Wettbewerbsfähigkeit Luxemburg 2008

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Einleitung

Allgemeines

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Das Großherzogtum Luxemburg ist eine konstitutionell parlamentarische Monarchie in Westeuropa und somit Mitglied der EU. Es grenzt an Frankreich, Deutschland und Belgien und bildet mit Belgien und den Niederlanden die Beneluxstaaten. Obwohl es mit 2586 km² zweitkleinster Staat der EU ist, ist es eine der wachstumsstärksten (5% im Jahr 2007) und erfolgreichsten Volkswirtschaften (Einnahmen $14,29 Milliarden / Ausgaben $13,92 Milliarden im Jahr 2007) der EU. Dazu tragen vor allem der Dienstleistungssektor mit starken Banken und Versicherungsgewerbe, die geringe Mehrwertsteuer von nur 15% und die geringe Steuerbelastung bei. Das BIP pro Kopf ist mit $80.800 (2007) das zweit höchste weltweit und ist fast doppelt so groß wie der EU Durchschnitt. Die Arbeitslosenquote liegt nur bei etwa 4% bei einer Einwohnerzahl von 476.500. und die Bevölkerungsdichte beträgt 181 Einwohner/ km ² wobei 92% der Einwohner in Städten leben. Die größte Stadt ist die Hauptstadt Luxemburg mit ca. 83.800 Einwohnern. Auch die Infrastruktur ist hier gut ausgeprägt: Es ist ein dichtes Netz von Nationalstraßen mit insgesamt 2873 km Länge (davon 125 km Autobahn), Eisenbahnstrecken von 274 km Länge, ein internationaler Flughafen in Findel sowie eine rege Binnenschifffahrt vorhanden. Der bedeutendste Hafen ist der Moselhafen am wichtigsten Fluss des Landes.
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Begriff der Internationalen Wettbewerbsfähigkeit

Worin die internationale Wettbewerbsfähigkeit einer Nation besteht und welche Indikatoren dabei eine Rolle spielen, ist in der Wissenschaft noch immer umstritten. Allgemein kann man Internationale Wettbewerbsfähigkeit aber als die Fähigkeit eines Landes im internationalen Wettbewerb zu bestehen, definieren, sprich Investitonen von dritt Ländern zu generieren.

Ein Grund für die fehlende Defenition ist die Auslegungsfähigkeit des Begriffs sowie die differenzierten Meinungen der Fachleute.

Heute existieren zahlreiche Ansätze der internationalen Wettbewerbsfähigkeit von Nationen. Die ersten entstanden auf Grundlage der Konzeption von Balassa. Dieser definiert, dass die Wettbewerbsfähigkeit aller Unternehmen eines Landes als die Wettbewerbsfähigkeit einer Volkswirtschaft insgesamt. Im internationalen Vergleich ist eine betrachtung der ability to adjust(wie wird auf Veränderungen des internationalen Marktes reagiert) ein wichtiger Faktor. Weiter wird besonders auf steuerliche Indikatoren, Infrastruktur und die politische bzw. rechtliche Stabilität des Landes geachtet.

Es ergeben sich im Ganzen betrachtet für jedes der Konzepte gravierende Mängel. Deshalb wird diese Form der Betrachtungsweise von zahlreichen Sachverständigen abgelehnt. Weiterhin können die Indikatoren der Wettbewerbsfähigkeit nicht uneingeschränkt von der Mikroökonomie auf die Makroökonomie übertragen werden. Das bedeutet, dass die Volkswirtschaft nicht als umfassendes Gebilde betrachtet werden kann, da Sie z.B. auch nicht Wettbewerbsunfähing bzw. insolvent werden kann.

Als Kriterium für die internationale Wettbewerbsfähigkeit Luxemburgs kann man zunächst die Steuerpolitik nennen. Hervorzuheben ist die gut ausgebaute Infrastruktur, sowie zahlreiche technologische Innovationen und damit verbundene Förderungsprogramme. Nach außen trägt Luxemburg ein positives Image, insbesondere durch die niedrige Arbeitslosenquote und Inflationsrate. Somit bietet sie eine relativ hohe attraktivität.

Cofaktoren der Wettbewerbsfähigkeit Luxemburgs

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Kriterien der Internationalen Wettbewerbsfähigkeit

ability to sell

Die nach Bela Balassa benannte Konzeption der „ability to sell“ bezeichnet die Wettbewerbsfähigkeit eines Staates als das Resultat der Wettbewerbsfähigkeit aller Unternehmen eines Staates. Die Leistungsfähigkeit die eigenen Produkte auf ausländischen Märkten abzusetzen und somit zu verkaufen steht dabei an Erster Stelle. Die Wettbewerbsposition vergleicht die Veränderung der Wettbewerbsfähigkeit im zeitlichen Ablauf, sie geschieht somit nicht zeitpunktorientiert. Teilbereiche zur Bestimmung der Wettbewerbsfähigkeit nach außenwirtschaftlichen Ansätzen ist die Preiswettbewerbsfähigkeit und die Nichtpreiswettbewerbsfähigkeit. Die Preiswettbewerbsfähigkeit wird als die Fähigkeit, Waren zu wettbewerborientierten Preisen an den internationalen Märkten zu offerieren, definiert. Degegen werden bei der Nichtpreiswettbewerbsfähigkeit qualitative Kriterien, wie Service und Haltbarkeit, eingesetzt.

