Wettbewerbsfähigkeit Deutschlands 2008

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Deutschland

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DEUTSCHFLAGGE.jpg

Einleitung

Zahlen & Fakten

  • Mit jährlich mehr als 2 Bil. € Umsatz ist Deutschland die drittgrößte Volkswirtschaft der Welt.
  • Deutschlands BIP beträgt ca. 22% des BIP der EU und ist Europas größter Binnenmarkt.
  • Deutschland ist mit Ausfuhren von 969 Mrd. € Exportweltmeister.
  • Deutschland liegt bei Untersuchungen der internationalen Wettbewerbsfähigkeit auf Platz 16 (Stand: 07.05.2007). [1][2][3]
  • Deutschlands Weltmarktposition zeigt sich im “Global Competitiveness Report” des World Economic Forums auf Platz 5. [4]

Internationale Wettbewerbsfähigkeit

Abb. 1: Deutschlandkarte

In der volkswirtschaftstheoretischen Literatur taucht seit den 1980er Jahren immer wieder der Begriff der internationalen Wettbewerbsfähigkeit von Nationen auf, aber eine einheitliche, allgemeingültige Definition wurde bis heute nicht definiert. [5]

Im Rahmen der folgenden Betrachtungen wird auf eine Arbeitsdefinition abgestellt, die auf die präferierte Definition des Sachverständigenrats zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung aufbaut.[6] Dieser definiert die internationale Wettbewerbsfähigkeit einer Volkswirtschaft durch die „ability to sell“, d.h. die Fähigkeit, Produkte im internationalen Wettbewerb abzusetzen. Dabei werden sowohl Vergangenheitsdaten, die gegenwärtige Wettbewerbsstellung als auch zukünftige Aussichten einbezogen. Zu betonen ist, dass die für den Außenhandel relevanten absoluten Preisvorteile nicht nur von unternehmensspezifischen, sondern auch von gesamtwirtschaftlichen Größen bestimmt werden. Unternehmerische Wettbewerbsvorteile auf den internationalen Märkten in wichtigen Bereichen sind von allgemeinen gesamtwirtschaftlichen Rahmenbedingungen im Heimatland abhängig. Und zwar von denen die einen wesentlichen Einfluss auf die Produktivitätsentwicklung des Landes und damit indirekt auch auf dessen preisliche Wettbewerbsfähigkeit haben. Internationale Wettbewerbsfähigkeit wird damit mit der Fähigkeit eines Landes gleichgesetzt, nachhaltig ein möglichst hohes Einkommen bzw. einen steigenden Lebensstandard zu erzielen.

Überblick über die "abilities"-Konzeptionen

Nachfolgend wird ein Überblick über die einzelnen Konzeptionen der "abilities" zur internationalen Wettbewerbsfähigkeit von Nationen gegeben. Die angegebenen Indikatoren werden hier als die aussagekräftigsten für Deutschland gehalten.[7]

1. abilitiy to sell - Außenwirtschaftlich orientierte Ansätze

  • Preiswettbewerbsfähigkeit gemessen an der Attraktivität der Güter über den Preis
  • Nichtpreiswettbewerbsfähigkeit anhand qualitativen Kriterien
  • Absatzfähigkeit

2. ability to earn - Konzepte zur Realeinkommenserhöhung

  • Wettbewerbsfähigkeit mittels der Produktivität
  • Technologische Wettbewerbsfähigkeit
  • Fähigkeiten eines Landes ein hohes Realeinkommen zu erzielen

3. ability to adjust - Konzepte zur dynamischen Anpassungsmöglichkeit von der Volkswirtschaft

  • ordnungspolitischen Rahmenbedingung
  • Entwicklung der Produktionsstruktur
  • sich an veränderte Umweltbedingungen anzupassen

4. ability to attract - Konzepte zur Standortattraktivität

  • öffentliche Infrastruktur
  • Ausgestaltung der gesamten Abgabenbelastung
  • Qualität des Bildungssystems

Betrachtungen zur Wettbewerbsfähigkeit Deutschlands

Sektorale Leistungsfähigkeit im Außenhandel

Drei der wichtigsten Sektoren nach dem HS 2

Tabelle 1 zeigt die drei wichtigsten Wirtschaftssektoren Deutschlands nach dem HS2. Dabei handelt es sich bei HS um die Abkürzung des harmonisierten Systems, einer weltweit gültigen Nomenklatur, die zur Bezeichnung und Codierung von Waren des internationalen Handels verwendet wird.[8]

Tab. 1: Drei der wichtigsten Sektoren im Außenhandel nach HS2
Tab. 2: Die wichtigsten Handelspartner in den drei stärksten Sektoren

Deutlich wird die dominante Stellung der Sektoren HS 87 und HS 84, die zusammen den Ausfuhrüberschuss zu fast 99% Deutschlands decken. An der Spitze steht Deutschland mit den Gütern des HS 87, diese umfassen 60% am Gesamtexport und 54% am Weltexport.

Tabelle 2 zeigt die wichtigsten Handelspartner dieser Sektoren. Neben den USA sind hier ausschließlich die alten EU-Länder von Bedeutung.

Der Lafay-Index versucht den komparativen Vorteil anhand der tatsächlich beobachteten Export- und Importströme im Bezug zum BIP aufzudecken, um dann Rückschlüsse auf die internationale Wettbewerbsfähigkeit zu schließen. Ist der Index größer 1, so liegt ein komparativer Vorteil vor.[9] In den oben dargestellten Gütergruppen hat Deutschland demnach einen komparativen Vorteil.

