Wettbewerbsfähigkeit Finnlands 2008

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Finnland auf der Karte

Mit 338.000 qkm ist Finnland (finnisch: suomi) das siebtgrößte Land in Europa und grenzt im Nordwesten an Schweden, im Norden an Norwegen, sowie im Osten an die Russische Föderation. Von den rund 5,2 Mio Einwohnern leben 560.000 in Helsinki, der Hauptstadt von Finnland. Mit einer Bevölkerungsdichte von 15 Personen pro qkm ist Finnland eines der am dünnsten besiedelten Länder Europas.[1]. Finnland ist EU-Mitglied seit 1995.


Kriterien der internationalen Wettbewerbsfähigkeit

Durch Globalisierung und Strukturwandel der weltweiten Märkte haben Diskussionen über die internationale Wettbewerbsfähigkeit von Volkswirtschaften eine zentrale Stellung eingenommen. Worin die internationale Wettbewerbsfähigkeit einer Nation besteht und welche Indikatoren dabei eine Rolle spielen, ist in der Wissenschaft noch immer umstritten[2]. Allgemein kann man Internationale Wettbewerbsfähigkeit als die Fähigkeit eines Landes im internationalen Wettbewerb zu bestehen, definieren. Das Untersuchungsland Finnland kann durch folgende Kriterien im internationalen Wettbewerb bestehen:

  • Nach dem außenhandelsorientierten Ansatz ergibt sich die Konkurrenzfähigkeit einer Nation aus der Zusammenfassung der Wettbewerbsfähigkeit aller Unternehmen eines Landes („abilities to sell“). So führt z.B. eine aktive Unternehmensförderung in Finnland zur Steigerung der Produktivität, zur Sicherung bestehender Arbeitsplätze und zur Schaffung neuer Arbeitsplätze. Infolgedessen wird die Lebensqualität erhöht.
  • Ein weiterer Ansatz definiert die internationale Wettbewerbsfähigkeit über die Fähigkeit ein hohes Realeinkommen zu erreichen („abilities to earn“). Dabei spielt die technologische Wettbewerbsfähigkeit eine große Rolle. In Finnland wird dies durch Förderung von Innovationen und Investitionen in Forschung und Entwicklung realisiert. Dadurch entstanden z.B. 1995 kleinere und mittlere Unternehmen, wodurch 75% der neuen Arbeitsstellen geschaffen wurden[3]. Unter diesen Punkt fällt auch die Förderung der Qualifikation der Erwerbsbevölkerung, beispielsweise durch die Förderung des lebenslangen Lernens bei Erwerbstätigen, die Einrichtung eines fachlichen Beratungsnetzes mit enger Verbindung zu den einzelstaatlichen Unternehmensförderungsprojekten, Universitäten, Forschungsinstituten und regionalen Unternehmen.
  • Als weiteres Kriterium kann im Rahmen des Konzeptes zur dynamischen Anpassungsfähigkeit von Volkswirtschaften („abilities to adjust“) die Verbesserung der Fähigkeit zur Vorwegnahme und Bewältigung von Umstrukturierungen, aufgrund der Globalisierung, der technologischen Entwicklung und der Alterung der Bevölkerung, gesehen werden. Dabei spielen Kompetenz, Arbeit, Beschäftigung und Unternehmensgeist eine Rolle.
  • Die Attraktivität eines Wirtschaftsstandortes wird auch als Kriterium für einen Wettbewerbsvorteil gesehen („abilities to attract“). Finnland zeichnet sich durch große Entfernungen, eine geringe Bevölkerungsdichte, eine empfindliche Umwelt und ein kaltes Klima aus. Diese Faktoren erschweren die Verbesserung der Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen und die Steigerung der Lebensqualität. Zusätzlich sind bessere Anbindungen der Regionen und mehr Umweltschutz von Bedeutung.

Sektorale Leistungsfähigkeit im Außenhandel

Die drei wichtigsten Industriesektoren und dessen wichtigste Güter

Im Jahr 2006 wies die Handelsbilanz Finnlands bei einem Wachstum des Exports um 6 % und des Imports um 10 % einen Überschuss von insgesamt 5.951 Mio. EUR aus. Der wichtigste Sektor war die Papierindustrie mit einem Anteil von 13,62 % an den finnischen Ausfuhren und 1,04 % an den Einfuhren. Die Elektronikindustrie war mit einem Anteil von 21,24 % am Gesamtexport und 15,68 % am Gesamtimport der zweitwichtigste Sektor. An dritter Stelle steht die Gütergruppe Holz, Holzprodukte und Holzkohle die 4,34 % der Ausfuhren und 1,92 % der Einfuhren ausmachte. Zusammengenommen machten diese drei Industriesektoren 39,2 % der gesamten finnischen Ausfuhren und 18,64 % der Einfuhren aus. Dabei ist die Bedeutung der einzelnen Gütergruppen in den letzten Jahren relativ stabil geblieben. So haben die Exporte von elektrischer und elektronischer Ausrüstung mit einer Steigerung um 2 % weiter an Bedeutung gewonnen, während der Anteil von Holz, Holzprodukten und Holzkohle, mit 0 % Wachstum des Exports relativ stabil blieb und die Exporte von Papier, Karton und -produkten mit -2 % leicht zurückgingen.[4]

Die folgende Tabelle zeigt die drei wichtigsten Industrien (HS2), sowie jeweils drei untergeordnete Gütergruppen (HS4), gelistet nach den Außenhandelsüberschüssen (EX – IM). HS steht für harmonisiertes System, welches zur weltweit einheitlichen Gruppierung von Gütern dient. Der Ziffernanhang 2 bzw. 4 gibt Auskunft über den Detailierungsgrad des entsprechenden Warencodes (2- bzw. 4-stellig). EX = Exportwerte, IM = Importwerte