ability to earn

Eine weitere Möglichkeit den Begriff der internationalen Wettbewerbsfähigkeit zu definieren legt die „ability to earn“ dar. Unter der Implizierung von gesamtwirtschaftlichen Gesichtspunkten wird internationale Wettbewerbsfähigkeit als die Fähigkeit eines Staates, sein reales Einkommen bzw. den Lebensstandard der Bevölkerung zu steigern, definiert. Weitere Teilgebiete sind die Produktivität der inländischen Unternehmen, welche bespielsweise durch die Arbeits- u. Kapitalproduktivität gemessen wird, und auf der anderen Seite die technologische Wettbewerbsfähigkeit, welche sich durch die Arbeitsproduktivität je geleistete Arbeitsstunde, z. Bsp. messen lässt.

ability to adjust

Genau wie die Vertreter der "ability to earn" sind die Vertreter der "ability to adjust" der Auffassung, dass eine wettbewerbsstarke Nation sowohl ein möglichst hohes Realeinkommen als auch einen hohen Lebensstandard aufweisen sollte. Im Gegensatz steht hier jedoch die dynamischen Anpassungsfähigkeiten einer Nation im Vordergrund. Wettbewerbsfähigkeit heißt hier, dass ein Land in der Lage sein muss, sich schneller an veränderte ökonomische Bedingungen anzupassen als seine Konkurrenten. Die Messung der Wettbewerbsfähigkeit erfolgt hierbei über die Anpassungsgeschwindikeit, -dynamik und -effizienz. Hierfür werden Indikatoren wie beispielsweise die Faktorausstattung oder die relative Einkommensposition herangezogen.

ability to attract

Bei dieser Auffassung liegt das Hauptaugenmerk auf der Standortdiskussion. Einerseits sei die Attraktivität eines Wirtschaftsstandortes mit dem Begriff der internationalen Wettbewerbsfähigkeit gleichzusetzen, andererseits soll die internationale Wettbewerbsfähigkeit anhand der Standortfaktoren eines Landes beurteilt werden können. Für beide Auffassungen finden sich Vertreter. Als Indikatoren zur Messung der Wettbewerbsfähigkeit werden bei der "ability to attract" sowohl quantitative Faktoren, wie z.B. die Lohnkosten und die Abgabenbelastung, aber auch qualitative Faktoren, wie z.B. die Bildung, der soziale Frieden oder die politische Stabilität, herangezogen.

Einzelaufgaben

Sektorale Leistungsfähigkeit im Außenhandel

Im folgenden wird die sektorale Leistungsfähigkeit mit Hilfe der "Trade Competitiveness Map"[1] untersucht. Alle Waren werden dort in das Harmonisierte System(HS) eingeteilt, welches auf einem sechsstelligen Code basiert. Insgesamt bietet das HS 5223 Codenummern, denen ein Zollsatz zugeordnet werden kann. Das HS wurde mit dem "Internationalen Übereinkommen über das Harmonisierte System zur Bezeichnung und Codierung der Waren" vom 14. Juni 1983 eingeführt. Derzeit sind 102 Staaten Vertragspartei des Harmonisierten Systems. [2]

Die drei stärksten Sektoren (2006)

Die Tabelle zeigt die drei stärksten Sektoren Luxemburgs(L) nach dem zweistelligen Harmonisierten System(HS2), gemessen am Ausfuhrüberschuss. Den Ausfuhrüberschuss erhält man durch Subtraktion der Importe von den Exporten. Diese Sektoren werden in die wichtigsten Warengruppen nach dem vierstelligen Harmonisierten System(HS4) weiter aufgeschlüsselt.

Sektoren Export in TSD US$ Import in TSD US$ Ausfuhrüberschuss (EX- IM) in TSD US$
HS2- 00 Alle Industrien 14.183.096 19.640.455 -5.457.359
1. HS2- 72 Eisen und Stahl 2.723.974 2.125.500 598.474
HS4- 7216 Winkel, Formteile, Eisenabschnitte oder unlegierter Stahl 961.944 102.544 859.400
HS4- 7210 flach gewalzte Produkte aus Eisen oder unlegiertem Stahl mit wd>/=600mm, platiert, versilbert, beschichtet 707.989 37.339 670.650
HS4- 7214 Barren und Stäbe aus Eisen/ nicht legiertem Stahl, nicht geschmiedet, hr, hd, heiß- gepresst 306.453 20.819 285.634
2. HS2- 73 Eisen- und Stahlprodukte 868.369 366.331 502.038
HS4- 7301 Spundwände, etc aus Eisen/ Stahl 551.074 3.288 547.786
HS4- 7302 Eisenbahngleisen, Querstücke aus Eisen/ Stahl 92.957 27.423 65.534
HS4- 7312 Eisen & Stahldrähte, Seile, Kabel, etc., nicht elektrisch isoliert 48.889 24.805 24.084
3. HS2- 59 imprägnierte, beschichtete oder laminierte Textilgewebe 341.885 21.691 320.194
HS4- 5902 high- tenac Schnüre, Fäden aus Nylon oder Polyamid, Polyester, etc. 340.595 13.708 326.887
HS4- 5910 Förder- oder Übermittlungsbänder 459 295 164
HS4- 5908 Gewebedocht für Lampen, Öfen, etc. 0 50 -50


Die stärksten Sektoren HS2-72, HS2-73 und HS2-59 erwirtschaften alle einen positiven Ausfuhrüberschuss. D.h. die Exporte übersteigen die Importe. L exportiert viel Eisen und Stahl bzw. daraus gefertigte Waren. Betrachtet man aber das Gesamtergebnis, erkennt man ein Ausfuhrdefizit. In der Betrachtung aller Industrien übersteigen die Importe die Exporte. Es fließt mehr Geld durch die Importe aus dem Land als durch die Exporte in das Land.