Drei der wichtigsten Sektoren nach dem HS 4

Tabelle 3 stellt die drei wichtigsten Sektoren innerhalb des HS4 dar. Der Bereich PKW fällt mit einem Anteil von 68,9% am Ausfuhrüberschuss dieses Sektors besonders ins Gewicht und erwirtschaftet einen Handelsüberschuss von 73.922 Mio. $. Dies entspricht 37% des gesamten Handelsüberschusses und stellt die größte Einnahmequelle dar. Nicht unbeachtlich sind auch Teile und Zulieferteile mit einem Anteil von 13,5% am Ausfuhrüberschuss. Der komparative Vorteil liegt vor allem im Bereich Fahrzeug- und Maschinenbau.

Tab. 3: Klassifikation der bedeutendsten Sektoren im HS4


Die wichtigsten Handelspartner

Abb. 2: Die wichtigsten Handelspartner

Die wichtigsten Handelspartner sind Frankreich, USA, Großbritannien und Italien (Siehe Abb. 2). Mit diesen Ländern wird ein Drittel des Außenhandelsumsatzes erzielt. Der beste Kunde Deutschlands ist mit Abstand Frankreich.

Interpretation der offenbarten komparativen Vorteile

geographische Nähe, das Gravitationsmodell:

Abb. 3: Verkehrsradius Deutschlands.

Das Gravitationsmodell basiert auf der Theorie, dass der Handel zwischen zwei Ländern positiv von deren Marktgröße und negativ von der Entfernung abhängig ist. [10] Dies bedeutet je größer die Volkswirtschaft (gemessen am BIP) eines Handelspartners und je kürzer die Distanz zwischen diesen Ländern ist, umso ausgeprägter ist der Außenhandel.

Empirische Befunde belegen zwar eine negative Wirkung der Entfernung auf den Handel, jedoch existieren starke Außenhandelsverknüpfungen zwischen Deutschland und Frankreich, USA sowie Großbritannien, obwohl sehr unterschiedliche Distanzen vorliegen. Während die USA 6000 km entfernt liegen, ist Großbritannien lediglich 850 km entfernt und Frankreich ist ein direktes Nachbarland. Die Nähe zu Frankreich bedeutet geringere Transportkosten. Daneben verbindet diese Länder eine sehr enge politische, wirtschaftliche und kulturelle Beziehung. Für den Handel mit Großbritannien und den USA ist sicherlich das Vorhandensein von internationalen Handelsabkommen, die günstige geografische Lage sowie die gute Infrastruktur von Bedeutung, was zu kurzen Transportzeiten führt (siehe Abb. 3).

Produktivität, David Ricardo:

Abb. 4: Arbeitsproduktivität der Handelspartner

Grundprognose des Ricardo Modells ist, dass Länder am ehesten diejenigen Güter exportieren bei denen sie über eine relativ hohe Produktivität verfügen.

Die Handelspartner haben alle eine höhere Arbeitsproduktivität (siehe Tab. 5), wobei Deutschland über dem EU-Durchschnitt (100) liegt. Somit haben diese Länder auch komparative Vorteile, wie z.B. Frankreich und USA im Bereich der Luft- und Raumfahrt. Das BIP pro Kopf gibt weiter Auskunft über die Produktivität eines Landes, d.h. mit zunehmender wirtschaftlicher Leistung steigt auch das Außenhandelsvolumen mit den jeweiligen Handelspartnern.

Ressourcenausstattung, Heckscher Ohlin:

Tab. 4: Ressourcenausstattung Deutschlands und die drei wichtigsten Handelspartner

Außenhandel ist dann vorteilhaft, wenn jedes Land diejenigen Güter exportiert, zu deren Produktion es relativ viel vom reichlich vorhandenen Produktionsfaktor einsetzt, und dafür jene Güter importiert, die einen hohen Einsatz des relativ knappen Produktionsfaktors erfordern. Deutschland verfügt über keine nennenswerten Rohstoffvorkommen. Bergsalz, Kalium, Stein- und Braunkohle sind die wichtigsten Rohstoffe, die Deutschland fördert. Jedoch haben diese, aufgrund der sehr begrenzten Ressourcen und daraus folgenden relativ geringen Fördermengen, eine eher nachrangige Bedeutung für die Produktion. Rohstoffe werden von Deutschland traditionell importiert. Eine Erklärung des komparativen Vorteils mittels des Heckscher-Ohlin-Modells scheidet daher aus.

Analyse der Außenhandelsstrukturen

Allgemein

Um einen besseren Überblick zu bekommen, werden hier nur einige ausgewählte Branchen beleuchtet -im Regelfall die mit der größten materiellen Wert- mit denen Deutschland Außenhandel treibt. Ein wichtiges Merkmal beim Beleuchten der deutschen Außenhandelsstruktur ist, dass sich der Export hauptsächlich auf Produkte im sekundären Sektor beläuft.

