth of imports in value (% p.a.)
00 All industries 24.510.064    38.737.355    -14.227.291    100    100    0,26 0,41 14    20   
62 Articles of apparel, accessories, not knit or crochet 2.438.278    280.440    2.157.838    9,94 0,72 2,02 0,23 -1    1   
64 Footwear, gaiters and the like, parts thereof 1.290.974    371.685    919.289    5,26 0,96 2,27 0,61 1    5   
61 Articles of apparel, accessories, knit or crochet 859.057    234.032    625.025    3,50 0,60 0,77 0,22 0 4   
Trade Performance HS: Exports and imports of Romania (2006, in EUR thousands)

Es ist zu erkennen, dass die komplette Industrie in Rumänien ein Ausfuhrdefizit aufweist, d.h. es wird insgesamt mehr importiert als Güter in andere Länder exportiert werden. Das Ausfuhrdefizit beläuft sich auf 14.227.291T€. Der Exportwert ist im Vergleich zum Jahr 2005 um 14% angestiegen, aber auch der Importwert stieg um 20%. Rumänien ist demzufolge ein eher Importorientiertes Land. Dies lässt sich auch darauf zurückführen, dass die Industrie im Land noch nicht so hoch entwickelt ist, wie in moderneren Industrieländern, wie z.B. Deutschland und Japan. Des Weiteren werden in Tabelle 1 die drei Sektoren mit dem größten Ausfuhrüberschuss dargestellt. Der Sektor 62 (nach HS2) – Bekleidungsartikel und Accessoires, die nicht gestrickt oder gehäkelt sind – weist einen Ausfuhrüberschuss von 2.157.838T€ auf, bei einem Exportvolumen von 2.438.278T€ im Jahr. Der Sektor 64 (nach HS2) – Fußbekleidung, Gamaschen und dergleichen, Teile davon – weißt einen Ausfuhrüberschuss von 919.289T€ auf, bei einem Exportvolumen von 1.290.974T€ im Jahr. Hier ist zu erkennen, dass der Importanteil relativ hoch ist, was dazu führt, dass ein geringerer Ausfuhrüberschuss erzielt wird, als im Sektor zuvor. Der Sektor mit dem drittgrößten Ausfuhrüberschuss ist Sektor 61 (nach HS2) - Bekleidungsartikel und Accessoires, die gestrickt oder gehäkelt sind. Dieser Sektor weißt einen Ausfuhrüberschuss von 625.025T€ auf, bei einem Exportvolumen von 859.057T€. Bei allen drei Sektoren weist im Vergleich zum Jahr 2005 der Import ein höheres Wachstum auf als der Export. Zusammenfassend kann man sagen, Rumänien erzielt seinen größten Ausfuhrüberschuss mit Produkten aus der Bekleidungsindustrie und der Fußbekleidung. In diesen Sektoren wird also mehr exportiert als importiert.

Abbildung 1 zeigt noch einmal die drei Warengruppen mit dem größten Ausfuhrüberschuss. Basis für dieses Diagramm sind die Exportwerte der Warengruppen. Diese sind zu dem Gesamtexportwert (24.510.064T€) von Rumänien ins Verhältnis gesetzt. Insgesamt machen die 3 Sektoren (62, 64, 61) ca. 19% des gesamten Exportes von Rumänien aus.

S H 5.JPG


Tabelle 2 soll im folgendem die wichtigsten Güter der drei oben genannten Sektoren und deren Ausfuhrüberschüsse darstellen. Des Weiteren wird in einer Legende unter der Tabelle die Bezeichnung für die Güter, die nach dem HS4 Code aufgeführt sind, angegeben.

Tabelle 2: Die drei wichtigsten Güter, nach dem HS4 System, mit denen der größte Ausfuhrüberschuss in den 3 Sektoren erzielt wird.
  62: Bekleidungsartikel und Accessoires, die nicht gestrickt oder gehäkelt sind 64: Fußbekleidung, Gamaschen und dergleichen, Teile davon 61: Bekleidungsartikel und Accessoires, die gestrickt oder gehäkelt sind
  6204    6203    6206    6403    6405    6406    6110    6109    6108   
Ausfuhrüberschuss 836.340    572.088    298.608    637.428    120.751    91.522    213.663    86.476    65.381   
Handels-Performance HS: Ausfuhrüberschuss von Rumänien (2006, in Tausend Euro)
Legende:

62 Bekleidungsartikel und Accessoires, die nicht gestrickt oder gehäkelt sind

  1. 6204 Frauenanzüge, Mäntel, Kleider, Röcke etc. & Shorts
  2. 6203 Männeranzüge, Jacketts, lange Hosen und Shorts
  3. 6206 Blusen und T-Shirts für Frauen

64 Fußbekleidung, Gamaschen und dergleichen, Teile davon

  1. 6403 Fußbekleidung, Obermaterial aus Leder
  2. 6405 Fußbekleidung, „nes“
  3. 6406 Teile der Fußbekleidung, herausnehmbare Sohlen, Absätze, Polster, etc., Gamaschen

61 Bekleidungsartikel und Accessoires, die gestrickt oder gehäkelt sind

  1. 6110 Jerseys, Pullover, Wolljacken, usw., gestrickt oder gehäkelt
  2. 6109 T-Shirts, Turnhemden und andere Unterhemden, gestrickt oder gehäkelt
  3. 6108 Frauenslips und Panties, Schlafanzüge, Bademäntel, etc., gestrickt oder gehäkelt

Die wichtigsten Außenhandelspartner und der komparative Vorteil von Rumänien:

Italien mit einem gesamten Handelsvolumen (Export + Import) von 10.094.934T€ und Deutschland mit einem gesamten Handelsvolumen von 9.728.472T€ zählen zu den wichtigsten Außenhandelspartnern. Diese sind allein zu 31,34% am gesamten Export- und Importhandel von Rumänien beteiligt.

Die wichtigsten Außenhandelspartner für die o.g. Sektoren sind:
Sektor 62: Italien→ Deutschland→ Großbritannien→ Frankreich und Ungarn
Sektor 64: Italien→ Deutschland→ Frankreich→ Niederlande und Österreich
Sektor 61: Italien→ Frankreich→ Deutschland→ Großbritannien und Ungarn

Zur Darstellung des komparativen Vorteils nutze ich das Gravitationsmodell. Es basiert auf der Annahme, dass die Außenhandelsaktivitäten eines Landes, neben anderen Bedingungen, im Wesentlichen von der Entwicklung des Bruttoinlandsprodukt (BIP) und der geografischen Entfernung des Landes zu den wichtigsten Außenhandelspartnern abhängig ist. Daraus kann man ableiten, dass bei steigendem BIP mehr exportiert und importiert wird. Rumänien hat im Jahr 2006 ein BIP (zu Marktpreise) von 97,2 Mrd. €. Bei einer Einwohnerzahl von 21,57 Mio. entspricht das einem BIP pro Kopf von 4503€. Das BIP hat sich im Vergleich zum vorherigen Jahr um 7,7% gesteigert. Damit steigt auch das Außenhandelspotenzial. Des Weiteren wirkt sich in diesem Modell, eine zunehmende geografische Entfernung negativ auf die Außenhandelsaktivitäten eines Landes aus. Rumänien handelt hauptsächlich mit Ländern der EU, der es seit 2007 auch angehört. Die Entfernung zu Italien beträgt rund 1100km Luftlinie, zu Deutschland 1300km und zu Frankreich 1900km. Durch den Handel innerhalb der EU entfallen umfangreiche Grenzkontrollen und Zölle. Die geringe Entfernung zu den Handelspartnern erweißt sich als Vorteil. Ein weiterer Aspekt ist der geringe Stundenlohn, der bei ca. 1-2€/h für die rumänischen Arbeiter liegt. Somit können Güter, wie Bekleidung und Fußbekleidung relativ kostengünstiger hergestellt werden, als beispielsweise in Italien und Deutschland. Dies und die Ausstattung mit natürlichen Ressourcen (Erdöl, Erdgas) stellen auch den komparativen Vorteil des Landes dar.

Analyse der Außenhandelsstruktur

strukturelle Analyse

Struktur Analyse[4]

Die Exportstruktur Rumäniens wird in einem Portfoliodiagramm dargestellt.[5] Hierbei wird gezeigt inwieweit Rumänien relative Wettbewerbsvorteile, gemessen am Anteil der Weltmarktexporte besitzt. Im Gegensatz zur dynamischen Analyse handelt es sich hierbei um eine Zeitpunktbetrachtung des Jahres 2006.

