Faktorinhalt

From Wiwiwiki.net
Jump to navigationJump to search
Qsicon inArbeit.png
Qsicon inArbeit.png
Dieser Artikel befindet sich derzeit im Review-Prozess. Sag auch [[Wiwiwiki.net:RV{{{1}}}#Faktorinhalt|dort]] deine Meinung und hilf mit, den Artikel zu verbessern!


Definition

Zwischen Inland und Ausland werden Güter und Leistungen direkt gehandelt. Durch den Güteraustausch werden indirekt auch Produktionsfaktoren ausgetauscht.
Unter Faktorinhalt (engl. factor content of trade) versteht man die Menge der international gehandelten Produktionsfaktoren.

Alternative Definition

  • "Trade in goods is also implicity trade in the services of the factors used to produce those goods."[1]


"Der Handel mit Gütern schließt auch den Handel mit Produktionsfaktoren zur Herstellung der Güter ein."

  • "Es existieren zwei Handelskonzepte in dieser Theorie: Handel mit Gütern und Handel mit Faktorinhalt. Handel mit Gütern ist Standard: Weizen und Flugzeuge sind Güter, sie können importiert oder exportiert werden. Der Handel mit Faktorinhalt ist anders. Er bezieht sich auf den Einsatz der Produktionsfaktoren, die Importe und Exporte verkörpen. Zum Beispiel, wenn eine Einheit importierter Weizen von einer halben Einheit Boden, drei Einheiten Arbeitskraft und fünf Einheiten Wasser produziert wird, ist der Faktorinhalt des importierten Weizen eine halbe Einheit Boden, drei Einheiten Arbeitskraft und fünf Einheiten Wasser."[2]

Beispiel

  • China exportiert ein Spielzeug. Dieses Spielzeug kostet 3 Einheiten Arbeitskraft und 1 Einheit Kapital. Der Export dieses Spielzeugs bedeutet Indirekt-Export von 3 Einheiten Arbeitskraft und 1 Einheit Kapital.

China hat aufgrund der geringen Lohnkosten und der hohen Anzahl an Arbeitern einen komparativen Vorteil bei dem Produktionfaktor Arbeitskraft. Es ist zur Zeit auch bekannt als "Welt-Fabrik" und exportiert meistens arbeitsintensive Güter.

  • Faktorinhalt der Exporte und Importe der USA im Jahr 1962

Faktoranalyse.jpg

Einordnung

Das Konzept des Faktorinhalts stammt von Jaroslav Vanek (1968). Die ursprüngliche Formulierung basiert auf einem einfachen Modell der internationalen Faktorpreisangleichung, oder genauer des integrierten Gleichgewichts. Hierbei werden die Güter- und Faktorpreise international gleichgesetzt. Unter dieser Bedingung verkörpert ein Gut eine feste Menge von den Produktionsfaktoren, unabhängig vom Produktionsort.

So können 2 Arten von Handel konzipiert werden:

  • Die traditionelle Theorie befasst sich mit dem offenkundigen Austausch von Gütern.
  • Vanek's Beitrag war, zu erkennen, daß der Austausch von Gütern ebenso Austausch von Produktionsfaktoren, die zur Herstellung der Güter benötigt werden, bedeutet.

Vanek's Theorie ermöglichte die Erweiterung der Heckscher-Ohlin-Modell von einem Zwei-Faktor Modell zu einem n-Faktor Modell (Hekscher-Ohlin-Vanek-Modell). Damit lassen sich bei der Analyse der Handelsstruktur zusätzliche Faktoren außer Arbeitskraft und Kapital betrachten.

Bedeutung

  • Der Faktorinhalt spielt eine wichtige Rolle bei der Überprüfung des Heckscher-Ohlin-Modell.
  • Die Berechnung des Faktorinhalts kann die Entscheidung der Handelspolitik eines Landes beeinflussen.

Fazit

Anhand der verschiedenen eingesetzten Porduktionsfaktoren können alle Handelsgüter in drei Gruppen aufgeteit werden:

  • Verbrauchsfaktoren und Gebrauchsfaktoren (z.B. Rohstoffe und Energie sind Verbrauchsfaktoren, Kapital und Technologie sind Gebrauchsfaktoren)
  • niedrig effizient und hoch effizient (z.B. unqualifizierte Arbeit ist niedrig effizient, qualifizierte Arbeit ist hoch effizient)
  • externer positiver Effekt und externer negativer Effekt (z.B. Benutzung von Rohstoffen und Umweltressourcen ist negativ, Image und Technologie bringen externen positiven Effekt)


Aus Sicht des Faktorinhalts kann man die Umstrukturierung im Aussenhandel so verstehen: Von einem hohen Export an Verbrauchsfaktoren, niedrig effizienten Faktoren und Faktoren mit externem negativen Effekt zu einem hohen Export an Gebrauchsfaktoren, hoch effizienten Faktoren und Faktoren mit externem positiven Effekt. Im Inland konsumierte verbrauchsfaktorintensive Güter und die Güter aus niedrig effizienten Faktoren und Faktoren mit externem negativen Effekt können importiert werden. So kann man den Faktorinhalt der Handelsgüter optimieren, um höhere Gewinne zu erwirtschaften und die Wettbewerbsfähigkeit zu verbessern.

Einzelnachweise

  1. Quelle: The new palgrawe Dictionary of Economics", Second Edition 2008, Donald R. Davis
  2. Quelle: the Structure of Foreign trade, Journal of Economic Perspectives,Vol 13, num 2, PP 124,Helpman,E. (1999)

Quellen

  • The new palgrawe Dictionary of Economics, Second Edition 2008, Donald R. Davis
  • The Factor Content of Trade, Donald R. Davis and David E. Weinstein