Tab. 5:Außenhandelsexporte an ausgewählten Branchen

Dies überrascht auch wenig, da in Deutschland eine gewisse Armut an Bodenschätzen herrscht oder importierte Rohstoffe billiger sind.[11] Wie im vorigen Abschnitt schon beschrieben -im Heckscher-Ohlin-Modell- ist somit der Export mit diesen Waren gering bis kaum vorhanden. Da vor allem der Primäre Bereich in Deutschland eher zurückgeht (Landwirtschaft -11,8%, Bergbau -7,9%) ist es wenig verwunderlich, dass man sich im Außenhandel vor allem auf Produkte in anderen Bereichen konzentriert.

Struktur des Außenhandels

Die strukturelle Exportanalyse stellt den Weltmarktanteil Deutschlands (WMA) bezogen auf das Jahr 2006 dem Weltexportwachstum (WEW) seit 2002 gegenüber. Summiert man alle Produkte auf, mit denen Außenhandel getrieben wird, kommt man auf einen Anteil von 8,6% am Welthandel. Das gesamte Welthandelswachstum beläuft sich auf 16,5%.

Portfolio: Struktur des Außenhandels

Betrachtet man den Portfoliochart genauer fällt sofort auf, dass im Bereich der Champions sich ein geringer Anteil der Produkte befindet. Hier wären das Herstellen von Eisen, Stahl (WMA: 9,2% WEW: 25,6%) und Basis Chemikalien (WMA:10,6% WEW: 17,8%) zu nennen.

Am dichtesten besiedelt sind die Produkte in Sektoren die allgemein eher schwach sind. Dabei entfällt der Mammutanteil, der unter den 16,5% , jedoch höher als 8,6% gemessen am Welthandel liegt, auf die Autoindustrie. Jedoch mit einen Wachstum von 10,9% und einen Welthandelsanteil von 20,45% ist sie die Nummer Eins der Cash Cows in der Portfolioanalyse. Der Export erzielte somit einen Geldwert von 146,4 Mrd. $. Auch der Maschinenbau für spezielle und Allzweck-Maschinen weist einen großen Bestand auf( WMA :~17% WEW:~15%). Zusammen erzielten diese beiden Zweige 148,9 Mrd. $. Schwache Zweige sind Bürozubehör mit 5,5% WMA und 12,2% WEW.

Ein Wachsen einer Branche weltweit bedeutet nicht gleich, dass auch der Export dieser Branche von Deutschland wächst. Beispiele hierfür sind das Herstellen von TV und Radio Transmittern (WMA:6,5 WEW:24,1%) oder das Raffinieren von Erdöl (WMA:4,5% WEW 32%).

Alles in allem ist die strukturelle Aufstellung zwar solide, jedoch ist der Schwerpunkt zu sehr auf Branchen gelegt, welche im Begriff sind zu sinken. Ein Einbeziehen der wachsenden Branchen wäre eventuell sinnvoll.

Dynamik des Außenhandels

Portfolio: Dynamik des Außenhandels

Die dynamischen Analyse stellt das Weltexpotwachstum (WEW) seit 2002 der prozentualen relativen Steigerung bzw. Verringerung des Marktanteils (WMA) von Deutschlands seit 2002 bezogen auf den jeweiligen Sektor gegenüber. Alle Brachen weltweit die besser sind als das durchschnittliche Weltexportwachstum von 16,5% zählen zu den Gewinnern. Jedoch von diesen Branchen gibt es welche in Deutschland, die ihren Marktanteil einbüßen. Zu nennen wäre hier das Herstellen von TV und Radio Transmittern(WMA:-10,8% WEW:24,1%) und Basis Chemikalien(WMA:-1,2% WEW:17,8%).

Auch dynamisch gibt es keine Branchen in sich als Gewinnern in weltweit wachsenden Branchen herausstellen.

Der Export von Allzweck-Maschinen (WMA: 1,2% WEW:15,7%) jedoch befindet sich im Wachstum -im Gegensatz zur leicht sinkenden Tendenz in der Welt- und lässt Deutschlands Portfolio positiver erscheinen.

Das Zugpferd im Export bleibt immer noch die Autoindustrie(WMA:-1% WEW:10,9%). Hier mussten aber -wie auch im Maschinenbau für spezielle Maschinen- Abstriche (WMA:-0,5% WEW:15%)gemacht werden in einer allgemeinen negativen Tendenz.

Zusammenfassend sind auch hier viele Branchen in Bereichen vertreten die doch weltweit eher am sinken sind. Positiv zu erwähnen ist die große Anzahl an Branchen die, trotz weltweiten Exportrückgang, immer noch ein Wachstum zu verzeichnen haben.

Die Arbeitsproduktivität steigt in Deutschland seit 2002 an. Der direkte Vergleich mit den Handelspartnern Großbritannien, USA, Frankreich und Italien fällt jedoch schlechter für Deutschland aus.[12] Es bleibt immerhin über den EU Durchschnitt. Somit kann man hier ein leichten Vorteil für Deutschland sehen.

Sektorale Standortattraktivität

Allgemein

Tab. 6: Übersicht über Ausländische Direktinvestitionstätigkeit in Deutschland in den wichtigsten Sektoren
Tab. 7: Anhand einer langjährigen Betrachtung zeigt sich - trotz signifikanter Schwankungen der absoluten Inflows - die gleiche Rangfolge der attraktivsten Sektoren. Gründe für die Schwankungen sind z.B. im allgemeinen Weltmarktklima zu suchen.