4 Dimensionen der Matrix:

  • Underachievers / schwach im wachsenden Sektor
  • Champions / stark im wachsenden Sektor
  • Achievers in adversity /stark im abnehmenden Sektor
  • Declining industries / schwach im abnehmenden Sektor

dynamische Analyse

Dynamik Analyse[6]

Die Exportdynamik Rumäniens wird ebenfalls in einer Vier-Felder-Matrix dargestellt. Hierbei wird das Weltwachstum der Exporte gemessen und resultierend aufgezeigt wie die Marktattraktivität des Landes ausfällt. Es handelt sich hierbei um eine Zeitraumbetrachtung (2002-2006).

4 Dimensionen:

  • Verlierer im wachsenden Sektor
  • Gewinner im wachsenden Sektor
  • Gewinner im abnehmenden Sektor
  • Verlierer im abnehmenden Sektor


Betrachtet man die Portfolio-Matrix zur strukturellen und dynamischen Analyse, erkennt man 20 der bedeutendsten Exportgütergruppen aus der verarbeitenden Industrie. Das durchschnittliche Weltexportwachstum liegt bei 16,458%. Nach struktureller Analyse liegt der durchschnittliche Weltmarktanteil Rumäniens bei 0,283%.

Rumäniens exportstärkster Industriezweig Textilien- und Bekleidung generiert rund ein Viertel der rumänischen Exporte. Die diesen Zweig darstellende Blase in der strukturellen Analyse befindet sich im Sektor unten rechts(Achievers in adversity) und dokumentiert, dass sich bei diesen Produkten die Nachfrage unterdurchschnittlich entwickelt und fällt. Der weltweite Export in diesem Bereich ist um 9,45 % gestiegen. Rumänien trägt einen überdurchschnittlich hohen Weltmarktanteil von 1,62%. Nach dynamischer Analyse ist der Export seit 2002 rückläufig und der Anteil am Weltmarkt um 6,52 % gesunken. Er wird somit in der Matrix der dynamischen Analyse als Verlierer im abnehmenden Sektor dargestellt. Als exportschwacher Industriezweig im abnehmenden Sektor der strukturellen Analyse ist der Fahrzeugbau dargestellt. Der Weltmarktanteil beläuft sich auf 0,12% (2006)und liegt somit deutlich unter dem durchschnittlichen Weltmarktanteil aller Produkte. Der Export dieses Industriezweigs ist weltweit seit 2002 um 10,88 % gestiegen. Dynamisch betrachtet befindet sich der rumänische Fahrzeugbau jedoch als Gewinner im wachsenden Sektor mit einem um 93,07 %igen gestiegenen Weltmarktanteil. Als Champion im wachsenden Sektor der strukturellen Analyse erweist sich die Petrochemie mit einen Weltmarktanteil von 0,63 %.Der Export hat sich weltweit seit 2002 um 31,99% gesteigert. Bezogen auf die Zeitraumbetrachtung ist der Weltmarktanteil für rumänische Petroleumprodukte um 9,64% gestiegen und befindet sich somit ebenfalls in der dynamischen Analyse als Gewinner im wachsenden Sektor. In der strukturellen Analyse ist ein weiterer Champion im wachsenden Sektor zu erkennen, die Herstellung von Eisen und Stahlprodukten. Der rumänische Weltmarktanteil liegt 2006 bei 0,69%. Die Herstellung von Eisen und Stahl befindet sich jedoch in der Zeitraumbetrachtung (2002-2006) auf der Schwelle zum Verlierer in diesem wachsenden Sektor. Rumänien weist einen Anteilsrückgang von 1,68 % auf.


Erklärungsfaktoren und Triebkräfte

Produktivitätsentwicklung


In denn letzten Jahren kam es zu einer positiven Entwicklung der Arbeitsproduktivität. Dies ist auf hohe Investitionen in die technologische Entwicklung und Infrastruktur zurückzuführen. Lange war die Arbeitsproduktivität in Rumänien aufgrund veralteter Industrieanlagen sehr niedrig. Die ökologisch bedenklichen und volkswirtschaftlich unsinnigen Anlagen erforderten einen hohen Personaleinsatz bei zu geringem quantitativem Output. Unter dem Druck der Europäisierung wird die Wirtschaft unter hohen Transformationskosten nun an den europäischen Standard herangeführt, liegt aber im Betrachtungszeitraum immer noch unter dem EU-Durchschnitt.[7]