Finnlands drei wichstigste Industriesektoren und dessen drei wichtigsten Güter [4]
Industrie Export in Mio. EUR Import in Mio. EUR EX - IM in Mio. EUR
HS2 - 48 Papier, Karton und -produkte 7.983 547 7.436
HS4 - 4810 Papier und Karton, beschichtet 4.044 62 3.982
HS4 - 4802 unbeschichtetes Schreib- und Druckpapier 1.955 51 1.905
HS4 - 4811 Zellstoff, ect., beschichtet, imprägniert 509 89 420
HS2 - 85 Elektrische und elektronische Ausrüstung 12.443 8.253 4.190
HS4 - 8525 TV- Kameras, Übertragungsapparate für Funktelefonie 6.672 1.462 5.210
HS4 - 8517 Electric app for line telephony,incl curr line system 1.369 490 879
HS4 - 8504 Electric transformer,static converter 738 294 444
HS2 - 44 Holz, Holzprodukte und Holzkohle 2.546 1.012 1.534
HS4 - 4407 Holz längs gesägt/geschlagen, geschnitten/geschält 1.385 112 1.273
HS4 - 4412 Sperrholz, furnierte Panele und ähnlich laminiertes Holz 624 39 585
HS4 - 4418 Bautischlerei- & Zimmereiholz 268 50 218

Wichtigste Außenhandelspartner überhaupt und innerhalb der wichtigsten Sektoren

Der Gesamthandel (EX + IM) Finnlands im Jahr 2006 betrug 111.201 Mio. EUR. Die fünf wichtigsten Handelspartner - bewertet am Außenhandelsumsatz - sind in folgender Tabelle aufzeigt.

Finnlands wichstigste Außenhandelspartner[4]
Land Export in Mio. EUR Import in Mio. EUR Umsatz in Mio. EUR
Deutschland 6.206 7.238 13.489
Russland 5.850 7.389 13.239
Schweden 6.102 5.093 11.195
UK 3.654 2.519 6.173
USA 3.611 1.959 5.570

Vom Gesamtumsatz erwirtschaftete die Papierindustrie 8.530 Mio. EUR, die Elektroindustrie 20.696 Mio. EUR und die Holzindustrie 3.558 Mio. EUR. Die folgende Tabelle zeigt die wichtigsten Handelspartner dieser Sektoren.

Die wichtigsten Außenhandelspartner der drei wichtigsten Industriesektoren Finnlands [4]
HS2 - 48 Papier, Karton und -produkte HS2 - 85 Elektische und elektronische Ausrüstung HS2- Holz, Holzprodukte und -kohle
Land Umsatz in Mio. EUR Land Umsatz in Mio. EUR Land Umsatz in Mio. EUR
Areas n.e.s 1.235 Deutschland 1.825 UK 398
Deutschland 1.181 Russland 1.471 Japan 332
UK 801 UK 1.050 Deutschland 294
USA 578 Vereinigte Emiraten Arabiens 662 Frankreich 184
Spanien 452 China 2.913 Niederlande 139

komparativer Vorteil, Ressourcenausstattung, Produktivität und geographische Nähe

Einen komparativen Vorteil besitzt ein Land bei der Herstellung eines Gutes, wenn für dessen Produktion die Opportunitätskosten, ausgedrückt in anderen Gütern, in diesem Land geringer sind als in anderen Ländern. Das Land wird sich auf die Produktion dieses Gutes spezialisieren und davon mehr exportieren. Umgekehrt wird es die Güter importieren, bei dessen Herstellung andere Länder einen komparativen Vorteil haben. Auf diese Art können die Handelsaktivitäten zwischen zwei Ländern für beide Seiten von Vorteil sein. [5]

Der komparative Vorteil lässt sich anhand des RCA-Index berechnen (RCA= Revealed Comparative Advantage - dt. offenbarter komparativer Vorteil). Der RCA kann Werte von -100 bis +100 annehmen, wobei ein negativer Wert über einen komparativen Nachteil, ein positiver Wert über einen komparativen Vorteil Auskunft gibt.

Formel: RCAi = (Gi –A)•[100/(1 –A)]

Gütergruppen-Außenhandels-Koeffizient Gi = (EXi - IMi) / (EXi + IMi)

Aggregierter Außenhandelskoeffizient A = (EX - IM) / (EX + IM)

Die Ergebnisse der drei wichtigsten Industriesektoren Finnlands sind folgender Tabelle zu entnehmen.

A = 0,054

Industrie Gi Gi - A RCAi
HS2 - 48 Papier, Karton und -produkte 0,872 0,818 81,026
HS2 - 85 Elektrische und elektronische Ausrüstung 0,202 0,148 15,645
HS2 - 44 Holz, Holzprodukte und Holzkhole 0,423 0,369 39,006

Die positiven RCA-Werte offenbaren die komparativen Vorteile der drei Sektoren. Deutlich sticht der RCA des Papiersektors hervor. Dieser erzielt zwar nicht den höchsten Außenhandelsumsatz, jedoch wird hier deutlich mehr exportiert als importiert. Die Elektronikindustrie erreicht den geringsten RCA, obwohl hier die meisten Exporte (in Mio. EUR) erfolgen. Ein Grund dafür ist, dass andere Länder in dieser Branche ebenso über komparative Vorteile verfügen und Finnland einen großen Teil importiert. Im Mittelfeld liegt der RCA des Holzsektors, der hinsichtlich des Exports das Schlusslicht der drei wichtigsten Industrien einnimmt.

Ein bedeutender Grund für den herausragenden komparativen Vorteil bei der Herstellung von Papier, Karton und -produkten ist darin zu sehen, dass Finnland mit der hierfür intensiv genutzten Ressource Wald, im Verhältnis zu anderen Ressourcen gut ausgestattet ist. Rund 76% der Landfläche sind mit Wald bedeckt. [6] Es bestätigt sich hier die Grundaussage der Theorie des Außenhandels von Heckscher-Ohlin, die besagt, dass ein Land die Güter exportiert, bei deren Produktion seine reichlichen Faktoren intensiv genutzt werden.[5]

Auch die steigende sektorale Arbeitsproduktivität führte zur Spezialisierung auf diese Güter und dessen hohen Export. Die Grundprognose des Ricardo-Modells, die besagt "dass Länder am ehesten die Güter exportieren, bei denen ihre Produktivität relativ hoch ist"[5] , wird hier bestätigt.