Die Attraktivität eines Standortes für Ausländische Direktinvestitionen (ADI) gilt als einer der wichtigsten Indikatoren für die Wettbewerbsposition von Volkswirtschaften.[13] Als (Auslands-)Direktinvestition (engl. Foreign Direct Investment, FDI) bezeichnet man die finanzielle Beteiligung eines Direktinvestors (Muttergesellschaft) an einem Unternehmen in einem anderen Land (Tochtergesellschaft). [14]Ausschlaggebend dafür, ob und in welcher Höhe ADI getätigt werden, sind u.a. bestimmte sektorale Attraktivitätsmerkmale.

Mit ca. 42.900 Mio. $ [15] ADI in 2006 ist Deutschland ein attraktiver Standort für ausländische Investoren. Annähernd 40.000 ausländische Unternehmen – 500 der weltgrößten eingeschlossen – sind in Deutschland tätig. Die internationale Beratungsgesellschaft „Ernst & Young” stuft Deutschland als attraktivste Business-Location in Europa ein. [16]

Der Tertiäre Sektor

Abb. 5: Prozentuale Verteilung der ADI auf verschiedene Branchen im Jahr 2006.

Die stärkste Anziehungskraft für ADI in Deutschland hat der Dienstleistungssektor. Die mit Abstand höchsten ADI wurden im Sektor „Finanzdienstleistungen“ (Finance) getätigt, der 2006 allein Zuflüsse von 14.600 Mio. $ verzeichnete und damit einen Anteil von rund 23,6% an den ADI in die gesamte deutsche Wirtschaft hatte (siehe Tabelle 6, 7).

Ursächlich für ausländische Investitionsaktivitäten in diesem Sektor kann die Stärke und Stabilität des Euros sein, was jedoch auf alle Mitgliedsländer der Europäischen Währungsunion zutrifft. Weitere mögliche Gründe können in dem überaus gut strukturierten Geschäftsbankensystem zu finden sein, das auch Grundlage für den Aufbau der EZB war.[17] Attribute für den deutschen Finanzsektor sind Transparenz, Sicherheit und Stabilität. [18] Jedoch sind Investitionen und Umstrukturierungen nötig, um auch zukünftig am Weltmarkt bestehen zu können.

Die zweithöchsten ADI-Zuflüsse hatte der Sektor „Geschäftsaktivitäten“ („Business activities“) mit einem Anteil von 20,9% (9000 Mio. US$). Gründe für die Attraktivität des Dienstleistungssektors insgesamt sind nicht mit Hilfe der klassischen Außenhandelsmodelle erklärbar. In den letzten Jahrzehnten vollzogen sich erhebliche Strukturveränderungen in diesem Sektor. So kam es zu einer Nachfrageverschiebung von konsumnahen Dienstleistungen (z.B. Gastgewerbe), hin zu unternehmensnahen Dienstleistungen. Auch entstanden völlig neue Dienstleistungszweige, wie im Informations- und Kommunikationstechnologiebereich. Im Gesamtblick nehmen die Erwerbstätigkeit und somit auch die wirtschaftliche Bedeutung des tertiären Sektors stetig zu. Waren z.B. 1970 45% der Erwerbstätigen im Dienstleistungsbereich tätig, betrug die Zahl 35 Jahre später bereits knapp 72%. [19] Deutschland bietet immer noch ein bedeutendes Marktpotential für eine Erweiterung des gesamten tertiären Sektors.

Der Sekundäre Sektor

Im Weiteren ziehen die Industriezweige „Chemie“, „Kraftfahrzeuge“, „Metall“ sowie „Maschinen“ des Sekundären Sektors ADI an (siehe Tabelle 6, 7). Diese Industriezweige sind in der Außenhandelsstatistik als die exportstärksten zu identifizieren (siehe Tabelle 5), d.h. Deutschland hat in allen vier Branchen (wie in 2.1 offenbart) komparative Vorteile. Diese Tatsache lässt eine positive Korrelation zwischen Exportstärke und Attraktivität für ADI vermuten.

Der „Technologiestandort Deutschland“ [20]verfügt traditionell über hoch qualifizierte Arbeitskräfte, sowie eine relativ hohe gesamtwirtschaftliche Arbeitsproduktivität. "Made in Germany" gilt nach wie vor weltweit als Qualitätssiegel.

  • 84% der deutschen Bevölkerung haben Abitur oder eine vergleichbare Bildung – verglichen mit dem OECD-Durchschnitt von 67%[21]
  • 383 Universitäten und Fachhochschulen bilden Akademiker aus, u.a. 40.000 Ingenieure im Jahr 2006 [21]

Ein weiteres Attraktivitätsmerkmal ist die stabile politische und rechtliche Umwelt. Rechtssicherheit und -beständigkeit gewährleistet der durch die Regierung geschaffene gesetzliche Rahmen. Außerdem werden zahlreiche Maßnahmen zur Marktflexibilisierung ergriffen, z.B. Arbeitsmarkt-Reformen und Gesetzesanpassungen. Des Weiteren sollen Steuersenkungen für Unternehmen, diverse Fördermittel und Investitionszulagen Investoren anziehen. Die deutsche Bundesregierung sieht aktuell ein Investitionsbudget von 6,5 Mrd. € für die Bereiche Forschung, Technologie und Innovation vor, das bis zum Jahr 2010 sogar auf 3% des BIP ausgedehnt werden soll. [21]