Die wichtigsten Handelspartner überhaupt (2006)

Land Export in TSD US$ Import in TSD US$ Umsatz (EX+ IM) in TSD US$
Weltweit 14.183.096 19.640.455 33.823.551
Deutschland 3.490.086 5.057.919 8.548.005
Frankreich 2.363.488 2.250.020 4.613.508
Italien 782.799 1.114.832 1.897.631

Wichtigster Handelspartner ist an erster Stelle Deutschland (D), gefolgt von Frankreich(F) und Italien(I). Als Bewertungskriterium wurde der Umsatz herangezogen. Berechnet wird dieser durch die Addition der Importe zu den Exporten. Mit D wird ein Anteil von 25,27%, also einem Viertel am Umsatz erzielt. Mit F wird zu 13,64% Handel betrieben und mit I immerhin noch 5,61%. Aus D und I wird hierbei mehr importiert als exportiert. Der hohe Import mit D kommt z.B. durch die Einfuhr von Nahrungsmitteln zustande. L ist ein sehr kleines Land, verfügt aber im europäischen Wirtschaftsraum über die höchste Kaufkraft und über einen der höchsten Lebensstandards in der Welt. Deutsche Lebensmittel finden dort eine sehr hohe Akzeptanz. Mit F halten sich Exporte und Importe nahezu die Waage.

Die wichtigsten Handelspartner der stärksten Sektoren (2006)

Sektor Außenhandelspartner Ausfuhrüberschuss in TSD US$
1. HS2- 72 Eisen und Stahl
Italien 150.264
Niederlande 130.870
Österreich 17.964
Frankreich -79280
Deutschland -182.557
2. HS2- 73 Eisen- und Stahlprodukte
USA 86.762
Niederlande 61.764
Italien 54.421
Frankreich 50.484
Deutschland -8044
3. HS2- 59 imprägnierte, beschichtete oder laminierte Textilgewebe
Deutschland 166.578
Frankreich 59.658
Polen 21.967
Slowenien 15.350
Tschechische Republik 2.493

Komparativer Vorteil

Die Theorie der komparativen Kostenvorteile ist ein Erklärungsansatz dafür, dass Länder miteinander Handel treiben. Durch internationalen Handel werden beide Länder reicher, wenn sich jedes Land auf diejenigen Güter und Dienstleistungen spezialisiert, die es zu den geringsten Opportunitätskosten produzieren kann.[3]
Eine Bewertung des komparativen Vorteils kann mit Hilfe des Relative- Comparative- Advantage- Index(RCA- Index)[4] vorgenommen werden.

Gi= Gütergruppen-Außenhandels-Koeffizient

Gi gibt an, ob ein Handelsbilanzüberschuss oder -defizit bei der betrachten Gütergruppe vorliegt und an welcher Stelle komparative Vorteile vorhanden sind.

A= aggregierter Außenhandels-Koeffizient

Bewegt sich A um den Wert 0, ist die Handelsbilanz ausgeglichen, ist er größer Null existiert ein Handelsbilanzüberschuß und ein Defizit bei kleiner Null.

Für die drei stärksten Sektoren ergeben sich folgende Werte:

Sektor Gi A RCAi
HS2-72 0,123 0,273 -20,63
HS2-73 0,407 0,273 23,38
HS2-59 0,881 0,273 83,63


Da A mit 0,273 sich um den Wert 0 bewegt, kann man sagen die Handelsbilanz ist ausgeglichen. Außerdem ist er positiv, d.h. es liegt ein Handelsüberschuss vor. In den Sektoren HS2-73 und HS2-59 verfügt L über komparative Vorteile und nach Berücksichtigung der Größe Luxemburgs relativ zum Welthandel weist es hohe Exporte in diesen Sektoren auf, da der RCA- Index deutlich im positiven Bereich liegt. Im Sektor HS2-72 errechnet sich ein negativer RCA- Index, es existiert hier kein komparativer Vorteil.

Das Heckscher-Ohlin-Modell

Das Heckscher-Ohlin-Theorem ist ein Modell einer Volkswirtschaft mit zwei Produktionsfaktoren. Diese können beispielsweise Arbeit und Kapital sein. Sie unterscheiden sich in ihrer Faktorintensität. Es werden sich also Volkswirtschaften mit relativ viel Kapital auf kapitalintensive Produkte spezialisieren, während Staaten mit relativ vielen Arbeitskräften sich auf arbeitsintensive Produkte spezialisieren werden. Jedes Land exportiert also das Gut, bei dessen Produktion der relativ reichlich vorhandene Produktionsfaktor intensiv genutzt wird. Zu den wichtigsten Bodenschätzen gehören Eisen, Kiefer und Kalk. Es ist also nicht verwunderlich, das hier ein hoher RCA- Wert im Sektor HS2-73 vorliegt.

Das Gravitationsmodell

Das Gravitationsmodell basiert auf der Annahme, dass der Handel zwischen zwei Ländern mit steigendem Bruttoinlandsprodukt (BIP) zunimmt. Eine steigende geografische Entfernung wirkt dem entgegen. D hat mit 457km eine relativ geringe Enterfung zu Luxemburg und ein relativ hohes BIP. Beides wirkt sich positiv auf den Handel zwischen beiden aus. D ist der wichtigste Handelspartner, das Modell ist damit unterstützt. F ist 679km von L entfernt und verfügt ebenfalls über ein relativ hohes BIP, allerdings ist es niedriger als das Deutschlands. Diese Fakten wirken expansiv auf Handel. Italiens BIP ist niedriger als das von D und F, allerdings im europäischen Vergleich hoch. Die Entfernung zu L beträgt 1314km, eine wesentlich höhere als zu den anderen beiden Ländern. Dies macht sich an einem Umsatz von nur knapp 6% bemerkbar. Das kleinere BIP und die hohe Entfernung wirken dem Handel entgegen.