Basierend auf den Annahmen des Gravitationsmodells, nimmt der Handel zwischen zwei Ländern mit steigendem Bruttoinlandsprodukt (BIP) zu. Dem wirkt jedoch zunehmende Entfernung entgegen. Die folgenden Abbildungen zeigen das BIP der wichtigsten Handelspartner Finnlands im Jahr 2006 (links) und die geographische Entfernung zwischen den Ländern (rechts). Russland ist nicht enthalten, da keine Daten vorliegen.[7]

BIP der wichtigsten Handelspartner Finnlands 2006.JPG Geographische Nähe.JPG

Der wichtigste Handelspartner Deutschland weist ein relativ hohes BIP und somit eine hohe Kaufkraft auf. Die negative Wirkung der Entfernung wird durch eine gute Infrastruktur kompensiert. Finnlands Nachbar Schweden erreicht ein relativ geringes BIP. Auf die Handelsbeziehung wirkt sich die geringe Distanz positiv aus. Das relativ hohe BIP Englands (UK) wirkt sich positiv, die größere Distanz negativ auf den Außenhandel aus. Noch offensichtlicher wird die Wirkung bei Betrachtung der USA. Diese erreicht mit Abstand das höchste BIP, was eine starke Handelsbeziehung vermuten lässt. Die enorme Entfernung zu Finnland, damit verbundene hohe Transportkosten und weitere logistische Nachteile zeigen hier jedoch deutlich negative Wirkungen auf den Handel. Die USA ist lediglich der fünftwichtigste Handelspartner Finnlands.

Dynamische Analyse der Außenhandelsstruktur

strukturelle Analyse des Außenhandels
dynamische Analyse des Außenhandels

Zur Analyse der Außenhandelsstruktur sollten zunächst die wichtigsten Import- und Exportsektoren Finnlands betrachtet werden:

Finnlands wichtigste Import- und Exportsektoren[8]
Sektoren Import (in Millionen Euro) Export (in Millionen Euro)
Elektroindustrie 7.884,5 10.957,8
Holzindustrie 965,9 9.893,9
Fahrzeugbau 4.707,5 3.734,5
Chemische Industrie 4.654,9 3.329,6
Maschinenbau 3.783,8 5.888,5
Metallverarbeitende Industrie 3.749,7 7.141,0
Steinkohle/Ölraffinerie/Urananreicherung 1.616,1 2.456,4

Struktur und Dynamik des Außenhandels anhand Portfolioanalyse

Die Portfolioanalyse zeigt inwieweit Finnland relative Wettbewerbsvorteile (gemessen am Weltmarktanteil der Exporte) besitzt und wie die Marktattraktivität (gemessen durch den Weltwachstum der Exporte seit 2002) beschaffen ist. Durch 4 Dimensionen wird veranschaulicht, ob die Exporte in wachsenden Sektoren oder in "degenerierenden" Sektoren stattfinden und ob die Exporte im Vergleich zum Weltmarktanteil eher stark oder schwach ausgeprägt sind (strukturelle Analyse). In der dynamischen Analyse wird das Wachstum des Weltmarktanteils von Finnland (seit 2002) mit dem Weltexportwachstum (seit 2002) dargestellt.

Finnlands exportstärkster Sektor der Herstellung von Papier und Papierprodukten ist gekennzeichnet durch abnehmenden weltweiten Export. Finnland hat hier einen eher starken Weltmarktanteil von 7,61%, der aber um 1,45 % zurückgegangen ist und gehört dadurch eher zu den Verlierern. Die Herstellung von TV- und Radio-Transmittern/drahtgebundene Telefon- und Telegraphentechnik (Telekommunikation) ist der zweitstärkste Exportbereich. Mit einem Weltmarktanteil von 3,9% hat Finnland in diesem wachsenden Sektor eine gute Position, aber das Weltmarktanteilswachstum ist seit 2002 um 14,98% zurückgegangen. Finnland gehört somit zu den Verlierern in diesem Sektor. Bei der Produktion von Eisen und Stahl (sehr dynamischer Sektor), sowie im Maschinenbau (abnehmender Sektor) haben die Finnen trotz eines eher kleineren Marktanteils eine gute Stellung. Sie gehören mit einem positiven Marktanteilswachstum von 0,44% bzw. 1,45% noch zu den Gewinnern in diesen beiden Sektoren. Mit einem Marktanteil von 0,43% in der Fahrzeugherstellung ist die Position eher schwach. Doch der Weltmarktanteil ist hier seit 2002 um 33,85% gestiegen. Finnland gehört somit zu den Gewinnern in diesem nicht dynamischen Sektor. In dem sehr dynamischen Sektor der Herstellung von anderen kostbaren NE-Metallen hat Finnland einen geringen Marktanteil (0,96%), aber gehört dabei zu den Gewinnern.

Arbeitsproduktivität
Terms of Trade

Triebkräfte und Erklärungsfaktoren

Die Ergebnisse der Portfolioanalyse können durch folgende Faktoren begründet werden:

  • Die Produktivität in Finnland wurde gesteigert durch Liberalisierungs- und Deregulierungsmaßnahmen (z.B. im Strommarkt, Telekommunikationsmarkt) und vor allem durch die Produktion und Nutzung von Informations- und Kommunikationstechnologie. Finnland ist in diesem Bereich im Vergleich zu anderen Ländern exportstark. Die daraus resultierende positive Produktivitätsentwicklung lässt auf einen Wettbewerbsvorteil schließen.
  • Die Faktorausstattung ist der Betrag von Boden, Kapital, Arbeit und unternehmerischer Initiative, die ein Land besitzt und für die Güterherstellung nutzen kann. Ein Faktorreichtum bedeutet mehr Wohlstand und Produktionsvorteile gegenüber anderen Wettbewerbsländern. In Finnland wird eine hohe Faktorausstattung deutlich durch: hohe Investitionen in Forschung und Entwicklung; hohe Bildungsausgaben für qualifiziertes Fachpersonal, Förderung des Ingenieurwesens; Zusammenarbeit von Unternehmen und Regierung[9]; Holzindustrie, Bergbau (Steinkohle, Kupfer etc.), Erdölvorkommen, Uranabbau.
  • Die „Terms of Trade“(reale Austauschverhältnisse) geben an, wie viel eines konstruierten ausländischen Warenkorbs gegen einen Anteil des eigenen Warenkorbs getauscht werden kann. Zur Berechnung wird der Preisindex der Einfuhrgüter ins Verhältnis zum Preisindex der Ausfuhrgüter (in heimischer Währung) gesetzt. Die Terms of Trade eines Landes können steigen durch eine Preissteigerung der eigenen Exportgüter oder eine Preisminderung der Importgüter. Es erhöht sich die Möglichkeit mit dem gleichen Exportvolumen mehr Güter zu importieren. Dadurch verbessert sich die außenwirtschaftliche Position eines Landes.[10] Wie in der Abbildung erkennbar, sind die Terms of Trade Finnlands, trotz eines hohen Niveaus in den 90ern, seit 2002 extrem gesunken. Dies könnte an einer Preissteigerung der Importgüter Finnlands liegen. Dadurch ist vermutlich die geringe Dynamik des finnischen Außenhandels entstanden.
  • Ein weiterer Erklärungsfaktor sind globale Schocks (Veränderungen/Wechsel). In Finnland fand nach dem Zusammenbruch des Osthandels und der Rezession in den 90er Jahren ein Strukturwandel statt, da man sich dem europäischen Markt zuwandte. Durch den EU-Beitritt wurde Finnland zu einem wichtigen Teil des Güterhandels zwischen der EU und Russland.