Zudem zieht das zuverlässige Energieversorgungsnetz sowie die außerordentlich gut ausgebaute Infrastruktur Deutschlands ADI an. Alle wichtigen transkontinentalen Wege führen durch Deutschland und sorgen so für optimalen Zugriff auf Unternehmen, Kunden, Zulieferer und Ressourcen. Deutschland verfügt über eines der besten Verkehrsnetze der Welt (Tabelle 9; Abb. 3):

Tabelle 9: Deutschlands Verkehrsnetz [22]
Straßennetz 231.500 km
Eisenbahnnetz 38.000 km
Binnenschifffahrtsstrecke 7.500 km
Wichtige Binnenhäfen Duisburg, Mannheim/Ludwigshafen
Wichtige Seehäfen Hamburg, Bremen/Bremerhaven, Rostock, Lübeck
Internationale Flughäfen 19
Größter Flughafen Frankfurt am Main

Analyse der ausländischen Direktinvestition im Untersuchungsland

Abb. 6: Kapitalverflechtungen Deutschlands mit dem Ausland 2003.

Allgemein

Entscheidungsrelevant für ADI durch ausländische Unternehmen sind jedoch nicht nur die Attraktivitätsmerkmale der in Betracht kommenden Standorte. Die Beteiligung an ausländischen Unternehmen sind meist dazu bestimmt, mögliche Markteintrittsbarrieren (z.B. Handelshemmnisse) zu umgehen. Zudem ist eine Beteiligung nach Art und Umfang dazu bestimmt, dauerhaften Einfluss auf die Geschäftspolitik dieses Unternehmens auszuüben. Gemäß internationalen Standards (UNCTAD) ist von dem geforderten "dauerhaften Einfluss" auszugehen, wenn die Beteiligung mindestens 10% des Kapitals des Direktinvestitionsunternehmens ausmacht.

Motive

John H. Dunning unterscheidet vier Arten von Motiven, Direktinvestitionen im Ausland vorzunehmen, wobei in der Realität die Motive wohl nicht immer so klar unterscheidbar sind:

Abb. 7: Lohnkostenvergleich Europa 2004.

1. Beschaffungsorientierte Motive (ressource-seeking): Wichtig ist hier der Zugang zu Ressourcen wie Rohstoffe, Boden, Personal oder auch günstiges Kapital, wobei das Ausnutzen von Kostenunterschieden eine wesentliche Rolle spielt. Deutschland ist ein sehr rohstoffarmes Land und man hat sich aus diesem Grund auf den sekundären und tertiären Sektor spezialisiert. Auch die hohen Arbeitskosten, vor allem durch die Lohnnebenkosten, benachteiligen Deutschland im internationalen Wettbewerb um Direktinvestitionen.

2. Effizienzorientierte Motive (efficiency – seeking): Dabei geht es vor allem darum Fixkosten zu vermindern und Verbundeffekte zu verwirklichen um damit die eigene Effizienz zu steigern. Hauptsächlich findet dieses Motiv in Ländern mit geringem Einkommen Anwendung und umfasst vor allem Lohneinsparungen aber auch Zoll- und Steuervergünstigungen. Für ausländische Investoren sind effizienzorientierte Beteiligungen in Deutschland nachrangig, zumal Deutschland im europäischen Vergleich bislang die höchste Steuerbelastung für Unternehmen aufzuweisen hatte. Die 2008 in Kraft getretene Unternehmenssteuerreform platziert Deutschland nun im EU-Mittelfeld und könnte sich in Zukunft positiv auf die FDI auswirken.

Abb. 8: Direktinvestitionen: Transfers und Kapitalexport.

3. Absatzorientierte Motive (market-seeking): Bei diesem Motiv geht es in erster Linie um den Zugang zu neuen Märkten bzw. zu Märkten, von denen man sich ein großes Wachstum erhofft. Anders als bei Export in ein Land spart man sich Transportkosten und umgeht eventuelle Einfuhrbeschränkungen. Investiert man in ein bestimmtes Land, das zu einem größeren Wirtschaftsblock gehört, verschafft man sich den Zugang zu weiteren Ländern. Dies ist ein Hauptmotiv für Investitionen in Deutschland, wodurch man sich ein Standbein in der EU verschafft und Zugang zu wichtigen deutschen Wirtschaftszweigen, wie der Industrie- und Dienstleistungssektor, erhält. So stieg zwischen 1995 und 2001 der deutsche Anteil an der EU-Produktion in der Automobilindustrie von 48,2 Prozent auf 52,6 Prozent, im Maschinenbau von 42,3 Prozent auf 44,4 Prozent und im Bereich der Herstellung von Büromaschinen und Datenverarbeitungsgeräten von 24,9 Prozent auf 29,7 Prozent. Mit einem Bruttoinlandsprodukt (BIP) von 2.247.4 Mrd. Euro (2005) ist Deutschland die größte Industrienation und Volkswirtschaft in Europa.

Abb. 9: Direktinvestitionen: Globale Entwicklung 2000 - 2005.