Dynamische Analyse der Außenhandelsstruktur

Strukturelle und Dynamische Portfolioanalyse

Neben vielen notwendigen Importgütern, wie z.B. Maschinen und Textilerzeugnissen hat das Großherzogtum Luxemburg auch wichtige Ausfuhrgüter, besonders Metalle oder auch Kunststofferzeugnisse. Deutschland, Belgien und Frankreich sind mit insgesamt 60% Anteil am Export die wichtigsten Handelspartner Luxemburgs. Anhand einer Portfolio, die die 20 wichtigsten Exportgüter zeigt, wird Luxemburgs Exportwachstum im Verhältnis zum Weltmarktanteil dargstellt. Dieses Portfolio kann strukturell, anhand der aktuellsten Daten aus dem Jahr 2006 und dynamisch, mittels der Entwicklung in den Jahren 2002 bis 2006, analysiert werden. Das Portfolio wird mittels der Durchschnittswerte des Weltmarktanteils und des Exportwachstums, dargstellt als dünne rote Linien in der Grafik, in vier Quadranten unterteilt, wobei jeder Sektor eine Aussage über den Stand der luxemburgischen Exportgüter im Vergleich zum Wettbewerb macht. Der durchschnittliche Weltmarktanteil Luxemburgs liegt bei 0,456% und der Durchschnitt des Exportwachstums bei 16,5%. Abhängig von diesen Werten können die Güter der jeweiligen Kategorie zugeordnet werden. Die beiden Grafiken, beruhend auf der Investment Map Lev. 3, sollen die Analyse veranschaulichen.

Strukturelle Portfolioanalyse 2006
Dynamische Portfolioanalyse 2002 bis 2006

So ergeben sich die „Champions“/“Winners in growing sectors“ unter den Exportgütern, oben rechts, mit einem hohen Weltmarktanteil und gleichzeitig einer hohen Exportwachstumsrate. Strukturell gesehen sind die mit Abstand bedeutendsten Exportgüter Stahl und Eisen mit einem Weltmarktanteil von 0,92% und einem Exportwachstum von 25,61%. Im Verlauf der letzten Jahre ist allerdings ein Rückgang des Weltmarktanteils bei gleichbleibender Exportstärke zu verzeichnen, so dass dieses Exportgut in der dynamischen Analyse zu den „Loosern in growing sectors“ (Verlierer in einem wachsenden Markt) zählt. Dieser Rückgang steht wohlmöglichen in enger Verbindung mit einer großen Strukturkrise, die das Land in den 70er Jahren erfahren musste. Seither hat die einst den Wohlstand begründende Eisen- und Stahlindustrie Luxemburgs zunehmend an Bedeutung verloren. Dynamisch betrachtet bleibt das Feld der „Winners in growing sectors“ leer, keines der Exportgüter hat in den letzten Jahren wesentlich an Bedeutung hinsichtlich Export und Weltmarktanteil gewonnen. Weitere bedeutende Exportgüter sind Edel- und nicht eisenhaltige Metalle so wie Plastikprodukte. Die Edelmetalle liegen mit einem Weltmarktanteil von 0,23% und einem Exportwachstum von 31,79% strukturell gesehen im Bereich der so genannten „Underarchievers“ (oben links), haben also einen überdurchschnittlichen Anteil am Exportwachsum bei einem unterdurchschnittlichen Weltmarktanteil. Die Plastikprodukte lassen sich mit einem überdurchschnittlichem Weltmarktanteil von 0,48% und einem unterdurchschnittlichen Exportwachstum von 13,05% bei den „Archievers in adversity“, unten rechts in der Portfolio, anordnen. Beide Güter entwickelten sich 2002 bis 2006 hinsichtlich ihrer Weltmarktanteile rückläufig. Weiterhin auffällig ist das Exportgut Papier mit dem geringsten Exportwachstum von 7,33 %. Gründe hierfür könnten die zunehmende Digitalisierung von Daten sein oder auch das wachsende Umweltbewusstsein der Menschen. Sendeanlagen und Apparate für Telefone und Radio hatten 2006 neben anderen elektronischen Komponenten einen der geringsten Weltmarktanteile mit 0,06%. Dieser sank in den Jahren 2002 bis 2006 nochmals um aussagekräftige 38,2 %. Eine Erklärung für diesen Rückgang findet sich in der zunehmenden Bedeutung des Internets und der Mobiltelefone. Beide Medien erleichtern die Kommunikation beispielsweise durch eMail und SMS, so dass feste Telefonanlagen nahezu überflüssig werden.

Arbeitsproduktivität und Terms of Trade

Arbeitsproduktivität
Terms of Trade

Zu den wichtigen Erklärungsfaktoren und Triebkräften hinsichtlich der Wettbewerbsfähigkeit eines Landes sollten Arbeitsproduktivität und Terms of Trade herangezogen werden.

Wie man in der Grafik sieht ist die Arbeitsproduktivität Luxemburgs von 2002 bis 2003 nur sehr gering aber stetig angestiegen. Seit dem Jahr 2003 stieg sie jedoch sehr steil an. Im Moment schwächt die Produktivität ab, hält sich aber noch auf einem hohen Niveau.

Betrachtet man die realen Austauschverhältnisse zwischen Export und Import eines Landes, also die Terms of Trade, so erkennt man starke Schwankungen in der Grafik. Seit dem Jahr 2006 allerdings einen zunehmenden Verfall. Daraus lässt sich schließen, dass die Preise für die Importgüter stärker steigen, als die der Exportgüter. Luxemburgs Wettbewerbsfähigkeit schwindet zum Zeitpunkt in dieser Hinsicht zunehmend.