Sektorale Standortattraktivität

Welche Sektoren sind für ausländische Direktinvestition in Finnland interessant?

Um zu klären, welche Sektoren für ausländische Direktinvestitionen in Finnland sprechen, sollte man zunächst den Begriff Direktinvestition und das Ziel einer Direktinvestition erläutern. Unter dem Begriff Direktinvestition versteht man die Investition eines Unternehmen in ein fremdes Land, um dort eine Zweitniederlassung zu gründen. Dies kann geschehen durch den Kauf eines Unternehmens, durch die Gründung einer Tochtergesellschaft oder ein Joint-Venture (Gemeinsames Wagnis). [Anmerkung 1] Ziel einer Direktinvestition ist, dass das Unternehmen in einem neuen Markt Fuß fassen kann und die Ressourcen [Anmerkung 2], die man für die Produktion benötigt, in diesem Land günstiger sind.
In Finnland sind besonders folgende Sektoren für ausländische Direktinvestitionen interessant: Fahrzeugbau, Maschinenbau und Elektroindustrie. Im Bereich Dienstleistungen ist es die Tourismusindustrie. Für diese Sektoren besteht auf dem Weltmarkt eine große Nachfrage (siehe Abb. 1, 2).

Abb. 1: Nachfrage nach finnischen Sektoren
Abb. 2: Touristmusindustrie
Nachfrage nach finnischen Sektoren[11]
Sektoren Jahr 2002 Jahr 2003 Jahr 2004 Jahr 2005 Jahr 2006 Jahr 2007
Fahrzeugbau 15,20 € 17,40 € 19,10 € 20,30 € 22,60 € 23,80 €
Maschinenbau[12] 135,00 € 120,00 € 129,00 € 145,00 € 180,00 € 241,00 €
Elektroindustrie 13,10 €[13] 12,40 €[14] 12,10 €[15] 14,60 €[16] 15,00 €[17] keine Angaben
Tourismusindustrie[18]
Sektoren Jahr 2003 Jahr 2004 Jahr 2005 Jahr 2006 Jahr 2007
Tourismusindustrie 4,42 4,38 4,49 5,00 5,32

Diese Wachstumssteigerung wurde schon von vielen Partnerländern, wie beispielsweise Deutschland, Russland und Schweden wahrgenommen. In den letzten Jahren haben immer mehr ausländische Unternehmen in Finnland investiert (siehe Abb. 3) und so wie der Investitionstrend sich entwickelt, wird dies auch noch lange anhalten.

Abb. 3: Direktinvestitionen in Mrd.
Direktinvestitionen[19]
Jahre Direktinvestitionen in Mrd. Euro
2000 26,1
2001 27,3
2002 32,4
2003 39,8
2004 42,1
2005 46,3
2006 51,6
2007 57,9

Einfluss des komparativen Vorteils auf ausländische Direktinvestitionen

Unter dem Begriff „komparativen Vorteil“ versteht man eine 'günstigere' (Grenz-) Rate der Transformation als es den gegeben Preisverhältnis entspricht. Dieser Vorteil wird solange genutzt, bis er erschöpft ist[20]. Direktinvestitionen sollten in Branchen erfolgen, in denen das Finnland einen komparativen Vorteil hat. Das bedeutet, die Güter können hier günstiger hergestellt werden, weil sich das Partnerland auf die Produktion dieses Gutes spezialisiert hat und das nötige Know-How dafür besitz. Im Umkehrschluss kann man sagen, dass sich das Partnerland selbst auf die Bereiche konzentrieren kann bei denen es den komparativen Vorteil besitzt, um dann untereinander mit diesen Gütern handeltreiben zu können. Dies lässt sich mit Hilfe einer Grundregel genauer erläutern.[5]:

wenn dann ist die Produktion im Inland günstiger

wenn dann ist die Produktion im Ausland günstiger

Legende:
= Arbeitskoeffizient (Produktionszeit) im Ausland
= Lohn im Ausland
= Arbeitskoeffizient im Inland
= Lohn im Inland

Bei dieser Grundregel werden aber die Transportkosten, die normaler weise auftreten, nicht mit berücksichtigt.

Auswirkungen von Importsubstitution auf Direktinvestitionen

Zuerst sollte die Bedeutung des Begriffes „Substitution“ erläutert werden. In der Volkswirtschaftslehre wird dies damit beschrieben, dass ein Produkt durch ein anderes ersetzt werden kann, weil sie fast identische Eigenschaften aufweisen, wie z. B. Butter und Margarine. Anhand dieses kleinen Beispiels kann man die Auswirkungen besser zur Geltung bringen. Denn mit der Annahme der Austauschbarkeit ist es für einen Staat zweckmäßig in Sektoren zu investieren, bei denen nicht die Gefahr besteht, dass man Sektoren fördert, die der eigenen Wirtschaft Schaden zu fügen können. Genau wie eine Medaille zwei Seiten hat, hat auch diese Entscheidung zwei Seiten. Auf der einen Seite kann es zu Problemen kommen, wenn man versucht, Importe durch eigene Produkte zu ersetzen. Probleme der Art, dass man zunächst Geld investieren muss, um die geeigneten Maschinen zu kaufen, die Mitarbeiter zu schulen, die diese Produkte fertigen können. Des Weiteren muss ein vernünftiges Vertriebskonzept entwickelt werden, um die Produkte an den „Mann“ zu bringen. Es gibt noch wesentlich mehr Bereiche, die man hierbei berücksichtigen muss und die für die Entscheidung ausschlaggebend sind. Auf der anderen Seite, wie oben schon angesprochen, kann man dadurch seine eigene Wirtschaft stärken und auch fördern. Darum muss man sich das Für und Wider genau vor Augen führen, um diese Entscheidung treffen zu können (aus Sicht des Importeurs). Eine Auswirkung für Finnland könnte sein, dass die Direktinvestitionen in Finnland zurück gehen, wenn sich einige Partnerländer dazu entschließen eher ihre eigenen Branchen zufördern als die Finnischen. Dies könnte dazu führen das die Nachfrage auf lange Sicht nach diesen Sektoren zurück gehen würde und dies könnte sich negativ auf die finnische Wirtschaft auswirken.

