Intertemporaler komparativer Vorteil

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Einführung und Einordnung

Die Außenwirtschaftstheorie bzw. die Theorie des internationalen Handels wer-den unterschieden in die reine oder reale Außenwirtschaftstheorie, basierend auf der Mikroökonomie, und die monetäre Außenwirtschaftstheorie, vorwiegend basierend auf der Makroökonomie. In der realen Außenwirtschaftstheorie ist das Ricardomodell die wichtigste Lehre zur Erklärung von internationalem Handel. Dabei spielt das Gesetz des komparativen Vorteils eine grundlegende Rolle.


Der komparative Vorteil

Es wird zunächst die Annahme getroffen, dass zwei Länder jeweils zwei Güter herstellen können. Der einzige Produktionsfaktor, der hierbei Berücksichtigung findet, ist der Faktor Arbeit. Dieser ist gegeben, d.h. die Anzahl der Arbeitskräfte ist in jedem Land fest. Wir betrachten nun zuerst die absoluten Vorteile beider Länder. Land 1 hat bei der Produktion eines Gutes einen absoluten Vorteil gegenüber Land 2, wenn es dieses Gut mit geringerem Arbeitseinsatz produzieren kann. Wenn aber nun beide Länder jedes Gut selbst effizienter herstellen kann als das andere Land, entsteht die Frage, ob sie dann noch Handel miteinander betreiben sollten. Die Begründung liegt im Gesetz der komparativen Vorteile. Hierbei produziert jedes Land das Gut, das es am besten und billigsten kann. Es werden dabei die Vorteile der Massenproduktion ausgenutzt, wodurch das einzelne Gut billiger wird.

Es spielen also komparative und nicht absolute Vorteile eine Rolle bei der Bestimmung der effizientesten Güterproduktion zwischen Ländern. Diesen gesetzmäßigen Zusammenhang erkannte als erster David Ricardo. Er wählte zur Veranschaulichung ein Beispiel, in dem England und Portugal Handelspartner sind und die Güter Wein und Tuch tauschen.

Intertemporale Allokation

Hierbei werden Produktionsfaktoren auf alternative Verwendungen aufgeteilt und das zeitliche Auseinanderfallen von Nutzen und Opportunitätskosten einer Entscheidung berücksichtigt. Das heißt mit anderen Worten, dass der gegenwärtige Verbrauch einer (nicht erneuerbaren) Ressource deren zukünftige Nutzung unmöglich macht. Die Opportunitätskosten der gegenwärtigen Entscheidung liegen also in der Zukunft. Man muss im Sinne des ökonomischen Prinzips bei dieser Entscheidung zwischen aktuellem Nutzen und zukünftigen Opportunitätskosten abwägen. (Woll, 2000, S. 23 und S. 378)


Zusammenführung der Begriffe

Länder können untereinander Kredite vergeben und aufnehmen. Das Land, welches in der Gegenwart einen Kredit bei einem anderen Land aufnimmt, muss diesen in der Zukunft inklusive Zinsen zurückzahlen. Diese werden als Realzins bezeichnet. Dadurch kann es zwar heute mehr konsumieren, als es selbst an Gütern produziert, kann aber durch die Kreditzurückzahlung in der Zukunft wiederum weniger Güter konsumieren. Der Handel wird also durch die Kreditaufnahme zeitlich gestreckt und der zukünftige Konsum wird gegen gegenwärtigen Konsum eingetauscht. (Krugman/Obstfeld, 2004, S. 232)

Wenn ein Land nun in der Gegenwart durch hohe Einnahmen in der Lage ist, Kredite zu vergeben, hat es in der Zukunft wiederum höhere Erträge aus der Kreditrückzahlung nebst den Zinsen. Diese Erträge kann es nun wieder in die Produktion von Gütern investieren. Somit hat dieses Land einen intertemporalen komparativen Vorteil.

Die Kreditvergabe erfolgt durch Länder, die einen Handelsbilanzüberschuss haben, die Kreditaufnahme durch Länder mit einem Handelsbilanzdefizit.

Literaturverzeichnis

Dieckheuer, Gustav (2001), Internationale Wirtschaftsbeziehungen, 5. Auflage, München: Oldenbourg Verlag Ethier, Wilfried J. (1991), Moderne Außenwirtschaftstheorie, 2. Auflage, München, Wien: R. Oldenbourg Verlag Homann, Karl; Suchanek, Andreas (2005), Ökonomik: Eine Einführung, 2. Auflage, Tübingen: Mohr Siebeck Krugman, Paul R.; Obstfeld, Maurice (2004), Internationale Wirtschaft: Theorie und Politik der Außenwirtschaft, 6. Auflage, München: Pearson Studium Rose, Klaus; Sauernheimer, Karlhans (1999), Theorie der Außenwirtschaft, 13. überarb. Auflage, München: Verlag Franz Vahlen Woll, Artur (2000), Wirtschaftslexikon, 9. völlig überarb. u. erweit. Aufl., Mün-chen, Wien: Oldenbourg Verlag