Hollywood-Ökonomie

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Hollywood-Ökonomie, oder auch New Economy (Neue Ökonomie), ist die dauerhafte Steigerung von Wirtschaftskennzahlen wie Produktivität und Wirtschaftswachstum, durch die Nutzung von neuesten Informations- und Kommunikationstechnologien.



Alternative Definitionen

Unter Hollywood-Ökonomie ist die These der Neuen Ökonomie, oder New Economy zu verstehen, welche besagt, dass der rapide technische Fortschritt im Informations- und Kommunikationssektor (ICT) eine neue Ära hohen Produktivitätswachstums ausgelöst hat. [1]

Eine weitere These der New Economy besagt, dass das Durchlaufen eines gesamten Konjunkturzyklus vom Aufschwung über den Boom und Abschwung bis hin zur Rezession innerhalb weniger Jahre in der Zukunft nicht mehr auftreten wird.[2]


Einordnung

Begonnen haben die Diskussionen und Überlegungen über diese Neue Ökonomie etwa 1994 in den USA. In ihr bestehen im besten Fall hohes Wirtschaftswachstum, geringe Arbeitslosigkeit, niedrige Inflationsraten und das, für einen andauernden Zeitraum. Auslöser dafür sind neue Informations- und Kommunikationstechnologien, die zu Produktivitätsfortschritten führen. Daraus kann geschlossen werden, dass sich nach dem Industriezeitalter die Dienstleistungsgesellschaft im Übergang zur globalen Informationsökonomie befindet.[3] Darüber hinaus ist, durch das Internet, der Bereich Information neben Arbeit, Kapital und Boden als weiterer Produktionsfaktor anzusehen. Viele Meinungen gehen sogar dahin, dass sich die New Economy genauso auswirkt, wie die Erfindung der Dampfmaschine oder des elektrischen Stroms. D.h., dass die Auswirkungen sehr gravierend für die gesamtwirtschaftlichen Prozesse sind.

Im Zusammenhang zur Hollywood-Ökonomie stehen Begriffe wie Digital Economy, Network Economy, Virtual Economy, Weightless Economy, Knowledge Economy und Information Society.


Wirtschaftliche Zusammenhänge

Die Steigerung der gesamtwirtschaftlichen Produktivität durch technologische Fortschritte hinsichtlich Informationsverarbeitungskapazitäten und Informationsübermittlungsmöglichkeiten sind das Kernelement der New Economy. Daraus ergeben sich zwei zentrale Effekte: Zum einen kommt es zu Produktivitätssteigerungen durch die Generierung von Einkommen und Wohlstand, durch die Erstellung neuer Güter aufgrund von Technologieverbesserungen. Daneben erhöht sich die Produktivität auch in anderen Sektoren, neben dem IT-Bereich.

Durch die verbesserte Informationstechnologie können viele Produktionsprozesse einfacher und schneller durchgeführt werden. Das zeigt sich schon beim Einkauf von bspw. Rohstoffen im Unternehmen. Die Bestellung kann über das Internet durch B2B (Business to Business)[1] abgegeben werden. Der Transformationsprozess zwischen Beschaffung und Absatz kann durch vereinfachte Produktions- und Prozesssteuerung beschleunigt werden. Letztendlich gelangt das fertige Gut mit Hilfe von B2C (Business to Consumer) zum Abnehmer. D.h., dass viele Abläufe, die früher viel Bearbeitungs- und Übermittlungszeit benötigt haben, heute viel effizienter gestaltet werden können.