Analyse der ausländischen Direktinvestitionen in Finnland

Direktinvestitionsströme
Bestand an Direktinvestitonen
Investitionströme bezogen auf Sektoren
Investitionsbestand bezogen auf Sektoren

Die United Nations Conference on Trade and Development (UNCAD) unterscheidet 4 Motive, Recource-, Market-,Efficiency- und Strategic-Asset-Seeking durch die ausländische Direktinvestitionen kategorisiert werden können. Market-Seeking ist das bedeutendste der vier Motive. Es handelt sich hier um Investitionen bei denen beabsichtigt wird neue Märkte zu erschließen, in neue Märkte einzudringen oder um bestehende Märkte beizubhalten.

Das Motiv des Efficiency-Seeking verfolgt das Ziel der Produktionskostensenkung. Es sind Investitionen die die Effizienz der investierenden Unternehmen steigern sollen durch die Ausbeutung der Vorteile von Massenproduktion (Economies of Scales), Verbundvorteile (Economies of Scopes) und Vorteile durch gemeinsame Eigentümerschaft.

Recource-Seeking ist ein beschaffungsorientiertes Motiv zur Sicherung von Rohstoffquellen. Es werden Investitionen getätigt, bei denen die Erlangung von Produktionsfaktoren angestrebt wird, die im eigenen Land nicht beschaffbar oder effizienter sind als die im eigenem Land verfügbaren.

Beim Stratetic-Asset-Seeking sollen strategische Ziele erreicht werden. Es handelt sich um taktische Investitionen die die Ausnutzung von Ressourcen in Form von technischem Know-how und qualifiziertem Personal durch andere Wettbewerber unterbinden soll.[21]

Bei genauerer Betrachtung der Direktinvestitionsströme in Finnland ist erkennbar, dass hier vordergründig das Motiv des Strategic-Asset-Seeking verfolgt wird. Es dominieren die Investitionen im Dienstleistungssektor, vor allem im Finanz-, Transport -, Lagerhaltung- und Telekommunikationsbereich. „Finnlands Wirtschaft ist von der kapital-, rohstoff- und energieintensiven Produktion zur wissensintensiven Produktion übergegangen“[22] Kapital wird vermehrt in Know-how investiert, besonders deutlich wird dies an Finnlands hohem Wissenschafts-, Technologie- und Ausbildungsniveau. Auf vielen Gebieten kann von einem attraktiven, umfangreichen Spezial-Wissen profitiert werden. Mit innovativen Ideen und Forschungen brilliert Finnland auf vielen Gebieten z.B. passend für den Umweltschutz, mit der Entwicklung sauberer Technologien. Beim Motiv Efficiency-Seeking, das auf Kostenvorteile der Produktion abzielt, ist der Bereich der industriellen Fertigung bzw. des produzierenden Gewerbes näher zu betrachten. Hier ist auf bestimmten Gebieten ein Rückgang der Zuflüsse ausländischen Direktinvestitionen zu verzeichnen, vor Allem in den Bereichen Maschinen, Zubehör und chemische Industrie. Dagegen sind die Investitionen in den Bereichen Nahrungsmittel, Getränke und Tabak sowie Gummi und Plastverarbeitung gestiegen. Was nicht verwundert, denn im Bereich der Lebensmittel überzeugt Finnland mit gesundheitsfördernden diätischen Produkten wie z.B. cholesterinspiegelsenkende Margarine bzw. Kaugummi gegen Karies.[22] Veränderungen im Bereich der Rohstoffgewinnung in Hinsicht auf das Motiv des Recource-Seeking sind ebenfalls erkennbar. Direktinvestitionen, Ressourcen betreffend, gingen zwar in den letzten Jahren für Elektrizität, Gas, Wasser, Holz und Holzprodukte stark zurück, sind aber im Bereich Metalle und Metalverarbeitung gestiegen. Finnland verfügt über Kupfer-, Eisenerz-, Nickel-, Zinn- und Goldvorkommen. „Dank der weltweiten Erznachfrage erlebt die finnische Bergbauindustrie ein Comeback[23].“ Bei Metallgewinnung und Erzabbau kommen Finnland zudem innovative Erfindungen zu gute wie ein neues umweltfreundliches Verfahren zur Kupfergewinnung aus Kupferkonzentrat gleich am Standort der Kupfermine .[22] Betrachtet man die wirtschaftliche Gesamtentwicklung mit Augenmerk auf das Motiv des Market Seekings kann man sagen, dass Finnland einen lukrativen Absatzmarkt darstellt, durch seine anhaltend gute Wirtschaftsentwicklung, einer starken Kaufkraft und weiterhin steigenden Ivestitionen. [24]

Sektoraler Wettbewerb um ausländische Direktinvestitionen

Um für ein Land attraktiv für ausländische Direktinvestitionen (Abk.: ADI) zu wirken, sind wichtige Standortfaktoren von Bedeutung. Diese Standortfaktoren spiegeln sich in dem Grad der Wettbewerbsstärke oder der Arbeitslosigkeit im Inland wider. Hinter der "[...]Arbeitslosenquote verbirgt sich die Idee, dass eine hohe Investitionsbereitschaft der Unternehmer eine geringe Arbeitslosigkeit - aufgrund der Ausschöpfung des vorhandenen Arbeitskräftepotentials - mit sich bringt." Zudem sind diese von den strukturellen Problemen und der Konjunktur der Volkswirtschaft abhängig.
- Paper von Claudia Mitschke (2000)[25]