4. Strategische Motive (stategic - asset – seeking): darunter subsumiert man unterschiedliche Gründe zu Direktinvestitionen z.B. die Beteiligung an informellen Informations- und Kommunikationsnetzwerken. Man versucht in die Bereiche von Forschung und Entwicklung einzudringen, bzw. man investiert in Firmen mit hohem Know-how, um dieses in das eigene Land zu transferieren. In Deutschland kommen auf eine 1 Mio. Einwohner 277 weltmarktrelevante Patente – so viele wie nirgendwo sonst auf der Erde. Durch die enge Zusammenarbeit der Wirtschaft mit den großen weltbekannten Forschungseinrichtungen wie den Max-Planck- oder Fraunhofer-Instituten werden aus neuen Ideen schnell weltmarktfähige Produkte. Ein weiterer Pluspunkt ist das dichte Netz von Autobahnen, Eisenbahnlinien und das Vorhandensein internationaler Flughäfen sowie einer hervorragend ausgebauter Kommunikationsinfrastruktur. Damit sind schnelle weltweite Transportverbindungen garantiert.

Fakten

Nordrhein-Westfalen ist deutschlandweit die Nummer eins für ausländisches Kapital: Mit 27,3 Prozent (143,9 Mrd. Euro) verzeichnete das Bundesland Ende 2005 den höchsten Anteil aller 16 Bundesländer an den Direktinvestitionen in Deutschland (526,5 Mrd. Euro). Deutschland konnte 2006 nur 9% der ausländischen Direktinvestitionen in Europa auf sich vereinigen und lag mit deutlichem Abstand hinter Großbritannien (Marktanteil: 19%) und Frankreich (16%). Das schwache Abschneiden Deutschlands ist nicht unwesentlich auf Probleme bei der Erfassung von Investitionsprojekten zurückzuführen, da eine wesentlich schlechtere Offenlegungskultur als beispielsweise in den angelsächsischen Länder vorliegt und Deutschland somit eine hohe Dunkelziffer im Bereich FDI hat.

Sektoraler Wettbewerb um ausländische Direktinvestitionen

Die Betrachtung der Verteilung von ausländischen Direktinvestitionen in den verschieden Wirtschaftssektoren allein ist nicht ausreichend aussagekräftig. Interessant ist eine zusätzliche Untersuchung des internationalen Wettbewerbs um ADI in den für Deutschland relevanten Sektoren.

Attraktive Sektoren und Hauptkonkurrenten um ADI

Als erstes werden die Länder betrachtet, die neben Deutschland eine hohe Anziehungskraft für ADI haben und damit ebenso attraktive Standorte für ausländische Direktinvestoren darstellen. Diese Länder sind Wettbewerber um ausländische Direktinvestitionen in den oben näher beleuchteten Sektoren.

Sektoren mit der höchsten Standortattraktivität in Deutschland sind:

  • im sekundären Sektor
    • Chemikalien und chemische Produkte
    • Kraftfahrzeuge und andere Transportgeräte
    • Metall und Metallprodukte
    • Maschinen und Anlagen
    • Gummi- und Plastikprodukte
  • im tertiären Sektor
    • Finanzwesen
    • geschäftliche Tätigkeiten
    • Elektrizität, Gas und Wasser

Die Hauptkonkurrenten um ADI für Deutschland in diesen Sektoren sind:

ADI1.JPG

Faktoren, die die Wettbewerbsfähigkeit in den verschiedenen Sektoren begründen

Des Weiteren stellt sich die Frage, welche Faktoren den Vorsprung, Gleichstand oder Rückstand der konkurrierenden Länder im Wettbewerb um ausländische Direktinvestitionen in den aussichtsreichen Sektoren begründen.

Gründe für die unterschiedliche Standortattraktivität verschiedener Länder können mit den Standortfaktoren verdeutlicht werden.


1. Chemikalien und chemische Produkte:

Die Vereinigten Staaten haben hier einen Bestand an ADI von 183.126 Mio. $. Der jährliche Zufluss beträgt 25.985 Mio. $. Das heißt der Bestand an ADI wächst jährlich um 12,7% an.

Deutschland erzielt in diesem Sektor 31.468 Mio. $ ausländische Direktinvestitionen bei einem jährlichen Zufluss von 8.820 Mio. $. Der Bestand wächst somit jährlich um 25%.

Vorteile der USA auf diesen Sektor sind z.B. die Leistungsfähigkeit der Regierung mit 92.9% gegenüber Deutschland mit 90,5%. Weiterhin haben die Vereinigten Staaten eine höhere Durchführungsqualität mit 93,7% gegenüber Deutschland mit 91,2%. Das Motiv eines Landes für eine Direktinvestition in Deutschland im Sektor Chemikalien und chemische Rohstoffe ist entweder market seeking oder strategic asset seeking.


2. Kraftfahrzeuge und andere Transportgeräte:

In diesem Sektor hat China einen jährlichen Direktinvestitionszufluss von 2.805 Mio. $. (andere Daten nicht verfügbar)

Deutschland erreichte hier einen Bestand an ADI von 15.845 Mio. $. Der jährliche Zufluss beträgt 1.595 Mio. $ und der Bestand schrumpft jährlich um circa 7,8%.

Vorteile auf diesem Sektor hat China unter anderen bei der Zulassungsstatistik. Während 2007 in Deutschland 3.148.163 Kfz’s neu zugelassen wurden waren es in China mit 8.790.000 fast 3-mal so viele. Motive für andere Länder in die deutsche Kraftfahrzeugindustrie zu investieren sind vor allem market- und strategic asset seeking basiert.