Es werden zunehmend Güter produziert, die mit hohen Fixkosten verbunden sind. Das kann allerdings relativiert werden, da durch größere Produktion, die Durchschnittskosten fallen. Statt aber mit zunehmender Produktion in abnehmende Grenzerlöse hinein zu laufen, verspricht die Neue Ökonomie ein höheres Wachstumstempo wegen des zunehmenden Gewichts von Informationsgütern. (Bsp.: Um die Produktion eines Stahlwerks zu verdoppeln benötigt man in der Regel ein zweites Stahlwerk; um die Produktion eines Softwareunternehmens zu verdoppeln, benötigt man im Grenzfall nur einen Mausklick).[4]


Zentrale Indikatoren der New Economy:

  • Hohe Wachstumsraten
  • bei abnehmender oder geringer Arbeitslosenquote
  • die zu Lohnsteigerungen
  • aber aufgrund hoher Produktivitätsfortschritte
  • nicht zu steigenden Lohnstückkosten bzw. Erzeugerpreisen führen
  • und daher mit geringen Inflationsraten verbunden sind [5]



Auswirkungen auf den Arbeitsmarkt

Die Bedeutung von IT nimmt auch auf dem Arbeitsmarkt zu. Es werden neue Qualifikationen nachgefragt und das wiederrum hat gewisse Auswirkungen auf das Ausbildungssystem. Die Ausbildung muss als weiteren Schwerpunkt die Kenntnisse, die für die Arbeit mit IT notwendig sind, vermitteln. Darüber hinaus entstehen neue Formen der Arbeitsorganisation und der Entlohnung durch die zunehmende Bedeutung des Human-Capital der Mitarbeiter. Neu ist auch, dass eine räumliche Trennung von Unternehmenssitzen und Arbeitsplätzen vorgenommen werden kann. Aus Sicht der Produktion, wird ein flexibleres Arbeitsangebot gefordert, da durch die Inanspruchnahme der IT die Produktionszyklen immer kürzer werden.


Abgrenzung Old Economy und New Economy

Im Unterschied zur Old Economy, in welcher die Preise eines Gutes steigen, je seltener (knapper) es ist, steigen in der New Economy die Preise der Güter, je öfter es genutzt wird. Das ergibt sich daraus, dass die Produkte der New Economy erst einen Sinn ergeben, wenn sie häufig und von vielen verschiedenen Personen genutzt werden. Ein weiterer Unterschied ist, dass heute viele immaterielle Güter angeboten werden und materielle Güter immer mehr in den Hintergrund zu rücken scheinen. Besonders Branchen, die die neuen Informations- und Kommunikationstechniken stark nutzen, treten derzeit besonders in den Vordergrund. Das heißt aber nicht, dass alte Branchen ersetzt werden, sondern dass traditionelle Produkte durch informationsintensive Produkte langsam verdrängt werden sollen.


Stärken der Old Economy:

  • funktionierende Logistik
  • etablierte Lieferantenbeziehungen
  • bekannte Markennamen
  • vorhandener Kundenstamm
  • ausreichende finanzielle Mittel

Stärken der New Economy:

  • kurze Entscheidungswege
  • Raum für kreative Ideen
  • Erfahrungen im E-Commerce
  • Beliebtes Arbeitsumfeld für Web-Profis [6]


Die neue Ökonomie benötigt darüber hinaus andere Regulierungen als die alte Ökonomie. Dafür können folgende Grundprinzipien aufgestellt werden:

  • Maßnahmen sollten möglichst technologieneutral sein aufgrund des schnellen technologischen Wandels im IT-Bereich
  • Einzelstaatliche Insellösungen machen wenig Sinn; internationale Kooperationen bzw. Abkommen zur gegenseitigen Anerkennung sind essentiell
  • Private Initiative sollte vom Staat nicht verdrängt sondern unterstützt und gefördert werden, da sie die Transaktionskosten der privaten Organisation gesenkt haben [7]


Am Ende sollten alle Wirtschaftsbereiche davon profitieren können. Profitieren heißt hierbei, dass die Möglichkeiten der Informationsbeschaffung und –übermittlung an jedem Ort und zu jeder Zeit zur Verfügung stehen sollen.