Sektorale Standortattraktivität

„Als (Auslands-)Direktinvestition (engl. Foreign Direct Investment, FDI) bezeichnet man die finanzielle Beteiligung eines Investors (Direktinvestor, Muttergesellschaft) an einem Unternehmen in einem anderen Land (Direktinvestitionsunternehmen, Tochtergesellschaft), die meist dazu bestimmt ist, mögliche Markteintrittsbarrieren (bspw. Handelshemmnisse) zu umgehen und die (zudem) nach Art und Umfang dazu bestimmt ist, einen dauerhaften Einfluss auf die Geschäftspolitik dieses Unternehmens auszuüben.“ [5]

Dadurch dass ADIs langfristige, direkte Verflechtungen zwischen den Volkswirtschaften darstellen, sind sie ein wichtiger Indikator für die Globalisierung. Von einem dauerhaften Einfluss auf die Geschäftspolitik ist auszugehen wenn die Investment Beteiligung mindestens 10% des Bestandskapitals des jeweiligen Direktinvestitionsunternehmens ausmacht.
Motive für Direktinvestitionen sind Sicherung der Rohstoffquellen, Absatzsteigerungen, Senkung der Produktionskosten, Verfolgung strategischer Ziele, Verlagerung der Produktion zu den Abnehmern und Erhaltung der Umwelt.

Luxemburg hat insgesamt, also verteilt auf alle drei Sektoren, 29.309,3 Mil. US. $ an Zuflüssen erhalten und befindet sich damit auf Rang 10 im internationalen Vergleich. Der Inländische Kapitalbestand beträgt 73.303,2 Mil. Us. $ welcher sich seit 2003 um 20,5% erhöht hat. Das heißt also dass die Zuflüsse der Direktinvestitionen wertmäßig circa 40% des Inländischen Kapitalbestandes sind. Wenn man dazu noch betrachtet das Luxemburg mit 2586 km² und circa 476.500 Einwohnern der zweitkleinste Staat der EU ist, ist dies doch sehr erstaunlich.
Überhaupt ist Volkswirtschaft Luxemburgs eine der erfolgreichsten weltweit, das BIP hat sich im Vergleich von 2004 zu 2006 um 24% erhöht und das BIP pro Einwohner von 65.900 US-Dollar ist ungefähr doppelt so hoch wie der EU Durchschnitt. Dies hat mehrere Ursachen: Zum einem ist die Mehrwertsteuer mit 15% die niedrigste der EU und auch die attraktiven Steuersätze (weshalb auch ein reger Tanktourismus entstanden ist, der jährlich 600 Mio. € Euro einbringt) sind Gründe für Ausländische Investoren sich hier zu beteiligen.

Leider waren keine Daten zu finden die die Aufteilung gesamten Direktinvestitionen auf die einzelnen drei Sektoren widerspiegeln. Ich gehe also davon aus, dass Investoren vor allem in die Sektoren investieren werden die den größten Anteil an der Bruttowertschöpfung haben, langfristig komparative Kostenvorteile aufweisen und bei denen eine große Nachfrage vorhanden ist.
Diese sind:

Tabelle Wirtschaftssektor und BIP.jpg

Dienstleistungen
Wie in der Tabelle leicht zu erkennen ist dominieren die Dienstleistungen die Wirtschaft. Die größte Gruppe sind hier Kreditwesen und Versicherungsgewerbe mit 30,8 %, dann folgt der Finanzsektor mit 28,5 %. und schließlich der Sektor Handel, Gastgewerbe und Transportgewerbe mit 20,4 %.
Der Finanzsektor ist hier der größte Antrieb der Wirtschaft: 33.100 Erwerbstätige sind hier beschäftigt, was 11,6 % der aktiven Bevölkerung ausmacht. Auch generiert dieser Sektor 40% der Steuereinnahmen.

Bergbau und verarbeitende Industrie
Bis in die 70er Jahre dominierte die Schwerindustrie, diese hat jedoch aufgrund der großen Strukturkrise stetig an Größe verloren. Heute erarbeiten Eisen- und Stahlindustrie nur mehr 2,7 Prozent der Bruttowertschöpfung.

Landwirtschaft
Die Bedeutung der Landwirtschaft ist regressiv, 93% der Luxemburger leben in Städten und die Anzahl der landwirtschaftlichen Betriebe nimmt kontinuierlich ab. Jedoch erhöht sich dafür die durchschnittliche Größe der Betriebe. Die gesamte Fläche die landwirtschaftlich genutzt wird beträgt 128.157 ha. Davon werden 43,8% für Acker- und Gartenbau, 50,7% als Weideland und gerade 1% für Weinbau benutzt.

Zur Rolle des Komparativen Vorteils:
Länder, die miteinander Handel treiben, sollten sie sich jeweils auf die Produktion von Gütern und Dienstleistungen spezialisieren, bei denen ihre jeweiligen Opportunitätskosten am geringsten sind. Also sollten sie die Güter und Dienstleistungen produzieren die relativ günstiger herzustellen sind. Dann erzielen beide Länder aufgrund des jeweiligen komparativen Vorteils Außenhandelsgewinne. Demzufolge steigt durch den Handel die Gesamtproduktion und der Wohlstand erhöht sich.
Es werden sich also die Unternehmen ausländische Direktinvestitionen vornehmen bei denen die Produktion von Gütern beziehungsweise die Erbringung von Dienstleistungen in ihrem ursprünglichen „Mutter“ - Land aufgrund einer beispielsweise höherer Mehrwertsteuer und Steuerabgaben relativ teurer ist als in Luxemburg. Dies erklärt auch warum internationale Internetfirmen wie ebay, Microsoft, Amazon, Apple und Paypal sich gerade dort niedergelassen haben.