3. Gummi- und Plastikprodukte:

In diesem Sektor haben folgende Länder mehr Standortattraktivität als Deutschland:

Land / ADI Maßgröße jährlicher ADI Zufluss in Mio. $ ADI Bestand in Mio. $ jährliche ADI Bestandänderungsrate in Prozent
USA 2.456 16.075 10.0%
Frankreich 735 4.609 18.4%
Polen 657 3.521 38.8%
Deutschland 348 9.282 13.0%

Vorteile hat hier der ADI Spitzenreiter USA vor allem bei der Leistungsfähigkeit der Regierung. Sie liegt mit 92,9% vor Deutschland mit 90,5%. Andere Länder investieren in diesen Sektor in Deutschland vor allem aus market- und strategic asset seeking Motiven.


4. Finanzwesen:

In diesen Sektor erzielen folgende Länder mehr ausländische Direktinvestitionen als Deutschland:

Land / ADI Maßgröße jährlicher ADI Zufluss in Mio. $ ADI Bestand in Mio. $ jährliche ADI Bestandsänderungsrate in Prozent
USA 41.408 486.834 11.1%
Vereinigtes Königreich 23.853 252.281 15.3%
Schweiz 22.469 138.747 8.9%
Deutschland 14.646 55.876 23.6%

Vorteile haben in diesen Sektor z.B. die Schweiz. Während in Deutschland die politische Stabilität bei 75% liegt, ist die politische Stabilität in der Schweiz zu 98,6% gewährleistet. Auch in der Korruptionskontrolle liegt Deutschland weit hinten. Mit 93,2% wird es nur noch von den USA mit 89,3% unterboten. An Erster Stelle liegt die Schweiz mit 97.1%, gefolgt von Großbritannien mit 93.7%. Hauptgründe für andere Länder in diesen Sektor in Deutschland zu investieren sind market- und efficiency seeking Motive.

Zuordnung der Faktoren

Die Faktoren für eine unterschiedliche Wettbewerbsfähigkeit in bestimmten Wirtschaftssektoren können allgemeiner oder sektoraler Natur sein.

Allgemeine Faktoren sind beispielsweise die Ausstattungs- und Rahmenbedingungen, während spezielle Produktionsbedingungen zu den sektoralen Faktoren zählen.

Nun zur Zuordnung der für Deutschland relevanten Faktoren zu den standortattraktivsten Sektoren:

Sektor allgemeine Faktoren sektorale Faktoren
Chemikalien und chemische Produkte - Leistungsfähigkeit der Regierung, Durchführungsqualität ----
Kraftfahrzeuge und andere Transportgeräte - Zulassungsstatistik ----
Gummi- und Plastikprodukte - Leistungsfähigkeit der Regierung ----
Finanzwesen - politische Stabilität, Korruptionskontrolle ----

Beurteilung

Als Standort, um im internationalen Wettbewerb erfolgreich bestehen zu können, ist Deutschland im Großen und Ganzen relativ gut aufgestellt. Aufgrund natürlicher Gegebenheiten wie Rohstoffarmut, extrem vielen gesetzlichen Regularien und verschiedenen anderen Entwicklungen, wie hoher Arbeitslosigkeit oder den verhältnismäßig hohen Lohn-Stück-Kosten, hat Deutschland nicht die optimalsten Voraussetzungen um für ADI attraktiv zu erscheinen. Auch wurden in der Vergangenheit ungenügend Schritte unternommen, um sich in wachsenden Branchen zu positionieren und mit zu agieren. Jedoch durch den stetigen Versuch ihre Rahmenbedingungen zu optimieren, ist die Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Wirtschaft in einer sich bessernden Verfassung. Die deutsche Wirtschaft erfuhr in den letzten Jahren tiefreichende Umstrukturierungen; die Leistungsfähigkeit ist stark gestiegen, indem z.B. die Arbeitskosten real gesunken sind.

Die größten Erfolge im Wettbewerb um ausländische Direktinvestitionen hat Deutschland in den Sektoren

  • Chemikalien und chemische Produkte
  • Kraftfahrzeuge und andere Transportgeräte
  • Metall und Metallprodukte
  • Maschinen und Anlagen
  • Gummi- und Plastikprodukte
  • Finanzwesen
  • geschäftliche Tätigkeiten
  • Elektrizität, Gas und Wasser

erreicht.

Die größten Verluste im Hinblick auf ADI hatte Deutschland in den Sektoren

  • Staatsverwaltung und Verteidigung
  • nichtmetallische mineralische Erzeugnisse
  • Bildung
  • Gesundheit und Sozialwesen
  • Elektro- und elektrische Geräte
  • Transport, Lagerung und Kommunikation
  • Steinkohlenkoks, Erdölprodukte und Kernbrennstoff
  • Holz und Holzerzeugnisse

hinnehmen müssen.