Auswirkungen

Die Auswirkungen der Neuen Ökonomie sind, trotz starker Anwendung, noch eher gering. Wenn dazu nur jene Branchen zählen würden, die Geräte und Anlagen der Informations- und Kommunikationstechnologie herstellen und vertreiben, oder die Kommunikationsdienstleistungen anbieten, erbringt sie in Deutschland etwa 6 % des Bruttoinlandsprodukts und beschäftigt 3 % aller Arbeitskräfte; das sind rund 1,2 Millionen Personen. Andererseits war in den USA festzustellen, dass die Arbeitsproduktivität von 3% im Jahr 1999 auf 4,8% im dritten Quartal 2000 gestiegen ist. Weiterhin sank auch die Arbeitslosigkeit im April 2000 auf 3,9%, was das niedrigste Niveau seit 30 Jahren war. Daneben muss man allerdings auch die Erhöhung der Inflationsrate bis März 2000 auf 3,8% beachten. [8] An diesen Werten ist zu erkennen, dass durch die Neue Ökonomie reale Veränderungen in der Produktivität entstehen, andererseits aber auch die Dauer der Veränderung in den Kennzahlen verfolgt werden muss. Daraus ist zu schließen, dass die Hollywood-Ökonomie positive Veränderungen, wie die Arbeitsproduktivität, allerdings auch negative Auswirkungen, wie die Inflationsratensteigerung, zur Folge hat. Diese Werte können allerdings nicht auf einen bestimmten Zeitpunkt bezogen werden, sondern die Folgen müssen über einen längeren Zeitraum betrachtet werden.


Warum "Hollywood-Ökonomie"

Hollywood und sein Kulturbetrieb sind eine Industrie, wie jede andere auch und der Kulturbereich ist somit auch ein Teil der Wirtschaft. Darüber hinaus lebt Hollywood von Projekten, die i.w.S. auch das Geschehen der Wirtschaft wiederspiegeln können. Der Kulturbetrieb lernt eigentlich von der Wirtschaft. Trotzdem ist der Begriff Hollywood-Ökonomie griffiger als Neue Ökonomie und suggeriert nicht, dass es sich hier um etwas vollkommen Neues handelt. Daraus kann abgeleitet werden, dass die Neue Ökonomie in vielen Punkten eine Weiterführung bzw. Verbesserung der Alten Ökonomie ist. Um aber hervorzuheben, dass sich trotzdem vieles verändert hat, spricht man, wenn es um die Neue Ökonomie geht oftmals von "Hollywood-Ökonomie".



Einzelnachweise

  1. Blanchard/Illing - "Makroökonomie", Glossar, Pearson Studium, 2006
  2. http://www.bpb.de/publikationen/3X6OJ5,0,0,Neue_%D6konomie:_Charakteristika_Existenz_und_Herausforderungen_f%FCr_die_Wirtschaftspolitik.html
  3. Hannes Koch – “New Economy“, 2001
  4. Henning Klodt – „Die neue Ökonomie: Erscheinungsformen, Ursachen und Auswirkungen“, 2003, S.17
  5. http://www.bpb.de/publikationen/3X6OJ5,0,0,Neue_%D6konomie:_Charakteristika_Existenz_und_Herausforderungen_f%FCr_die_Wirtschaftspolitik.html
  6. Wolf-Fritz Riekert / Martin Michelson – “Informationswirtschaft: Innovation für die Neue Ökonomie”, 2000, S. 99
  7. Henning Klodt – „Die neue Ökonomie: Erscheinungsformen, Ursachen und Auswirkungen“, 2003, S.156
  8. Gablers Wirtschaftslexikon


Literatur

  1. Blanchard/Illing - "Makroökonomie", Glossar, Pearson Studium, 2006
  2. Gablers Wirtschaftslexikon
  3. Henning Klodt – „Die neue Ökonomie: Erscheinungsformen, Ursachen und Auswirkungen“, 2003
  4. Hannes Koch – “New Economy“, 2001
  5. Wolf-Fritz Riekert / Martin Michelson – “Informationswirtschaft: Innovation für die Neue Ökonomie”, 2000, S. 99 - 102


Weblinks

http://www.bpb.de/publikationen/3X6OJ5,0,0,Neue_%D6konomie:_Charakteristika_Existenz_und_Herausforderungen_f%FCr_die_Wirtschaftspolitik.html
http://de.wikipedia.org/wiki/New_Economy