Zur Rolle der Importsubstitution:
„Importsubstitution ist das Ersetzen von bisher importierten Gütern durch die Herstellung eigener Produkte im Inland“ [6] Durch diese entwicklungspolitische Strategie soll die Abhängigkeit von anderen Ländern verhindert werden, das Wirtschaftswachstum gefördert, die Industrie erweitert, so der Beschäftigungsstand der Bevölkerung erhöht, und außerdem Autarkie angestrebt werden. Es müssen keine neuen Absatzmärkte erschlossen werden, da diese ja schon vorhanden sind, da die Güter bislang importiert wurden. Es werden also Zölle und Importbeschränkungen erhoben um die inländische Produktion zu schützen.
Dadurch dass die Herstellung solcher Produkte jedoch aufgrund ungenügender Spezialisierung meist teurer, da unproduktiver, ist als der Import entsteht hier ein komparativer Nachteil.
Beispielsweise hat Luxemburg im Wert von 436,699 Mio. US $ Luftfahrzeuge, Raumfahrzeuge und Teile davon importiert und nur selbiges nur im Wert von 89,357 Mio. US $ exportiert. Es liegt auf der Hand das Luxemburg nicht die technologischen und industriellen Möglichkeiten hat dies selbst herzustellen. Eine Importsubstitution wäre hier also sehr unvorteilhaft.

Analyse der ausländischen Direktinvestitionen im Untersuchungland

Motive für ausländische Direktinvestitionen

Direktinvestitionen (engl: Foreign Direct Investment, FID) sind fianzielle Beteiligungen eines Geldgebers an einem ausländischen Unternehmen mit dem Zweck, potentielle Eintrittsbarrieren eines Marktes zu vermeiden, um einen konstanten Einfluss auf die Unternehmenspolitik zu haben. Man unterscheidet hierbei aktive (ADI) und passive (PDI) Direktinvestitionen. ADI werden als Investitionen vom Inland ins Ausland bezeichnet z. Bsp. durch Beteiligungen. Bei PDI werden dagegegen Investitionen vom Ausland in das jeweilige Land, wie z. Bsp. durch Outsourcing, getätigt. Wie hoch oder wie stark die Investitionstätigkeit ist, hängt von den Motiven des jeweiligen Unternehmens ab.


absatzorientierte Motive (engl: market-seeking)

Die Unternehmen versuchen mit Hilfe einer wachstumsorientierten Strategie ihren Absatz zu erweitern. Dabei dringen sie entweder in neue Märkte ein oder versuchen bestehende Märkte auszudehnen. Hierzu werden vorwiegend Länder genutzt, die sich im Industrialisierungsprozess befinden.


beschaffungsorientierte Motive (engl: resource-seeking)

Bei dieser Art von Investitionen geht es um die Beschaffung von Produktionsfaktoren wie z. Bsp. natürliche Ressourcen (primärer Sektor) welche in der eigenen Volkswirtschaft nicht bis kaum vorhanden sind oder deren Einsatz weniger wirkungsvoll ist bzw. wäre. Diese ausländischen Direktinvestitionen werden in Entwicklungsländern vollzogen und spielen eine wichtige Rolle für wachstumorientierte Industrienationen.


effizientsorientierte Motive (engl: efficiency-seeking)

Durch diese Strategie erhoffen sich Unternehmen ihren Ertrag zu steigern und ihre Profitabilität zu erhöhen. Man verwendet diese, nachdem die beschaffungsorientierten- oder absatzorientierten Investitionen bereits abgeschlossen sind.


wertsteigerungsorientierte Motive (engl: created-asset-seeking)

Bei dieser Art von Investitionen versuchen die Unternehmen zu verhindern, dass Mitstreiter bzw. Konkurrenten mögliche wirtschaftliche Möglichkeiten und/oder Ressourcen nutzen könnten. Den Rivalen soll somit die Möglichkeit genommen werden, ihr Absatzgebiet zu erweitern.

Direktinvestitionen in Luxemburg

Inward investment flows
Outward investment flows


Der Wirtschaftsstandort Luxemburg zählt zu den bedeutendsten Finanzzentren und hat eines der höchsten BIP pro Kopf (71.600€, 2006).

Im Allgemeinen liegen Investitionen von ausländischen Unternehmen (Inflow Investment) in Luxemburg weit über den Investitionen der inländischen Unternehmen im Ausland (Outflow Investment). Dies zeigt sich vor allem anhand der Werte von 2006, wo der Inflow gegenüber dem Outflow etwa der 15-fache betrug. Auffällig ist auch das das Inflow Investment einen enorm deutlichen Zuwachs im Jahr 2006 zu verzeichnen hatte. Ein Grund hierfür könnte der gegenwertige Eifer der Regierung besonders im High-Tech-Bereich, aufgrund noch kräftiger werdenden Diversifizierung, sein.Als Beispiel ist hier die SES S.A Holding (Societé Europeene des Satellites, deutsch: Europäische Satellitengesellschaft) mit Hauptsitz in Betzdorf (Luxemburg), zu nennen welche auf wertsteigerungsorientierteMotive hindeuten könnte.


Es gibt reichlich Gründe warum Luxemburg als Finanzzentrum attraktiv ist. Zu Nennen sind:


  1. Die gute ökonomische Verknüpfung von inländischen und ausländischen Expertenwissen
  2. Der Dienstleistungssektor als Zugpferd der Wirtschaft
  3. Die konstant, gute wirtschaftliche -u. Politische Lage
  4. Niedrige Steuerbelastungen
  5. Die Angepasstheit und Aktivität der Behörden
  6. Sowie sehr gute Finanzeckdaten


Eine Vielzahl von ausländischen Unternehmen ließ sich, aufgrund von anziehenden Vorzügen im Großherzogtum nieder. Ende der 60er Jahre begannen Deutsche Banken, später auch Schweizer Banken, Tochtergesellschaften in Luxemburg zu gründen. Als Beispiel hierfür ist die Deutsche Bank Luxembourg S.A. Zu nennen, welche eine 100%-tige Tochtergesellschaft der Deutschen Bank AG ist und 1970 gegründet wurde, was in diesem Fall auf effizientsorientierte Motive deuten könnte.