Die produzierenden Industrien (Kraftfahrzeuge, Maschinenbau, Chemie) - Marktsegmente, in denen die deutschen Unternehmen traditionell stark vertreten sind - werden auch in Zukunft das Fundament der wirtschaftlichen Stärke Deutschlands, vor allem durch die hohe Nachfrage aus Osteuropa und Asien, bilden. Insofern dürften von den Exporten weiterhin wichtige Impulse für den Aufschwung hierzulande ausgehen. Als Exportweltmeister wird Deutschland seine wirtschaftliche Leistungsfähigkeit in großem Umfang bestätigt. Diese ist, neben den hoch qualifizierten Arbeitskräften, eines der Hauptattraktivitätsmerkmale Deutschlands. "Made in Germany" bürgt für Qualität. Diese Stärke muss allerdings durch Investitionen in bestehende Strukturen und Innovation erhalten werden. In diesen Branchen gilt es Wachstumssegmente mit hohem Innovationspotenzial zu besetzen, um das bisherige durchschnittliche BIP-Wachstum (p.a. 1,7%) zu erhöhen. Andernfalls droht ein Zurückfallen im europäischen Vergleich und ein Verlust an Standortattraktivität. Eine weitere Gefahr stellt der viel diskutierte Fachkräftemangel dar, in dessen Folge es zu vermehrter Produktionsverlagerung ins Ausland kommen könnte. Der Bankensektor ist im europäischen Vergleich in letzten 10 Jahren nur wenig gewachsen, bleiben hier zukünftige Innovationen aus, sind die Ertragskraft und der Stellenwert im internationalen Wettbewerb auch weiter rückläufig. Der Kapitalmarkt wird seiner Rolle als Impulsgeber und Beschleuniger von Wachstum nicht mehr ausreichend gerecht und liegt im internationalen Vergleich zurück. Eine zukünftige Verbesserung durch eine institutionelle Weiterentwicklung des Bankensektors und eine Erneuerung des Eigenkapital- und Beteilungsmarktes wäre nötig.[23] Beim Rückstand im Bereich der Unterhaltungselektronik und IT-Technologien holen deutsche Unternehmen merklich auf. In neuen Bereichen der Umweltschutz- und Energietechnologien ist Deutschland weltweit federführend.[24] In den letzten Jahren gelten dem Bildungswesen und der Forschung besondere Aufmerksamkeit. Im Jahr 2006 sind die ersten drei Exzellenz-Universitäten ernannt worden, denen heuer weitere sechs folgten. Diese Universitäten sollen zu Zentren der Spitzenforschung ausgebaut werden. [25] Der positiven Entwicklung bei Infrastruktur-und Logistikbranchen stehen Mängel bei den Investitionsbedingungen und Genehmigungsverfahren entgegen, dies könnte sich zu einer zukünftigen Wachstumsbremse für die Volkswirtschaft entwickeln. Trotz des Aufschwungs der Weltwirtschaft bleibt Deutschland hinter seinem Potenzial für Wirtschafts- und Beschäftigungswachstum zurück. Die Auslastung der Produktionsfaktoren Arbeit und Kapital hat sich zwar 2006 merklich erhöht, aber die Kapazitätsgrenze ist noch längst nicht erreicht. [24] Der nötige Raum für ein länger anhaltendes, weitgehend spannungsfreies Wirtschaftswachstum ist durchaus vorhanden.

Einzelnachweise

  1. Vgl. Spiegel online
  2. Vgl. FAZ
  3. Vgl. FAZ
  4. invest-in-germany
  5. Vgl. Krugman, Paul; Competitiveness: A Dangerous Obsession; Foreign Affairs, Volume 73, Number 2; March/April 1994
  6. Vgl. Sachverständigenrat-Wirtschaft
  7. Mitschke
  8. http://www.stuttgart.ihk24.de/produktmarken/international/aussenhandel/Export/warenverzeichnis2007.jsp
  9. http://www.ezoneplus.org/archiv/ezp_wp_19.pdf
  10. Vgl. diw - deutsch internationale industrieorganisation
  11. http://de.encarta.msn.com/encyclopedia_761576917_6/Bundesrepublik_Deutschland.html
  12. http://www.wko.at/statistik/eu/europa-arbeitsproduktivitaet.pdf
  13. Reichel, Richard; Ökonomische Theorie der internationalen Wettbewerbsfähigkeit von Volkswirtschaften; Verlag DUV; Erlangen-Nürnberg 2002; ISBN: 3824406500
  14. http://de.wikipedia.org/wiki/Direktinvestition
  15. http://www.investmentmap.org/invmap/en/index.aspx?prg=0
  16. http://www.spiegel.de/wirtschaft/0,1518,557029,00.html
  17. http://www.bankenbericht.de/pdf/2006/B_1Ueberblick.pdf
  18. http://www.bundestag.de/aktuell/hib/2007/2007_229/03.html
  19. http://www.destatis.de/jetspeed/portal/cms/Sites/destatis/Internet/DE/Content/Statistiken/DienstleistungenFinanzdienstleistungen/Aktuell.psml
  20. http://www.bmwi.de/BMWi/Navigation/Aussenwirtschaft/investieren-in-deutschland.html
  21. 21,0 21,1 21,2 http://www.invest-in-germany.com/homepage/germany-at-a-glance/facts-figures/our-economy/ Cite error: Invalid <ref> tag; name "invest" defined multiple times with different content Cite error: Invalid <ref> tag; name "invest" defined multiple times with different content
  22. http://www.invest-in-germany.com/homepage/germany-at-a-glance/facts-figures/germany-in-a-nutshell/?backlink=0
  23. http://www.mckinsey.at/downloads/profil/initiativen/d2020/D2020_Exec_Summary.pdf
  24. 24,0 24,1 http://www.bundesbank.de/download/volkswirtschaft/mba/2007/200702mba_konjlage.pdf Cite error: Invalid <ref> tag; name "bundesbank" defined multiple times with different content
  25. http://berlin.embassy.si/index.php?id=233&L=2


Weblinks

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