reale Austauschverhältnisse


Das reale Austauschverhältnis zwischen den importierten und exportierten Waren (egl.:terms of trade goods)ist seit 2002 stetig gestiegen. Dieses ist ein Indikator für Wohlstandsmehrung. Das Wachstum dieser Maßzahl ist auf eine Zunahme der Exporte und deren Preise zurückzuführen, was mitunter auf die Angleichung rechtlicher Rahmenbedingungen in der EU zurückzuführen ist. Handelshemnisse wurden gemindert. Desweiteren wurden ausländische Investitionen vor allem in die Fahrzeugindustrie getätigt[8] und somit ist eine Verdopplung des Exportes in diesem Industriezweig zu verzeichnen.Der enorme Anstieg des Exportvolumens ist hauptsächlich auf das im Renault-Werk gefertigte Billigauto Dacia Logan zurückzuführen.


Globale Schocks finden in unserer Zeitraumbetrachtung keinen Einschlag.

Sektorale Standortattraktivät

Als (Auslands-)Direktinvestition (engl. Foreign Direct Investment, FDI) bezeichnet man die finanzielle Beteiligung eines Investors (Direktinvestor, Muttergesellschaft) an einem Unternehmen in einem anderen Land (Direktinvestitionsunternehmen, Tochtergesellschaft).[1]

Die ausländischen Direktinvestitionen Rumäniens erreichten im Jahr 2006 ein Rekordvolumen in Höhe von 11,365.2 Mio.US$ Im Vergleich zum Jahr 2003 erhöhten sie sich um ca. 54,9%. Allerdings stammen ca. 25% der gesamten Direktinvestitionen aus dem Verkauf von 36,8% der Aktien der Banca Comerciala Romana BCR an die Erste Bank. In der folgenden Tabelle ist zu erkennen, dass der Sektor Finanzwesen die wichtigste Zielbranche ausländischer Investoren ist. Etwa ein Drittel der Investitionen waren Darlehen der Muttergesellschaften an ihre rumänischen Tochtergesellschaften. Die Liste der registrierten Unternehmen in Rumänien wird von Italien (Stand 2006: 21.519) angeführt, gefolgt von Deutschland (Stand 2006: 14.214) und Frankreich (Stand 2006: 4.691). [2]

Industriezweig Absolute ausländische Investitionen 2006 (in m US$) Investitionsbestand 2006 (in m US$) Investitionen je Einwohner (in US$)
Finanzwesen 4.916,50 10.106,70 227
Groß- und Einzelhandel 1.324,60 5.540,60 61
Geschäftsaktivitäten 1.250,20 4.080,10 58
Metall und Metallprodukte 562,30 3.749,50 26

Durch die günstige geografische Lage ist Rumänien einer der wichtigsten Standorte in Südosteuropa. In den letzten Jahren wurden zahlreiche Industrie- und Logistikparks in der Nähe von Industriebetrieben, vor allem in West- und Zentralrumäniens, errichtet und entwickelt. Dadurch konnte die industrielle Entwicklung vorangetrieben werden und die Standorte wurden somit attraktiver für ausländische Investoren. Des weitern bietet Rumänien seinen Investoren zahlreiche Rohstoffquellen (ÖL, Gas, Kohle, Holz und Mineralwasser), steuerliche Begünstigungen, qualifizierte Arbeitskräfte und niedrige Bruttolöhne, die es den ausländischen Investoren ermöglichen ihre Produkte hier günstiger herzustellen, als in ihrem Land. Obwohl das Bruttoeinkommen der Bevölkerung recht niedrig ist, verfügen die meisten Haushalte über Wohneigentum. Ihnen steht also fast das gesamte Einkommen für den Konsum zur Verfügung. Daraus ergibt sich auch das starke Wirtschaftswachstum und die Zunahme des Konsums um. Mit der steigenden Kaufkraft wird der rumänische Markt interessanter für bedeutende internationale Einzelhändler. Durch die anhaltende Landflucht, gibt es in den Städten einen beträchtlichen Bedarf an Büroflächen und Wohnungen, somit ist dies eine gute Gelegenheit für ausländische Bauunternehmer.[3]

komparativer Vorteil und Faktorsubstitution

Ein Land verfügt bei der Herstellung eines Gutes dann über einen komparativen Vorteil, wenn die Opportunitätskosten für dessen Produktion, ausgedrückt in anderen Gütern, in diesem Land niedriger sind als in einem anderen Land. [9]