Die Arbeitslosigkeit in Finnland ist relativ hoch und im EU-Vergleich stellt die überdurchschnittliche Alterung der Gesellschaft eine Herausforderung dar. Zudem ist die Jugendarbeitslosigkeit sehr hoch (2004 waren es 20,7 % der 15- bis 24-Jährigen). Ziel für Finnland ist es, mittels Einkommenssteuersenkungen die Erwerbsquote zu erhöhen und somit die Arbeitslosigkeit auf unter 5 % zu drücken. Doch bleibt das Problem, dass die Zahl der Beschäftigung im Bereich des verarbeitenden Gewerbes, sowie der sozialen Dienstleistungen zurückgeht; vor allem in den Branchen der finnischen Bauindustrie. Im Zuge von Entlassungen in der Informations- und Kommunikationstechnischen Branche haben sich auch die Arbeitslosenzahlen bei den Akademikern erhöht. Der Dienstleistungssektor an sich hat in Finnland im Vergleich zu anderen EU-Ländern noch Nachholbedarf. Hiervon verspricht sich Finnland neue Arbeitsplätze, auch mit geringen Qualifikationsanforderungen.

Die Konjunktur in Finnland befindet sich in guter Verfassung. 2005 gab es in der Papierindustrie einen Arbeitskonflikt und fiel mit 2,9 % schwächer aus als erwartet und stieg 2006 auf 5,5 %. Dank tieferer Steuern steigt die Kaufkraft der Konsumenten. Eine nachlassende Auslandsnachfrage und der starke Euro bewirken, dass der Exportsektor nicht mehr die treibende Kraft hinter dem Wachstum ist.

Die Wettbewerbsfähigkeit Finnlands stützt sich auf hohes Ausbildungsniveau, erstklassige Technologieumgebung, gut funktionierende Infrastruktur und ein deckendes soziales Netz. Seinen Wettbewerbsvorteil aus der mäßigen Unternehmensbesteuerung hat Finnland in den letzten Jahren wohl verloren, denn andere Länder haben diese Steuern gesenkt[22].

In Finnland herrscht eine chronische Sorge wegen einer nicht ausreichenden politischen Beachtung in der Union. Immer wieder zeigt der öffentliche Diskurs, dass in Finnland – sowohl in der Bevölkerung als auch in der politischen Elite – eine latent EU-kritische Haltung zu finden ist. Neben der Angst vor prinzipiellem Einflussverlust in der erweiterten EU findet sich der konkrete Vorwurf, bei der Besetzung wichtiger EU-Positionen und der Vergabe von EU-Institutionen (z.B. Lebensmittelbehörde) nicht ausreichend berücksichtigt zu werden.

In den nachfolgenden Tabellen sind negative Direktinvestitionen zu finden, diese sind im Sinne der Wettbewerbsstärke zu interpretieren. Z.B. sind Investoren des heimischen Industriestandortes zur Kapitalanlage nicht interessant oder diese Länder haben ein überaus hohes Realeinkommen und eine enorme Exportquote aufzuweisen.

Bereich Finanzen - Währungsintermediation

Wettbewerb um ADI (in Millionen Euro)[8]
Staat 2005 2004 2003 2002 2001
Deutschland 15.487,01 -93,38 -11,53 2.159,09 698,21
Rang 1. 19. 18. 1. 7.
Vereinigten Staaten 6.266,19 11.401,82 2.654,12 1.341,39 4.094,87
Rang 2. 1. 1. 2. 1.
Hong Kong (SAR China) 3.644,43 2.829,72 1.439,67 -2.703,29 3.499,40
Rang 3. 3. 3. 19. 2.
Irland 2.980,70 2.840,81 1.786,36 keine Angabe (k. A.) k. A.
Rang 4. 2. 2. 22. 27.
Österreich 2.273,31 69,62 376,68 43,18 k. A.
Rang 5. 18. 6. 11. 30.
Finnland 758,85 121,02 191,91 k. A. 1.907,69
Rang 9. 20. 10. 26. 3.

2001 erlangt Finnland den 3. Platz in der globalen Weltliste. Doch die Konkurrenz ließ nicht lange auf sich warten. Österreich und Irland holten schnell auf und machten Finnland Konkurrenz. Erst 2003 und 2005 gelang es Finnland den Rückstand langsam wieder aufzuholen. Doch die Tendenz ist steigend. Ungeschlagene Konkurrenz bleiben Hong Kong, die Vereinigten Staaten und, nach 2 Jahren Rückstand, Deutschland. Finnland basierte mehr auf F&E der Technologie, dagegen setzte Irland den Schwerpunkt mehr auf dessen Wirtschaft, weitgehend auf ausländisches Investitionskapital und importierte Technologien. So gelang es Irland schnell aufzuholen (2001 noch auf Rang 27 und steigerte sich in 2 Jahren auf Rang 2) und war für Direktinvestitionen attraktiver als Finnland.

Bereich Transport -, Lagerhaltung- und Telekommunikationsbereich

Wettbewerb um ADI (in Millionen Euro)[8]
Staat 2005 2004 2003 2002 2001
Deutschland 483,75 30,83 3.073,22 3.298,57 914,20
Rang 21. 38. 2. 1. 10.
Vereinigte Staaten 2.505,08 1.696,16 412,10 2.015,27 27.220,80
Rang 3. 4. 13. 5. 1.
Hong Kong (SAR China) 1.687,06 1.087,76 -1.16,52 -1.494,57 3.235,26
Rang 6. 6. 54. 55. 3.
Vereinigtes Königreich 20.013,79 8.998,14 499,17 -4.674,74 -3.047,81
Rang 1. 1. 11. 56. 54.
Frankreich 487,96 2.259,54 1.257,31 -570,63 3.352,52
Rang 20. 2. 4. 53. 2.
Finnland 944,20 699,10 605,98 2.681,89 113,44
Rang 12. 10. 9. 4. 29.

