Kollektiventscheidung

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In der Wirtschaft werden in zunehmendem Ausmaß Probleme durch mehrere Personen gelöst. (Entscheidungen im Kollektiv getroffen)


Definition

1. Kollektiventscheidungen im Unternehmen befassen sich mit Gruppen von drei bis ca. 20 Personen

2. Interessengruppen (formell gebildete Kollektive) mit einer klaren Zuordnung von Aufgaben, Kompetenzen und Verantwortlichkeit Bsp. Verwaltungsrat, eine Konzernleitung, eine Spartenabteilung, einen Lenkungsausschuss eines Projektes oder eine Kommission

3. bzgl. der Zielsysteme der Gruppenmitglieder wird von einer Übereinstimmung in den wesentlichen Punkten ausgegangen. Es wird keine vollständige Deckungsgleichheit der Sollvorstellungen angenommen, sondern es werden Differenzen in einzelnen Zielen und Differenzen in der Interpretation einzelner Ziele zugelassen.


Dimension und Ausprägung einzelner Ziele von Kollektiventscheidungen

Grafik

Zunehmende Bedeutung im Unternehmen

In den meisten Unternehmen haben nicht die Einzelnen „das Sagen" sondern die Eigentümer. Bei Publikumsgesellschaften wählt die Generalversammlung einen Verwaltungsrat, der nicht nur die Eigentümer, sondern alle wichtigen Shakeholder der Gesellschaft repräsentieren soll.

Eine Vielzahl von Personen wird die Möglichkeit geboten sich am Entscheidungsprozess zu beteiligen. Widersprüche zwischen Zielen und Zielvorstellungen der Mitglieder des Kollektivs sind denkbar. So kann A höhere Löhne und Sozialleistungen als Ziel haben und B die Steigerung der Eigenkapitalrendite.


Entscheidungsverhalten von Gruppen

Entscheidungen von Einzelpersonen und Gruppen führt oft zu unterschiedlichen Entscheidungsverhalten. Da es sich bei Gruppenentscheidungen um ein vielschichtiges Phänomen handelt und empirische Forschungsprojekte immer nur Einzelfragen untersucht, ist es schwierig, einen Überblick über die Auswirkung von Kollektiventscheidungen zu geben. Die Mitglieder einer Gruppe sind meist bestrebt ihre Wertvorstellungen und Zielsetzungen anzupassen, dabei können bewusste Fakten übersehen oder verfälscht werden. Die Wahrnehmung der Realität der Entscheidungssituation kann durch Gruppenmitglieder eingeschränkt werden. - z.B. Fakten werden nicht angebracht. Der Informationsstand der Entscheidung ist sehr flach. Oft fehlen negative Elemente, welche die Entscheidung maßgeblich beeinflussen würden.

- Das Konformitätsstreben führt zu dem dazu, dass in Gruppendiskussionen zustimmende Voten überwiegen. Dabei entsteht eine große Selbstsicherheit der Gruppe. Der Einzelne geht davon aus, dass sich „so viele Menschen nicht irren können“.

- Aussagen von Personen aus der Gruppe werden höher bewertet als von Personen einer anderen Gruppe.

- Gruppenentscheidungen haben eine höhere Risikobereitschaft.


Die auf die Gruppe übertragenen Aufgaben, Kompetenzen uns Verantwortlichkeiten beeinflusst die Motivation der Gruppenmitglieder. Es soll eine Motivationssteigerung des Einzelnen erreicht werden, aber oft ist das Gegenteil der Fall. Es muss sichergestellt werden, dass alle Fakten auf den Tisch kommen. Beispielsweise müssen Gruppenmitglieder vor der Sitzung sich zu gewissen Fragen äußern oder Probleme vor Sitzungsbeginn diskutieren. Das Verantwortungsbewusstsein der einzelnen Gruppenmitglieder ist durch protokollieren zu stärken, wer was bestimmt hat oder wenn Probleme an Untergruppen oder sogar an Einzelmitglieder weiter delegieren werden.


Klassische Regeln zur Bildung der kollektiven Präferenzordnung oder zur Bestimmung der vom Kollektiv präferierten Varianten

1. Die einfachste Methode ist die einfache Mehrheit. Jedes Gruppenmitglied gibt eine Stimme ab und es wird diejenige Variante gewählt, die am meisten Stimmen erhält. Bei Gleichstand entscheidet der Vorsitzende oder eine zweite Abstimmung.

2. Unüblich ist eine absolute Mehrheit oder Einstimmigkeit, weil oft keine Entscheidung zustande kommt.

3. Eine weitere ist die schlichtende Variante. Ein Punkt bekommt die schlechteste Variante und die Beste am meisten. Dies wird dann addiert. Dabei entsteht eine Präferenzordnung und die beste Variante wird bestimmt.

4. Als Vierte gibt es den Paarvergleich. Zwei Varianten werden gegenübergestellt. Die siegreiche wird mit einer dritten Variante verglichen



Wählerparadoxon nach Condorset

- bevorzugen X und Z die Varianten A gegenüber B

- bevorzugen X und Y die Varianten B gegenüber C

- bevorzugen Y und Z die Varianten C gegenüber A

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Der Ansatz der Präferenzintensitäten von Blin und Whinston

Beispiel: Eine aus zehn Personen bestehenden Gruppe soll vier LKW-Modelle a bis d rangieren.

Grafik

Wie der Abbildung entnommen werden kann, präferieren zum Beispiel alle zehn Gruppenmitglieder a gegenüber b, während nur sechs a gegenüber e präferieren. Auf diese Art von Analyse des Präferenzordnungsprofils lässt sich nun die Matrix der Präferenzintensitäten der Gruppe erstellen.

Grafik

Im nächsten Schritt werden nun alle Präferenzordnungen bestimmt, die mit der höchsten Präferenzintensitäten kompatibel sind. Die höchste Präferenzintensität besteht von a gegenüber b mit 10:0. Damit sind zwölf Präferenzordnungen kompatibel.

(a>b>c>d), (a>b>d>c), (a>c>b>d),

(a>c>d>b), (a>d>b>c), (a>d>c>b),

(c>a>b>d), (c>a>d>b), (c>d>a>b),

(d>a>b>c), (d>a>c>b), (d>c>a>b),


Dann werden aus den 12 Präferenzordnungen diejenigen ausgewählt, die auch mit der zweithöchsten Präferenzintensität kompatibel sind. Sie betrifft den Vorzug von d gegenüber c mit 9:1 und führt dazu, das von den zwölf Präferenzordnungen sechs ausscheiden. Es bleiben folgende sechs Präferenzordnungen übrig.

(a>b>d>c), (a>d>b>c), (a>d>c>b),

(d>a>b>c), (d>a>c>b), (d>c>a>b),

Die nächste Präferenzintensitätsstufe besteht mit 7:3 sowohl für c gegenüber b als auch für d gegenüber b. Bei simultaner Berücksichtigung beider Präferenzintensitäten verbleiben drei Präferenzordnungen.

(a>d>c>b), (d>a>c>b), (d>c>a>b),

Auch die vierthöchsten Präferenzintensitätsstufen existiert zweimal.