Aus der Tabelle kann entnommen werden, dass Rumänien den größten Außenhandelsüberschuss im Bereich Koks, Ölprodukte und Brennstoffe hat. Der Hauptabnehmer ist die Türkei (16,8%), gefolgt von Bulgarien (12,4%). Der zweit größte Außenhandelüberschuss ist im Bereich Textil- und Bekleidungsindustrie. Hier gehen die meisten Exporte an die Länder Italien (43,6%) und Deutschland (17,1%). Ein Außenhandelsüberschuss liegt vor, wenn die Exporte größer sind als die Importe. Deshalb handelt es sich in diesen Sektoren um einen komparativer Vorteil.

Als Faktorsubstitution bezeichnet man den Austausch von Produktionsfaktoren. Ziel ist es, nach dem ökonomischen Prinzip die gegebenen Produktionsfaktoren so zu kombinieren dass der maximale Output erreicht wird oder die gegebene Ausbringungsmenge mit dem minimalen Einsatz von Inputfaktoren zu erstellen. [4] Die größten Außenhandelsdefizite Rumäniens liegen in den Bereichen Maschinen und Anlagen, sowie im Bereich Chemie und chemische Produkte. Die Hauptimporteure für Maschinen und Anlagen sind Deutschland und Italien (jeweils 23%). Im Bereich der Chemie und chemischen Produkte liefern Deutschland (17,8%) und Frankreich (11,5%) am meisten. Ein Außenhandlesdefizit liegt vor, wenn die Importe größer sind als die Exporte. Deshlab kann man hier von einer Faktorsubstitution srechen.

Industriezweig Außenhandelssaldo Gütergruppen-Außenhandels-Koeffizient
Koks, Ölprodukte und Brennstoffe 2,215.1 58 %
Textil- und Bekleidungsindustrie 1,691.3 13 %
sonstige Dienstleistungen 865.7 12 %
Chemie und chemische Produkte -3,183.7 -47 %
Maschinen und Anlagen -3,251.0 -39 %
  • alle Angaben von 2006 in Mio.US$

Analyse der ausländischen Direktinvestition

Seit dem es Handel gibt, gibt es auch grenzüberschreitende Wirtschaftsbeziehungen. Damit man diese wirtschaftliche Vernetzung besser finanzieren kann gründen Firmen in den ausländischen Stützpunkten Niederlassungen. Durch diese Handelsaktivitäten wurden die Firmen zu multinationalen Unternehmen, deren Investitionen die sie im Rahmen ihrer internationalen Handelstätigkeit machten als ausländische Direktinvestitionen (FDI) bezeichnet werden.

"Als FDI bezeichnet man die finanzielle Beteiligung eines Investors an einem Unternehmen in einem anderen Land, die meist dazu bestimmt ist, mögliche Markteintrittsbarrieren zu umgehen und die nach Art und Umfang dazu bestimmt ist, einen dauerhaften Einfluss auf die Geschäftspolitik dieses Unternehmens auszuüben. Gemäß internationalen Standards ist von dem geforderten "dauerhaften Einfluss" auszugehen, wenn die Beteiligung mindestens 10 % des Kapitals des Direktinvestitionsunternehmens ausmacht." [10]

Um kategorisieren zu können um welche Art von ausländischer Direktinvestition es sich handelt versucht man vorliegende Daten 4 Motiven zuzuordnen.

1. market-seeking (absatzorientierte) Unter dieses Motiv fallen der Zugang zu neuen Volumen- und Wachstumsmärkten, der Aufbau einer langfristigen Markt- und Wettbewerbsposition sowie die Entwicklung neuer Produkte. Zur Prüfung dieses Motivs wird das Gravitationsmodell herangezogen, welches annimmt, dass der Handel zwischen zwei Ländern abhängig ist von der Marktgröße und der Entfernung der Partnerländer.

2. efficiency-seeking (effizienzorientierte) Hier geht es um die Verbesserung der Effizienz bzw. der Beschleunigung der Restrukturierung einzelner Funktionsbereiche. Überprüfen lässt sich dies mit dem Ricardo-Modell

3. resource-seeking (beschaffungsorientierte) Dieses Motiv betrachtet den Zugang zu neuen Ressourcen, die Suche nach qualifiziertem Personal, Inanspruchnahme von Vergünstigungen und staatlichen Anreizen. Durch das Heckscher-Ohlin-Modell kann man dieses Motiv näher beleuchten.