Die Firma "Nokia" ist in Finnland das größte Unternehmen im Bereich Telekommunikation und stellt für den globalen Markt eine gute Direktinvestition für andere Staaten dar. Daher lag Finnland 2001 unter den ersten 30 und konnte sich nach nur einem Jahr auf den 4. Rang verbessern. Es war nicht einfach, diese Position auf Dauer zu halten. Doch ständige Investition in F&E machten es möglich unter den ersten 12 zu bleiben. Auch die Konkurrenz aus dem Vereinigten Königreich machte sich rar, in 2001/02 noch auf dem 54. und 56. Rang und 2003 schon auf dem 11.

Bereich Groß- und Einzelhandel

Wettbewerb um ADI (in Millionen Euro)[8]
Staat 2005 2004 2003 2002 2001
Deutschland 483,75 2.493,61 1.161,08 1.577,07 -718,15
Rang 21. 5. 6. 5. 59.
Vereinigten Staaten 2.505,08 17.320,24 -880,25 6.014,00 7.434,38
Rang 3. 1. 61. 1. 1.
Hong Kong (SAR China) 1.687,06 4.048,31 3.697,25 2.401,14 2.740,12
Rang 6. 3. 2. 2. 3.
Vereinigtes Königreich 20.013,79 5.943,97 168,47 1.978,91 5.084,32
Rang 1. 2. 22. 3. 2.
Frankreich 487,96 -548,08 -365,92 10,76 1.335,41
Rang 20. 66. 64. 46. 7.
Finnland 944,20 321,91 -94,20 314,14 132,80
Rang 12. 20. 61. 20. 25.

In dieser Branche ist eine leichte Tendenz nach oben zu erkennen. 2003 stand Finnland noch auf dem 61. Platz und schaffte es sich bis 2005 bis auf den 12. Platz zu verbessern. Doch die Konkurrenz schläft nicht, wobei sich die Vereinigten Staaten, Hong Kong und Deutschland stets ihr Position bewahren konnten, holt Frankreich langsam auf.

Fazit: Wettbewerbsfähigkeit Finnlands

Die Wettbewerbsfähigkeit Finnlands basierte anfangs ausschließlich auf dem Forstsektor, wie der Holzverarbeitungsindustrie. Damit konnte sich Finnland auf den globalen Märkten etablieren und setzte sich später in den Sektoren Maschinenbau, Elektroindustrie und Dienstleistungen durch. Dabei setzte Finnland auf führende Informationstechnologie, Innovativität, sowie ein hohes Niveau in Forschung und Bildung. Heute platziert sich die finnische Industrie bei internationalen Vergleichen der Wettbewerbsfähigkeit an der Weltspitze. Die finnische Wirtschaft wird auch als Anwärter einer "New Economy"[Anmerkung 3]in Europa gesehen, u.a. durch Faktoren, wie die Bereitschaft zu strukturellem Wandel, die technologie- und innovationsfreundliche Haltung in der Bevölkerung und bei den Unternehmen, dadurch hohe Privatinvestitionen in Infrastruktur und bedeutende F&E-Ausgaben.

Außhandelsansätze besitzt Finnland vor allem in den Branchen elektrische und elektronische Geräte und betreibt hier den stärksten Export. Darüber hinaus sind die Papier- und holzverarbeitende Branchen von großer Bedeutung. Anhand der Außenhandelsdynamik lässt sich erkennen, dass Finnland zwar hohe Weltmarktanteile im Telekommunikationssektor besitzt, aber diese eine sinkende Tendenz aufweisen. Finnland wird sich also in Zukunft gegen weltweite Konkurrenz in diesem dynamischen Sektor behaupten müssen. Potentiale bestehen in der Herstellung von Eisen und Stahl und anderen Nichtedel-Metallen. Finnland müsste in diese dynamische Sektoren mehr investieren um den Export zu steigern und die Wettbewerbsfähigkeit zu erhöhen. Bei der Betrachtung der Motive im Bereich der ausländischen Direktinvestitionen steht die Investition in geistiges Kapital im Vordergrund. Deutlich wird dies am Volumen und Zuwachs der Investitionen im Dienstleistungsbereich und im Bereich der Telekommunikationsindustrie, in denen Forschung und Entwicklung sehr intensiv betrieben wird.

Als Schwäche der Wettbewerbsfähigkeit können die hohen Steuersätze in Finnland angesehen werden. Die Besteuerung des Arbeitseinkommens fällt auf allen Einkommensniveaus besonders hart aus. Dies hat Auswirkungen auf das Beschäftigungsniveau. Der finnische Gesamtsteuersatz liegt über dem EU-Durchschnitt. Im internationalen Vergleich der Körperschaftssteuer liegt Finnland 2002 mit 29% knapp unter dem Durchschnitt der Industrieländer von 33%.[26]

Die Effizienz der Gütermärkte in Finnland ist vor allem im letzten Jahrzehnt durch weitreichende Liberalisierungs- und Deregulierungsmaßnahmen gesteigert worden (z.B. im Telekommunikations- und Strommarkt). Nach Einschätzung der OECD sind die Gütermärkte in Finnland nicht wesentlich stärker reguliert als im EU-Durchschnitt, jedoch weit entfernt vom Standard einiger Nicht-EU-Länder, insbesondere den USA. Defizite bestehen bei der Flexibilisierung und Liberalisierung des Güter- und Arbeitsmarktes.[9].

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Literatur

  • Altmann, Jörn: Wirtschaftspolitik. 6.Auflage, Stuttgart 1995, ISBN 978-3825213176
  • Barro, Robert J./ Sala-i-Martin, Xavier: Wirtschaftswachstum. München/Wien/Oldenbourg 1998, ISBN 978-3486235357
  • Krugmann, Paul R./ Obstfeld, M.: Internationale Wirtschaft, Theorie und Politik der Außenwirtschaft. 7. Auflage, München 2006, S. 56, 74, 83, 119, ISBN 978-3827371997
  • Olsson, Michael: Kompakt-Lexikon Umwelt-und Wirtschaftspolitik. 3.Auflage, Wiesbaden 1998, ISBN 3893312625
  • Stocker, Ferry: Spaß mit Mikro-Einführung in die Mikroökonomik. 3.Auflage, München 1995, S. 216, ISBN 978-3486258530