Wie schon angesprochen sind Belgien, Deutschland und Frankreich mit 60% des Exportanteils, die wichtigsten Handelspartner für das Großherzogtum Luxemburg. Mit Hilfe von absatzorientierten Motiven und dem Gravitationsmodell lassen sich die aktive Direktinvestitionen verdeutlichen. Ein sehr gutes Beispiel für market-seeking sind die Anteile (13%) der Deutsche Lufthansa AG an Luxair, der nationalen Fluggesellschaft von Luxemburg.


Luxemburg deckt seinen Energiebedarf hauptsächlich durch Importe. Jedoch findet gerade ein Umdenken, bei gewerblichen Betrieben und Privathaushalten in alternative Energien wie z. Bsp. Sonnenenergie, statt.

Sektoraler Wettbewerb um ausländische Direktinvestitionen

Aktuelle Ereignisse der Vergangenen Wochen um die Luxemburgischen Finanzskandale bleiben in der Folge ausser betracht da Sie ihre Auswirkungen wohl erst in der nahen Zukunft offenbaren werden. Allerdings ist schon jetzt davon auszugehen das es negative Folgen für das Saldo der Direktinvestitionen im Sektor der Finanzen haben wird.

Wie sich erahnen lässt werden wir für Luxemburg nur den Sektor Finanzen im Sektoralen Wettbewerb betrachten, da dieses der mit Abstand größte Sektor ist.

Durch die ständige EU erweiterung lockten vor allem die neuen EU-Staaten mehr Direktinvestitionen als im Vorjahr an. Estland, Lettland und Zypern erzielten einen Überschuß in ihren Direktinvestitionsbilanzen von mehr als 4 Prozent des BIP, jedoch spielen diese Länder im Finazsektor bisher kaum eine Rolle. Innerhalb der EU sind die großen Konkurennten die Schweiz vor Deutschland. Blickt man über diesen Wirtschaftsverbund hinaus erkennt man zusätzlich zwei weitere noch größere Wettbewerber ind den USA und Großbritanien,sodass sich in etwas folgende reihenfolgen aufstellen lässt.

1. USA 2. Großbritanien 3. Schweiz 4. Deutschland

Ein großer Faktor der Direktinvestitionen und ihrer Höhe sind vor allem in den Beziehungen mit den Vereinigten Staaten zu finden. Hatten die europäischen Unternehmen dort 2003 noch rund 48 Milliarden Euro direkt investiert, zogen sie 2004 rund 17 Milliarden Euro ab. Die Vereinigten Staaten investierten im Gegenzug 2004 in der EU nur noch 11 Milliarden Euro, nach 50 Milliarden Euro im Vorjahr. Diese Situation ist auch deutlich im Finanzsektor zu spüren.

Warum sind die USA und GB so erfolgreich? Beide Staaten verfügen über eine hohe Standortattraktivität: Strukturelle Reformen im Steuer- und Sozialsystem sowie die Flexibilisierung des Arbeitsmarktes wurden schon vor Jahren angegangen und sind gegenüber vergleichbaren Industrieländern weit fortgeschritten. Sie bieten den investierenden Unternehmen neben einem aufnahmefähigen Markt Aussicht auf attraktive Renditen. Darüber hinaus sind London und New York weltweit führende Finanzzentren. Für »global player« im Finanzsektor ist es nahezu ein »Muss«, dort im Wege von Direktinvestitionen präsent zu sein. Die USA sind zudem ein Standort, der aufgrund seiner technologischen Führungsrolle anziehend wirkt. Für Unternehmen, die in High-Tech-Branchen an vorderster Front stehen, sind Direktinvestitionen ein Mittel, frühzeitig an den Entwicklungen dort zu partizipieren und entsprechend wirkung zeigt dieses auch im Finazbereich. Auch Wechselkursüberlegungen mögen eine Rolle beim Engagement in den USA oder Großbritannien spielen. Beide Staaten gehören nicht dem Euroraum an, so dass ein Interesse besteht, Wechselkursrisiken durch die Produktion in den dortigen Märkten zu begegnen. Dies gilt um so mehr, als gegenüber US-Dollar und britischem Pfund in der Vergangenheit wiederholt starke Wechselkursschwankungen zu beobachten waren. Die Gruppe der mittel- und osteuropäischen Reformländer, aber auch die Entwicklungsländer, würden sich – oberflächlich betrachtet – als »billigere« Standorte anbieten. Hierbei ist allerdings zu berücksichtigen, dass »Standortqualität« nicht nur die Kostenseite, sondern auch institutionelle und rechtliche Rahmenbedingungen umfasst, deren Verlässlichkeit nicht überall gewährleistet ist.

Diese gilt natürlich auch fast alles für Luxemburg welches in sehr vielen Bereichen punktet. Zuküftig wird es von der stärkung der EU als zusammen wachsender Wirtschaftsstandort profitieren können um so einen zuwachs bei Direktinvestitionen verzeichnen (Vorteile Luxemburgs: niedrige Personalkosten, günstige Telekommunikationskosten, gute Basisinfrastruktur, geringer Verwaltungsaufwand...).