4. created asset-seeking (wertorientierte) Das letzte Motiv bezieht sich nicht auf die Faktorausstattung mit dem Rohstoffen, sondern auf den Zugang zu technologischen Wissen durch die Investition in Hochtechnologieregionen. Weiterhin durch Gründung von Gemeinschaftsunternehmen, durch Unternehmensfusionen und -aufkäufe. Auch hier bietet sich das H-O Modell, bezogen auf das Humankapital, zur Veranschaulichung an.

FDI.JPG
Direktinvestition.JPG

Im Bezug auf Rumänien kann man erkennen, das in das Land insgesamt 11,365.2 Millionen US $ investiert wurden. Der größte Teil, nämlich 8,493.2 Mio. US $ wurden in den "Tertiary Sector" investiert. Also in den Sektor der Bildung, Gesundheit und Finanzen. Das investieren in den 3. Sektor wird vorgenommen auf Grund von Markterschließungsgründen und dem Ausnutzen von Kostenvorteilen. Da Rumänien momentan noch relativ "unerschlossen" ist versuchen Unternehmen die meisten Vorteile für sich zu ziehen, bevor auch dieses Land ein relativ hochentwickeltes Land darstellt. Unter anderem werden hierbei Steuervorteile genutzt und die niedrigen Lohnkosten, aber auch die Formbarkeit der dort vorhandenen Einwohner in dem man in deren Bildung investiert. Erst wenn der größte Teil des Landes erschlossen ist wird mehr und mehr auch in den ersten und den zweiten Sektor investiert. Also in die Land- und Forstwirtschaft sowie in die technologische Entwicklung des Landes, also das Anschaffen von Maschinen. Im direkten Vergleich aller Länder belegt Rumänien im "Tertiary" Sektor den 17 Rang, angeführt wird diese Statistik von Großbritannien. Wenn man nun betrachtet welche Länder am meisten in andere investieren, lässt sich erkennen das Rumänien "nur" den 151. Platz belegt. Das dieses Ergebnis nicht überrascht liegt an der Tatsache das Rumänien nicht über die Mittel und das Wissen verfügt in andere Länder investieren zu können.

Letztendlich kann man sagen das bezogen auf die Motive der ausländischen Direktinvestition in Rumänien derzeit am meisten in die absatzorientierten (market-seeking) und beschaffungsorientierten (resource-seeking) Motive investiert wird.

Sektoraler Wettbewerb um ausländische Direktinvestitionen

Ausländische Direktinvestitionen sind Kapitalströme, bei denen ein Unternehmen in einem Land, indem es nicht ansässig ist eine Niederlassung gründet. Die ausländischen Direktinvestitionen (ADI) sind im ersten Quartal 2008 im Vergleich zu 2007 um rund 38% auf 1,676 Mdr. EUR angewachsen. [11] ADI erreichten 2006 einen neuen Rekordwert von 9 Mrd. EUR. Das ist beinahe das Doppelte zum Vorjahr 2005 und entspricht ca. 9% des geplanten Bruttoinlandproduktes (BIP) des Landes. [12] Ende 2006 lagen die Bestände der ADI bei 30,9 Mrd. €. Entscheidenden Anteil an diesem Ergebnis hatte die Übernahme der Banca Comerciala Romana (BCR) durch die Erste Bank. Investoren haben besonderes Interesse an den Branchen wie Kfz- und Nahrungsmittelindustrie sowie Immobilien. Länder mit ausländischer Kapitalbeteiligung waren:

Die wichtigsten Investoren 2005

Anteile
Niederlande 19,5%
Österreich 15,4%
Deutschland 10,7%
Griechenland 8,5%
Frankreich 8,4%

Die meisten Investitionen flossen bis 2005 in die Bereiche Industrie (52%), professionelle Dienstleistungen (21,7%), Groß-und Einzelhandel (14,9%), Transporte (7,1%), Tourismus (1,8%), Bauwesen (1,7%),und Landwirtschaft (0.9%). [12]

Überblick ADI/Million of Dollars

ADI Zufluss 2004 2005
Import 6.517 6.388
Export 70 -13
ADI Bestand
Import 20.523 23.818
Export 294 242