Weblinks

Einzelnachweise

  1. http://www.visitfinland.de/w5/de/index.nsf/(Pages)/Land_in_Kürze?opendocument&np=B-10
  2. http://www.bundestag.de/gremien/welt/glob_end/4_2.html
  3. http://ec.europa.eu/employment_social/esf/members/fi_de.htm
  4. 4,0 4,1 4,2 4,3 http://www.intracen.org/countries/; abgerufen am 10.05.2008
  5. 5,0 5,1 5,2 5,3 Krugman/Obstfeld: Internationale Wirtschaft, 7. Auflage, 2006 Cite error: Invalid <ref> tag; name "obst" defined multiple times with different content Cite error: Invalid <ref> tag; name "obst" defined multiple times with different content Cite error: Invalid <ref> tag; name "obst" defined multiple times with different content
  6. http://virtual.finland.fi/netcomm/news/showarticle.asp?intNWSAID=25853&intSubArtID=14337; abgerufen am 23.05.2008
  7. http://ec.europa.eu/economy_finance/indicators/annual_macro_economic_database/ameco_applet.htm
  8. 8,0 8,1 8,2 8,3 http://www.investmentmap.org/invmap/en/prioritySector.aspx?prg=0, abgerufen am 23.05.2008, 11:01 (CEST) Cite error: Invalid <ref> tag; name "ivmap" defined multiple times with different content Cite error: Invalid <ref> tag; name "ivmap" defined multiple times with different content Cite error: Invalid <ref> tag; name "ivmap" defined multiple times with different content
  9. 9,0 9,1 http://www.dbresearch.de/PROD/CIB_INTERNET_EN-PROD/PROD0000000000018801.pdf; (PDF); abgerufen am 25.05.2008; 20:11 (CEST) Cite error: Invalid <ref> tag; name "dbresearch" defined multiple times with different content
  10. http://www.bpb.de/wissen/RLGB37,,0,Reale_Austauschverh%E4ltnisse_(Terms_of_Trade).html; abgerufen am 25.Mai 2008, 18:05 (CEST)
  11. http://www.stat.fi/tup/suoluk/suoluk_kotimaankauppa_de.html; abgerufen am 13.05.2008; 14:36 (CEST)
  12. http://www.teknologiateollisuus.fi/files/16503_St07nominal_Oct.pdf; (PDF); abgerufen am 13.05.2008
  13. https://www.zvei.org/fileadmin/user_upload/Wirtschft_Recht/Aussenwirtschaft/Laendernachrichten/FI_aus.pdf (PDF) abgerufen am 03.05.2008; 11:07 (CEST)
  14. https://www.zvei.org/fileadmin/user_upload/Wirtschft_Recht/Aussenwirtschaft/Laendernachrichten/Kennzahlen_Aus-Einfuhren/FI_aus.pdf (PDF) abgerufen am 03.05.2008; 11:07 (CEST)
  15. https://www.zvei.org/fileadmin/user_upload/Wirtschft_Recht/Aussenwirtschaft/Laendernachrichten/Aus-Einfuhren-2004/FI_aus.pdf (PDF) abgerufen am 03.05.2008; 11:07 (CEST)
  16. https://www.zvei.org/fileadmin/user_upload/Wirtschft_Recht/Aussenwirtschaft/Laendernachrichten/Aus-Einfuhren-2004/Laenderinfos-2007/FI_aus.pdf (PDF) abgerufen am 03.05.2008; 11:07 (CEST)
  17. https://www.zvei.org/fileadmin/user_upload/Wirtschft_Recht/Aussenwirtschaft/Laendernachrichten/Aus-Einfuhren-2004/Laenderinfos-2008/FI_aus.pdf (PDF) abgerufen am 03.05.2008; 11:07 (CEST)
  18. http://www.stat.fi/tup/suoluk/suoluk_liikenne_de.html#Ubernachtungen; abgerufen am 13.05.2008; 17:47 (CEST)
  19. http://www.stat.fi/tup/suoluk/suoluk_kotimaankauppa_de.html; abgerufen am 03.05.2008; 11:20 (CEST)
  20. Stocker, F.: Spaß mit Mikro-Einführung in die Mikroökonomik, 3.Auflage, 1995
  21. http://en.wikipedia.org/wiki/Foreign_direct_investment, http://de.wikipedia.org/wiki/Direktinvestition; abgerufen am 20.05.2008; 16:30 (CEST)
  22. 22,0 22,1 22,2 22,3 http://www.finnfacts.com/german/country/story/weltwirtschaft/ict.html Cite error: Invalid <ref> tag; name "FinnFa" defined multiple times with different content Cite error: Invalid <ref> tag; name "FinnFa" defined multiple times with different content Cite error: Invalid <ref> tag; name "FinnFa" defined multiple times with different content
  23. http://www.digipaper.fi/focus/10043/index.php?pgnumb=17
  24. http://www.bfai.de/DE/Content/__SharedDocs/Links-Einzeldokumente-Datenbanken/fachdokument,templateId=renderSE.html?fIdent=MKT20071217155855&source=Google&sourcetype=SE
  25. http://www-1.mtk.ut.ee/varska/2000/Mitschke.pdf; (PDF)
  26. https://www.bfai.de/DE/Content/__SharedDocs/Links-Einzeldokumente-Datenbanken/fachdokument,templateId=renderSE.html?fIdent=MKT20020204095701&source=alteLinks&sourcetype=SE; abgerufen am 01.06.2008, 22:30 (CEST)

Anmerkungen

  1. Mit einem einheimischen Unternehmen ein Bündnis einzugehen. Ein Grund dafür ist das Risiko zu teilen und das entsprechende Unternehmen mit dem man sich zusammenschließt, hat Kenntnisse über den Markt und die Verhaltensweisen die man beachten muss, um auf dem neuen Markt zu bestehen.
  2. Unter dem Begriff Ressourcen kann man im engeren Sinne die tatsächlichen Arbeitsmittel verstehen, wie zum Beispiel Holz, Metall, Öl und so weiter und im weiteren Sinne sogar die Arbeitskräfte die man für die Produktion benötigt.
  3. Kennzeichen der "New Economy" sind höheres Potenzialwachstum und geringerer Preisdruck, inflationsfreies und anhaltendes Wachstum. Die US-Wirtschaft wird als New Economy bezeichnet, da sie u. a. diese Kennzeichen aufweist.
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