Schon heute stellt Luxemburg einen erstklassigen und multinationalen IT und Finanzcluster dar. Mit seinen über 155 Banken sowie 160 anderen Finanzdienstleistern gilt es als Inovatitonszentrum. Über 70% der internationalen Anleihen sind in Luxemburg notiert. Dahinter stehen mehr als 4.100 Emittenten aus über 100 Ländern. Hinter den USA ist es der zweitgrößte Sitz für Fonds (über 1 Billion Euro).

Ein großer Vorteil Luxemburgs ist es das ansässige Beteiligungsgesellschaften vom Doppelbesteuerungsabkommen profitieren und so höhere Renditen generieren als Konkurennten in der EU.

Vorteile im Finanzsektor: Lux.jpg

Die Gründe für die Unterschiede zwischen Luxemburg und den Wettbewerbern sind meist allgemeiner Natur und auf die Stabilität der Politik zurückzuführen, mit der man Luxemburg weiterhin in speziallisiertt. Besonders die Steuer Richtlinien spielen eine sehr große Rolle. Aber auch die sektoralen Faktoren wie die sehr gute Infrastruktur heben Luxemburg als eines der Wettbewerbfähigsten Länder des Finanzsektores hervor. Jedoch hat Luxemburg mit dem oben angesprochenem Nachteil des Euros im Kampf um die Direktinvestitionen zu kämpfen und ist somit zumindestens teilweise an Globale Finanzentwicklungen (Wechselkurse) gekoppelt.

Fazit

Abilities to sell and attract

Der internationale Vergleich zeigt somit, dass bei Direktinvestitionen neben der Standortattraktivität (Steuersystem und Arbeitsmarkt, technologische und marktbezogene Führungsrolle) vor allem die Bedeutung als Exportmarkt eine Rolle spielt. Direktinvestitionen sichern Absatzmärkte, machen Unternehmen flexibler, bewahren die Wettbewerbsfähigkeit und sichern damit Arbeitsplätze im Inland. Sie sind im Übrigen auch eine Antwort der Unternehmen auf die mit der Kommunikationstechnologie und mit der Liberalisierung im grenzüberschreitenden Waren-, Dienstleistungs- und Kapitalverkehr einhergehende Globalisierung, wobei gerade im Bereich Finanzen Luxemburg in der ersten Liga spielt und auch weiterhin spielen wird. In Zahlen ausgedrückt erhielt Luxemburg circa 50 Mrd Euro und damit 16% der Direktinvestitionen in die EU. Der Anteil Luxemburgs an der Direktinvestitionsverflechtung der EU ist in erster Linie auf die Bedeutung des Kredit- und Versicherungsgewerbes in Luxemburg zurückzuführen. Aber auch bei Direktinvestitionen zwischen der EU-27 und Drittländern und einem Anteil am EU-27-Gesamtwert war Luxemburg mit 78 Mrd Euro bzw. 19% weit vor Deutschland (52 Mrd Euro bzw. 12%) der zweit bedeutendste Investor in Drittländern.

Wie bereits erwähnt besteht Luxemburgs Inländischer Kapitalbestand zu 40% aus ausländischen Direktinvestitionen. Mit diesem Wert ist diese kleine Volkswirtschaft auf Rang 10 im internationalen Vergleich was für ihre Wettbewerbsfähigkeit steht, gemessen darandas sie immer wieder ausländische Investoren gewinnen kann.

Auch hinsichtlich der Standortattraktivität ist Luxemburg weit vorn. Gründe hierfür sind unter anderem der geringste Mehrwertsteuersatz Europas von nur 15 % und die niedrige Arbeitslosenquote von etwa 4%. Die gut ausgebaute Infrastruktur unterstützt die Standortattraktivität erheblich. So können Export und Import sowohl über Eisen- und Autobahn, aber auch über die Binnenschifffahrt aus und nach Luxemburg gelangen. Ebenso wirken sich die geringen Steuerbelastungen positiv aus.

Ein weiterer Indikator für die „ability to attract“ ist der Bildungsgrad. Da Luxemburg eine Alphabetisierungsrate von 99% hat, kann von einem angemessen hohen Bildungsniveau ausgegangen werden.

Nicht zu verachten ist auch die zentrale Lage in Westeuropa so wie die Nähe zu großen Industriestaaten.

Blick in die Zukunft:

Globalisierung wird in unveränderten (oder höherem) Tempo fortschreiten

Neue Dynamik insbesondere durch Integration ehemaliger Entwicklungsländer in die Weltwirtschaft und technischen Fortschritt

Wachstumschancen für Mittelständler insbesondere im Dienstleistungssektor sind zu erwarten

Luxemburg befindet sich in einer guter Position für die Zukunft.

Einzelnachweise

Literaturquellen

ITC International Trade Centre (April 2003), Country Market Analysis Profiles: User Guide, Geneva: ITC. Zu erreichen über die die Website von Intracen > Countries > Land auswählen > Im "Country Market Analysis Profile (Country Map)" oben rechts auf "about" klicken.

ITC International Trade Centre (October 2006), Trade Map: User Guide, Geneva: ITC. http://www.intracen.org/mat/UserGuide.aspx

ITC International Trade Centre (May 2007), Investment Map: User Gudie, Geneva: ITS. http://www.intracen.org/mat/UserGuide.aspx

ITC International Trade Centre (May 2007), The Trade Performance Index: Technical Notes, Geneva: ITC. http://www.intracen.org/countries/toolpd06/tpi-notes-2002-2006.pdf

OECD Organisation for Economic Co-operation and Development (2005), Measuring Globalisation: OECD Handbook on Globalisation Indicators, Paris: OECD.

UNCTAD United Nations Conference on Trade and Development (2006), World Investment Report 2006: FDI form Developing and Transition Economies: Implications for Development, New York and Geneve: United Nations.

Wörter incl. Leerzeichen, Tabellen, Grafiken, Links, Quellen: 41849

Weblinks


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