ADI werden im Folgenden nach den einzelnen Sektoren (gem. dem harmonisierten System) von Rumänien mit Sektoren konkurrierender Länder verglichen. Diese Sektoren sind u.a.: Rohoel, Textilien/Leder und Maschinenbau. Sie weisen ein hohe Standortattraktivität auf. Die Qualität eines Standorts wird durch dessen Ausstattung und die Rahmenbedingungen determiniert. ability to attract kann gegliedert werden in Standortattraktivität = Wettbewerbsvorteilund Standortfaktoren. Standortfaktoren können sektoraler oder allgemeiner Natur sein. Allgemeine Faktoren können wiederum unterteilt werden in harte = quantitative Faktoren. Dies sind bspw. Lohnkosten oder Abgabenbelastung und in weiche = qualitative Faktoren. Welche bspw. politische Stabilität, Bildung, soziales Klima beinhalten. Sektorale Faktoren sind bspw. Rohstoffressourcen. Aber auch regionale oder lokale Standortfaktoren sind wichtig für den Wettbewerb wie z.B. Arbeitsmarkt, Infrastuktur. So lag der Dienstleistungssektor 2006 bei 55,8 % des BIP, der Industriesektor wuchs auf 44,9 %. Ein attraktiver Standort für ressourcenintensive Direktinvestitionen ist Rumänien aufgrund des Vorhandenseins einer Vielzahl von Rohstoffen (= sektoral) und der land- und forstwirtschaftlichen Nutzfläche (= sektoral) sowie des gemäßigten kontinentalen Klimas. Rumänien verfügt über komparative Vorteile bei den ressourcen- und arbeitsintensiven (= allgemein) Sektoren, d.h. die ADI sind in diesem Bereich verstärkt worden durch eine höhere Zuflussrate. So verfügt ein Land bei der Herstellung eines Gutes dann über einen komparativen Vorteil, wenn die Opportunitätskosten für dessen Produktion, ausgedrückt in anderen Gütern, in diesem Land niedriger sind als in anderen Ländern. Ein Großteil der ADI ist bis 2004 in die verarbeitende Industrie geflossen. Vor allem die Exporte aus der Textilindustrie, Metall- und Metallprodukte, von Maschinen und Produkten im Fahrzeugbau ist überdurchschnittlich gestiegen. Dominierende Sektoren: Textil- und Bekleidungsindustrie - generiert ca 1/4 der rumän. Exporte (durch zunehmende Konkurrenz auf den internationalen Märkten ist Rumänien dabei sich aus dem Billiglohnsegment zu lösen) Maschinenbau - besonders Kfz- und Kfz-Zulieferindustrie IT-Technologien und Software - Vorteil durch Verfügbarkeit hochqualifizierter rumän. Fachkräfte Bau- und Baustoffindustrie - die Wachstumsraten liegen weit über dem allgemeinen Wirtschaftswachstum Erdöl (Petroleum)

Vergleich der Sektoren zum Bestand der ADI

wichtige Wettbewerber bezogen auf die Sektoren: Rohöl, Textilien/Leder und Maschinenbau 2006

Oel Rang Textilien/Leder Rang Maschinenbau Rang
Rumänien (2,720.9) 6 Rumänien(738.8) 5 Rumänien (563.7) 11
Thailand (1,915.0) Thailand (788.0) Ukraine (908.0)
Dänemark (3,604.1) Canada (506.7) Japan (707.8)
Russland (15,536.0) Slovenien (260.9)

Auswertung:

  • ÖL: 2005 hatte Rumänien noch den Rang 8
  • Textilien/Leder: 2005 hatte Runänien noch den Rang 7 mit 543.5
  • Maschinenbau: 2004 und 2005 war Rumänien noch auf Rang 18

Prozentuale Steigerung der ADI im Vergleich

In Millionen US$ Bestand Durchschn. Steigerung seit 2003
Sektoren 2006 2005 2004
Rohöl 2,270.9 1,756.6 1,656.3 448,30%
Textilien und Leder 738.8 552.1 543.5 191%
Maschinenbau 1,850.4 1,311.8 1,171.4 40,6%


Vorteile

Durch die geografische Gegebenheiten = sektoraler Natur, die Rumänien besitzt, wie z.B. Zugang zum Schwarzen Meer, direkte Verbindung zu Westeuropa über den Rhein-Main-Donau-Kanal, internationale Flughäfen über das Land hat Rumänien komparative Vorteile durch geringere Transaktionskosten im Bereich des Transports. Durch die geogr. Nähe zu den EU-Ländern Ungarn und Bulgarien intensivere Handelsmöglichkeiten mit diesen Ländern. Komparativer Vorteil durch geringere Transaktionskosten auch im Bereich Kommunikation durch geschichtl. begründete heute noch existierende deutsche Schulen und Hochschulen.

Handelsbarrieren

Staatliche Auflagen wie z.B. Vorschriften über zu investierende Mindesbeträge, Auflagen die den Anteil der im Inland beschafften Vorleistungen betreffen, der Beschäftigung inländischer Arbeitnehmer, das Verbot mit inländischen Unternehmen in Konkurrenz zu treten, können bei den Investoren zu höheren Kosten, geringerer Qualität ihrer Produkte oder zur Einschränkung ihrer untern. Flexibilität führen.

Fazit

In den letzten Jahren hat sich Rumänien wirtschaftlich sehr stark entwickelt. In den dominierenden Industriezweigen Maschinenbau,Chemie und Ölindustrie vollzieht sich ein Strukturwandel.Der beschäftigungsreichste, bedeutendste Sektor der Textil und Bekleidungsindustrie ist aufgrund der hohen Konkurrenz auf internationalen Märkten dabei, in anspruchsvollere Textilsektoren vorzudringen. Vorallem der Wirtschaftszweig Maschinenbau und dessen Bereiche Ausrüstungen, Schiffsbau und Kraftfahrzeuge sind wettbewerbsfähig und zukunftsträchtig. Besonders hervorzuheben wäre hier die Kfz-Industrie. Der Bereich IT-Technologien und Software entwickelt sich ebenfalls sehr erfolgreich und die Bau und Baustoffindustrie verzeichnete einen regelrechten Boom.[13] Für diese Branche wird für die Jahre 2006-2010 ein Wachstum von jährlich 10-12% erwartet. Rumänien kann dennoch auf einige Schwierigkeiten zurückblicken.Die angespannte Arbeitsmarktlage und der Mangel an qualifizierten Arbeitskräften[14], haben dazu geführt, dass die Löhne in der Privatwirtschaft viel schneller stiegen als die Produktivität. Gleichzeitig stiegen die Lohnkosten. Dies nährt die Inflation und drohte Rumäniens Wettbewerbsfähigkeit zu beeinträchtigen. Dies macht es umso dringender erforderlich, neue dauerhaftere Wachstumsquellen zu erschließen und mehr Innovation zu fördern. Trotz der am Anfang genannten Fortschritte wird die wirtschaftliche und soziale Entwicklung Rumäniens noch durch eine schwache öffentliche Verwaltung behindert. Jedoch ist diese von Nöten bei der Durchsetzung der Wettbewerbsvorschriften, den Aufsichts und Regulierungsbehörden, sowie bei der Gewährleistung eines Justizsystems, denn die Korruption beeinträchtigt noch die Rahmenbedingungen der Unternehmen und den Zugang zu öffentlichen Dienstleistungen sowie deren Qualität. In dem Bericht zur weltweiten Wettbewerbsfähigkeit 2008 belegt Rumänien aktuell den 45. Platz.[15] Rumäniens stark wachsende Wirtschaft zeigt deutliche Zeichen der Überhitzung mit einem sehr hohen und zunehmenden Zahlungsbilanzdefizit, einer zunehmenden Verknappung der Arbeitskräfte, hohen Lohnerhöhungen und einem raschen Anstieg der Kreditaufnahme der privaten Haushalte, was den Inflationsdruck erhöht hat.Das BIP pro Kopf sowie die Erwerbsquote liegen derzeit noch deutlich unter dem EU-Durchschnitt. Rumänien steht vor der Herausforderung, diesen makroökonomischen Schwächen rasch zu begegnen und gleichzeitig die Strukturreformen zu beschleunigen, um seine Wettbewerbsfähigkeit zu stärken und die Wirtschaft bei allmählich abnehmenden Niedriglohnvorteilen auf innovativere und hochwertigere Aktivitäten auszurichten.

Einzelnachweise


Literatur

Paul R. Krugmann, Maurice Obstfeld, Internationale Wirtschaft, 6. Auflage

Weblinkes

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